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Yoga am Meer

28. Nov 2016

| Neues aus den Regionen

Zum Familien-Yoga nach Stralsund

Raus aus dem Alltag, rein in die Entspannung und endlich Zeit füreinander finden – das verspricht das Familien-Yoga-Angebot der Jugendherberge Stralsund. Dabei führt die Heilpraktikerin und zertifizierte Kinder-Yoga-Lehrerin Julia Kötter in die indische philosophische Lehre ein. Um Kinder spielerisch an das Thema heranzuführen, stellt sie die Einheiten unter verschiedene Themen wie etwa „Tiere im Zoo“ und „Traumreisen“ und mischt sie mit Klangelementen. Zwischen den Yoga-Stunden können ausgedehnte Spaziergänge am Strelasund und in der Altstadt oder ein Ausflug ins Meeresmuseum unternommen werden. Zwei Übernachtungen inklusive Vollpension, drei Yoga-Einheiten, Lagerfeuer mit Stockbrot, dem Eintritt ins Meeresmuseum sowie einer kleinen Überraschung kosten 105 Euro pro Person. Das Angebot gilt für Kinder ab sechs Jahren und gilt für den 3. bis 5. Februar 2017.
Weitere Familienprogramme der Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern:

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Strandkorb-Sprint-WM auf Usedom

28. Nov 2016

| Neues aus den Regionen

Sprint mit dem Strandkorb: Usedom sucht den Weltmeister

Beim Winterstrandkorbfest vom 27. bis 29. Januar gibt das Ostseebad Zinnowitz auf der Insel Usedom einen ersten Vorgeschmack auf den Sommer 2017: Sonnenbaden im Strandkorb, Lagerfeuer am Strand und abends eine Beachparty. Sportlich-kurioser Höhepunkt ist die Strandkorb-Sprint-WM am Zinnowitzer Strand. Neuer Weltmeister wird das Team, welches den Strandkorb tragend am schnellsten eine Strecke von 20 Metern im Sprint absolviert. Teilnehmen kann jedes Zweier-Team, das sich kräftig genug fühlt, schließlich wiegt ein Strandkorb stattliche 60 Kilogramm. Am 27. Januar um 14.00 Uhr findet das erste freie Training statt. Um 15.00 Uhr wird eine Kinderolympiade mit anschließender Siegerehrung ausgerichtet. Hierfür wurden eigens kleinere Strandkörbe hergestellt. Im Anschluss gibt es eine Party am Strand, bei der sich die Wettkämpfer kennenlernen können. Der Samstag steht ganz im Zeichen des Weltrekords. Nach dem zweiten freien Training beginnen um 12.00 Uhr die Vorläufe für die Strandkorb-Sprint-WM 2017, bevor um 14.00 Uhr der Startschuss für die Finalwettkämpfe fällt. Zudem stehen eine Modenschau und eine Strandkorbauktion auf dem Programm. Tags darauf wird ein Gottesdienst mit anschließendem Frühschoppen veranstaltet. Ein Shantychor verbreitet maritime Stimmung und Eisbader steigen in die Ostsee. Das Winterstrandkorbfest hat in Zinnowitz eine langjährige Tradition. Seit 2002 treffen sich jährlich Hunderte Gäste und Einheimische am letzten Januarwochenende, um im Strandkorb die neue Badesaison zu eröffnen.
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Das Kinderbad in „Poseidons Reich”

28. Nov 2016

| Neues aus den Regionen

Wintercamping in Mecklenburg-Vorpommern

Nur was für Hartgesottene: Wintercamping in Mecklenburg-Vorpommern. Mehr als 200.000 Übernachtungen wurden im letzten Jahr zwischen November und April auf den Campingplätzen zwischen Ostseeküste und Seenplatte gezählt. Auch in diesem Jahr öffnen viele Plätze das ganze Jahr über und locken Urlauber mit besondere Angeboten in den Nordosten. Im Ostseecamping Ferienpark Zierow direkt am naturbelassenen Strand der Wismarbucht etwa erwarten Gäste ein Restaurant, ein Schwimmbad mit Wellness- und Saunalandschaft sowie eine Physiotherapie-Abteilung. Für Kinder gibt es einen Streichelzoo und im Indoorspielplatz sind immer wieder große Abenteuer zu erleben. Der Ferienpark Zierow bietet seinen Gästen ein Neujahres-Arrangement mit dem Titel „Der schöne Start ins neue Jahr“ an. Ein Stellplatz für Wohnwagen oder Wohnmobil mit Meerblick inklusive Strom, täglich frischer Brötchentüte, einem Gutschein für den Eintritt in den „Fit-Relax“-Bereich mit Sauna und Schwimmbad und einem Candle-Light-Dinner im Restaurant „Oase“ ist für zwei Personen für vier Nächte für 179 Euro vom 1. bis 31. Januar zu buchen. Auch der Campingplatz Pommernland im Ostseebad Zinnowitz auf der Insel Usedom hat für seine Gäste ein besonderes Winterangebot aufgesetzt. Vom 20. Dezember bis zum 2. Januar zahlen zwei Personen bei Buchung eines zweiwöchigen Aufenthalts 182 Euro. Mit im Preis enthalten sind unter anderem der Eintritt in die Zinnowitzer Meerwasserschwimmhalle und das Standgelt. Wem es im Zelt oder Wohnwagen zu kalt wird, der bucht eines der beheizbaren Mobilheime oder Chalets im mehrfach ausgezeichneten Campingpark Kühlungsborn.
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28. Nov 2016

| Neues aus den Regionen

Zum Gestütsweihnachtsmarkt nach Redefin

Unter dem Titel „Winterzauber“ lädt das Landgestüt Redefin vom 2. bis 4. Dezember zum so genannten Gestütsweihnachtsmarkt ein. Keine Frage: Auf dem traditionsreichen Gestüt spannt der Weihnachtsmann persönlich seine Ponys vor den Schlitten. Zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes wird am Freitag etwa um 17.00 Uhr traditionell ein besonderes Backwerk angeschnitten und an Besucher verteilt. Kinder können Ponys streicheln, an einer Kutschfahrt teilnehmen oder Voltigiervorführungen anschauen. Für die Eltern gibt es Feuerzangenbowle. Weihnachtlich dekorierte Hütten neben der klassizistischen Portalhalle bilden beim besonderen Markt den stimmungsvollen Rahmen. Darin präsentieren zahlreiche Kunsthandwerker ihre Arbeiten. Am Freitagabend erwartet Kinder ein Laternenumzug, und am Sonnabend gibt es ein Barockfeuerwerk für die ganze Familie. Geöffnet ist am Freitag von 13.00 bis 20.00 Uhr, am Samstag von 10.00 bis 22.00 Uhr und am Sonntag von 11.00 bis 20.00 Uhr.
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25. Nov 2016

| Pressemitteilungen

Touristiker, Kammern und Verbände aus vier Bundesländern fürchten um Netz für Wassertourismus

Drohen Lücken und Verschlüsse im Wassertourismusnetz Mecklenburg-Vorpommerns und anderer Länder? Gerät ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der ländlichen Räume in Gefahr? Tourismusorganisationen, Industrie- und Handelskammern sowie Wassersportverbände aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein machen mit einem Offenen Brief auf die Risiken für den entwickelten Wassertourismus durch das „Wassertourismuskonzept“ des Bundes, das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ und die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung aufmerksam. Das Papier wird Bundestagsabgeordneten und weiteren Vertretern der Ausschüsse für Tourismus, Sport, Finanzen, Verkehr und digitale Infrastruktur des Deutschen Bundestages bei einem Parlamentarischen Frühstück am 25. November 2016 im Jakob-Kaiser-Haus in Berlin vorgestellt. Im Kern befürchten die Verfasser, dass die derzeitigen Entwicklungen und Bestrebungen auf Bundesebene, verschiedene Gewässer als Bundeswasserstraßen zu entwidmen und als Freizeitwasserstraßen oder Naturgewässer zu klassifizieren, negative Folgen für den mit Milliardenaufwand von privater und öffentlicher Hand entwickelten, naturnahen Tourismus mit sich bringt. „Wir verfolgen die Entwicklungen mit Sorge, weil Wege eingeschlagen werden, ohne dass Betroffene hinreichend einbezogen werden und weil Ziele vorgegeben werden, ohne dass tourismusverträgliche Lösungen in Sicht sind. Wasserstraßen, Schleusen, Wasserwanderrastplätze, Marinas und Sportboothäfen bilden ein attraktives Netz für Touristen, Wassersportler und Einwohner und verbessern die Lebensqualität vor Ort – dies muss auch in Zukunft so bleiben“, erklärte der neue Vorsitzende des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Waldmüller. Bei einer neuen Kategorisierung der Wasserstraßen entfielen zahlreiche Gewässer in die Rubrik „Sonstige Wasserstraßen“, was sich beispielsweise negativ auf Erhaltungsmaßnahmen oder Investitionen auswirken würde. Im gemeinsam vom Bundesumwelt- und Bundesverkehrsministerium verfassten Programm „Blaues Band“ heißt es unter anderem, dass die Bundesregierung vorhabe, an „Nebenwasserstraßen in die Renaturierung von Fließgewässern und Auen“ zu investieren. Bis 2020 sollen laut Programm die „rechtlichen, personellen, organisatorischen und haushalterischen Voraussetzungen geschaffen sein, damit die Wasserstraßen‐ und Schifffahrtsverwaltung des Bundes […] weitere Renaturierungsmaßnahmen durchführen kann“. Mit dem in diesem Jahr veröffentlichten „Wassertourismuskonzept“ will das Verkehrsministerium das Wasserstraßennetz neu einteilen in Hauptwasserwege für den Gütertransport, Freizeitwasserwege sowie naturnahe Gewässer, die nicht oder nur für „muskelgetriebenen“ Wassersport genutzt werden können. Dafür müssten u. a. die vom Bundeswasserstraßengesetz erfassten Freizeitwasserstraßen „zunächst entwidmet“ werden. Wenig befahrene Gewässer könnten später aus der Zuständigkeit des Bundes gelöst und in die Verantwortung anderer Träger überführt werden. Die Unterzeichner des Offenen Briefes befürchten, dass sich der Bund immer mehr aus der Verantwortung für den Erhalt und die Unterhaltung der Bundeswasserstraßen ziehen will. Von der Bundesregierung würden jedoch Lösungen erwartet, die die Lebensgrundlagen auf und an den Wasserstraßen nicht gefährden und Tourismus und Naturschutz nicht zu Gegenpolen aufbauen. Bereits jetzt führten verringerte Investitionen zu unklaren Perspektiven für die „Sonstigen Wasserstraßen“ und in der Verantwortung des Bundes liegende Bauwerke wie zum Beispiel Schleusen. Eine Renaturierung einer großen Anzahl an Gewässern könne zu gravierenden Einschränkungen der wassertouristischen Nutzung führen, wodurch das dichte, gut ausgebaute Netz auseinanderzufallen drohe. In den acht im Brief formulierten Positionen fordern die Unterzeichner den Erhalt sowie die Sicherung der Netzfunktion und der durchgängigen Befahrbarkeit der Bundeswasserstraßen. Des Weiteren soll der Bund auf die vorgesehene Entwidmung von Bundeswasserstraßen verzichten. Die Einstufung verschiedener Gewässer als „naturnahe Wasserstraßen“ und der Handlungsrahmen für die Renaturierung seien grundsätzlich mit den Ländern und den betroffenen Akteuren abzustimmen. Wassertourismus sei in seiner Bedeutung für die wirtschaftliche und die regionale Entwicklung gerade in ländlichen Räumen stärker zu berücksichtigen, welche von der Infrastruktur entlang der befahrbaren Gewässer profitieren. Alle erarbeiteten Konzepte sollten zudem auf validen und soliden Daten der Wirtschaftlichkeit beruhen, die derzeit nicht gegeben sind. Schnell nötig sei schließlich ein Investitionsprogramm für Schleusen, von denen allein in Norddeutschland 47 von 50 als sanierungsbedürftig gelten. Um ihre Position zu verdeutlichen, hatten die touristischen Akteure Mecklenburg-Vorpommerns in den vergangenen Monaten unter anderem bereits im Tourismusausschuss des Bundestages vorgetragen und eine Informationsveranstaltung für Unternehmer und Politiker mit Beteiligung aus dem Bundesverkehrsministerium in Waren (Müritz) organisiert. Auch der Landtag in Mecklenburg-Vorpommern hat sich bereits mit der Thematik befasst. In Ziffer 44 der Koalitionsvereinbarung der neuen Landesregierung heißt es zudem: "Die Koalitionspartner erwarten, dass sich der Bund zu seiner Verantwortung für die Bundeswasserstraßen und den darauf stattfindenden Wassertourismus und Wassersport uneingeschränkt bekennt." Hintergrund Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bilden das größte zusammenhängende Wassersport- und -tourismusrevier in Deutschland. Die Flusslandschaften in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein bieten ideale Wassersportbedingungen. Diese Wasserstraßen sind ein wertvoller Teil der europäischen Kulturlandschaft und nehmen aufgrund ihrer regionalwirtschaftlichen Bedeutung eine besondere Stellung und Funktion in den Ländern ein. Der Anteil des Wassertourismus an der Tourismuswirtschaft kann in diesen Regionen mit bis zu zehn Prozent angenommen werden. Für die Entwicklung von ländlichen Räumen ist der Wassertourismus ein außerordentlich wichtiger Wirtschaftsfaktor. 50 Prozent aller nach Mecklenburg-Vorpommern Reisenden kommen laut Qualitätsmonitor Deutschlandtourismus wegen der Ostsee, Seen und Strände in den Nordosten. Aktivitäten am, im und auf dem Wasser gehören zu den entscheidenden Urlaubserlebnissen, die sich nur mit einem Zugang zum Wasser verwirklichen lassen.

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Erwartete Gästeübernachtungen für das Gesamtkahr 2016, Quelle: Statistisches Amt MV

24. Nov 2016

| Pressemitteilungen

26. Tourismustag MV am Fleesensee: Gute Bilanz und eine Reihe von Aufgaben

Spitzenvertreter der Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns haben sich auf dem 26. Tourismustag in Göhren-Lebbin am Fleesensee vor 220 Teilnehmern dafür ausgesprochen, den Tourismus für das Land noch aktiver und bewusster in ein System des Förderns und Forderns zu überführen. „Der Tourismus kann für unser Land noch mehr leisten, wenn wir ihn qualitativ und sozial nachhaltig und im politischen Raum mit der ihm gebührenden Wertigkeit aufstellen“, erklärte die am Vortag wiedergewählte Präsidentin des Landestourismusverbandes, Sylvia Bretschneider, die zugleich Präsidentin des Landtages ist. Zwar sähen viele Politiker und Verantwortungsträger Mecklenburg-Vorpommern als Urlaubsland an, doch sei nicht jedem klar, wie Tourismus entwickelt werden sollte und welche Rolle er für die Zufriedenheit der Menschen, für die Entwicklung der Regionen und die Zukunft des Landes habe. Es sei die zentrale Aufgabe der derzeit als tourismuspolitisches Papier erarbeiteten neuen Landestourismuskonzeption, genau dieses klar zu machen und in die Umsetzung zu bringen. Viele Fragen zur Finanzierung, zur Entwicklung der Infrastruktur, zum Zusammenspiel mit anderen Bereichen seien in der vergangenen Legislaturperiode unvollendet geblieben oder vertagt worden. Sie müssten nun aktiv, offen und ehrlich angefasst und bearbeitet werden. Beispielsweise sei unklar, wie touristische Strukturen im ländlichen Raum ohne Gegenfinanzierungsmöglichkeit aus den Kommunen und Regionen selbst nachhaltig aufgebaut werden könnten. Zugleich sei die Infrastruktur an wichtigen touristischen Wegen verbesserungswürdig. Auch gebe es erhebliche Potenziale in der Abstimmung zwischen einzelnen Ministerien sowie Landkreisen, Kommunen und Verbänden. Tourismus müsse auch in Zukunft eine Schlüsselrolle in den politischen Zielsetzungen spielen. „Tourismus ist das wirtschaftliche Rückgrat des Landes. Er ist der wichtigste Imagefaktor, er sichert einen großen Teil der Beschäftigung, sorgt für Geldtransfers in Milliardenhöhe aus anderen Bundesländern und Ländern, wertet die Lebensqualität erheblich auf und stabilisiert und befördert viele andere Branchen, indem er für einen erheblichen Anteil der Umsätze sorgt“, sagte Sylvia Bretschneider. Andere Regionen hätten im erheblichen touristischen Wettbewerb mittlerweile mehr Schwung geholt; Mecklenburg-Vorpommern müsse den Anschluss halten, erklärte sie weiter. Die Koalitionsvereinbarung der neuen Landesregierung biete dafür einige gute Anstöße, wichtig sei nun, dass aus Worten im Schulterschluss mit der Tourismusbranche schnell Taten würden. „Als Ergebnis sollten mehr Stolz, mehr Freude, mehr Bewusstsein und mehr Identität innerhalb der Branche, der Politik, der Bevölkerung stehen“, so die Verbandspräsidentin. Auch Jürgen Seidel, langjähriger Vorsitzender und Präsident des Tourismusverbandes, der auf der Mitgliederversammlung zum ersten Ehrenvorsitzenden gekürt wurde, forderte eine noch offenere Diskussion über Tourismus: „Wir müssen schnell Antworten finden auf die Fragen, welchen Tourismus wir wollen, wie wir diesen im digitalen Zeitalter weiterentwickeln können und wie wir die damit verbundenen Anforderungen an Infrastruktur, Marketing und Innovationen in Zukunft erfüllen und finanzieren. Dafür brauchen wir einflussreiche und gut vernetzte regionale Tourismusorganisationen und weiter auch einen starken Landestourismusverband, der Prozesse koordinieren und moderieren kann. Dazu gehört auch eine den Ansprüchen und Zielen des Urlaubslandes genügende finanzielle Ausstattung“, erläuterte Seidel. Das Land müsse gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen einen Weg finden, um die Finanzierung der touristischen Infrastruktur und des Marketings zu sichern. „Die Tourismusorganisationen ringen Jahr für Jahr um Budgets, die ihnen die Arbeitsfähigkeit ermöglichen. Die Aufgaben werden immer komplexer, die Spielräume immer geringer“, so Seidel. Er bezeichnete es überdies als Fehler, dass Tourismus in der neuen Legislaturperiode kein Bestandteil der Bezeichnung des Wirtschaftsministeriums mehr ist, wie von ihm als Wirtschaftsminister im Jahr 2006 eingeführt: „Darin lag die Anerkennung tatsächlicher wirtschaftlicher Potenziale“, erklärte er. Bislang erfolgreichstes Tourismusjahr: Mehr als 30 Millionen Übernachtungen erwartet
Derweil sind vom Statistischen Amt MV Tourismuszahlen für den Monat September 2016 veröffentlicht worden. Danach konnte Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zum Vorjahresmonat bei den Übernachtungen um 9,3 Prozent auf rund 3,2 Millionen Übernachtungen zulegen. Bei den Gästeankünften betrug der Zuwachs 13,3 Prozent, sodass der Wert im Vergleich zum Jahr 2015 von 718.000 auf rund 814.000 gestiegen ist. Auch bei ausländischen Gästen wurde im September dieses Jahres ein Plus verbucht (+4,9 %). Von Januar bis September 2016 wurden somit insgesamt rund 25,4 Millionen Übernachtungen (Januar-September 2015: 24,7 Mio.; +3,1 %) und 6,2 Millionen Gästeankünfte (Januar-September 2015: 6,0 Mio.; +2,7 %) in den größeren Tourismusbetrieben an das Statistische Amt MV gemeldet. „Damit wird immer wahrscheinlicher, dass im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern zum Jahresende erstmals mehr als 30 Millionen Übernachtungen bilanziert werden können“, erklärte Sylvia Bretschneider. Aus dem Ausland wurden nach drei Vierteln des Jahres 886.000 Übernachtungen (+0,9 %) von rund 322.000 Gästen (+1,5 %) gezählt. Stärkere Zuwächse verzeichnet MV dabei von Gästen aus Ländern wie Österreich (+6,4 %) und der Schweiz (+4,9 %), in denen eine Reihen von Marketingmaßnahmen und Kooperationen laufen. Die Auslastung der angebotenen Betten lag in den ersten neun Monaten des Jahres bei 38,5 Prozent (Januar-September 2015: 37,0 %). Die meisten Reiseregionen verzeichnen Zuwächse, insbesondere Fischland-Darß-Zingst (+8,7 %), das Vorpommersche Festland (+6,1 %) und Usedom (+4,5 %). Rückgänge müssen in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr Westmecklenburg (-3,0 %) und die Seenplatte/Schweiz (-0,6 %) vermelden. Von den größeren Städten vermelden alle Städte außer Neubrandenburg (-11,1 %) ein Übernachtungsplus. Dabei konnten Greifswald (+7,2 %) und Stralsund (+3,3 %) überdurchschnittlich zulegen. Bei den Unterkunftsarten mussten von Januar bis September 2016 die Vorsorge- und Rehakliniken (-2,2 %) und die Ferienzentren (-4,8 %) Übernachtungsrückgänge verkraften. Alle anderen Unterkunftsarten liegen im positiven Bereich, insbesondere die Campingplätze (+7,4 %), die Hotels (+3,8 %) und die Erholungs- und Ferienheime (+3,0 %). Tourismus mit hoher Wertschöpfung und Beschäftigtenzahl
Die gesamten Umsätze im Tourismus belaufen sich laut der aktuellen Berechnungen des Institutes DIW Econ auf 7,75 Milliarden Euro pro Jahr. Dabei werden mehr als zwei Drittel der Ausgaben (68 %) von Menschen aus anderen Bundesländern und Ländern getätigt. Die touristische Wertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern beträgt 4,1 Milliarden Euro und macht damit 12 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern aus. Damit liegt die Bruttowertschöpfung der Querschnittsbranche Tourismus mit 9,6 Prozent noch vor dem Baugewerbe mit einem Anteil von 6,5 Prozent. Deutschlandweit liegt sie bei einem Anteil von 4,4 Prozent (Jahr 2010). „Tourismus ist und bleibt eine Schlüsselbranche für dieses Land“, sagte Verbandspräsidentin Bretschneider. 17,8 Prozent der Erwerbstätigen in MV, also 131.254 Menschen, arbeiten in Tourismusunternehmen und tourismusnahen Betrieben. Von 4,1 Milliarden Euro (touristische Wertschöpfung) werden 3,3 Milliarden Euro Wertschöpfung von Tourismusunternehmen (z. B. Umsätze durch Gäste in Hotels, Restaurants oder im Einzelhandel) erbracht. Tourismusnahe Unternehmen (z. B. Zulieferer von Waren) leisten einen Beitrag von 761 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass die Angebote und Leistungen der Tourismuswirtschaft im Wesentlichen auf privater Nachfrage beruhen. Damit unterscheidet sie sich beispielsweise vom Gesundheits- und Sozialwesen. Die meisten Ausgaben werden für Beherbergung (22,4 Prozent), Gaststättenleistungen (18,7 Prozent) und restliche Güter (22,4 Prozent), wie zum Beispiel Souvenirs, Kleidung und Schuhe, ausgegeben. Damit machen die Ausgaben der Touristen etwa zwei Fünftel der Einzelhandelsumsätze aus.
Quelle: Statistisches Amt MV

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Tourismuspreisgewinner 2016: Störtebeker GmbH & Co. KG

23. Nov 2016

| Pressemitteilungen

7. Tourismuspreis des Landes geht an die Störtebeker Festspiele auf der Insel Rügen

Der zum siebten Mal verliehene Tourismuspreis des Landes geht in diesem Jahr an die Störtebeker Festspiele GmbH und Co. KG, die mit ihren Aufführungen am Großen Jasmunder Bodden auf der Insel Rügen seit fast einem Vierteljahrhundert ein großes Publikum begeistert. Bislang haben 7,3 Millionen Besucher die Inszenierungen um den legendären Seeräuber Klaus Störtebeker erlebt. Im nächsten Jahr feiern die Störtebeker Festspiele ihr 25-jähriges Bestehen. Mit dem vom Künstler Thomas Jastram gestalteten und von der Deutschen Kreditbank (DKB) gestifteten Tourismuspreis in Form einer Plastik des Heiligen Christophorus, dem Schutzpatron der Reisenden, würdigt die Tourismusbranche das Familienunternehmen Hick, das ihr privat geführtes Freilufttheater zum erfolgreichsten Open-Air-Theater Deutschlands und zu einer wichtigen touristischen Marke der Insel Rügen und des Urlaubslandes Mecklenburg-Vorpommern gemacht hat. „Legenden zu inszenieren – das gelingt den Störtebeker Festspielen wie keinem anderen Open-Air-Theater in Deutschland. Zwischen Juni und September lockt echtes Volkstheater mit Geschichten aus der Zeit des legendären Seeräubers. Damit begeistert das Team um Familie Hick jährlich rund 350.000 Besucher und trägt in erheblichem Maße zum Urlaubsglück vieler Menschen jeden Alters bei“, sagte Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Landtages und des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. „Die Störtebeker Festspiele stehen für Weitblick und Mut, für Ausdauer und Engagement. Sie sind ein Theater für alle – für alle Altersgruppen, für Familien, für Pärchen oder ganze Busgruppen und überdies für Menschen mit Handicap. Mit ihrem Unternehmen und als Unternehmerpersönlichkeiten tragen Peter, Ruth und Anna-Theresa Hick das positive Image der Insel und des Landes weit über deren Grenzen hinaus. Das ist Tourismusförderung und ein Entwicklungsschub für die ganze Region“, würdigte die Verbandspräsidentin die Macher der Festspiele in ihrer Laudatio. Die Störtebeker Festspiele GmbH und Co. KG reiht sich ein in die Liste verdienstvoller Persönlichkeiten und Institutionen, die den Tourismuspreis Mecklenburg-Vorpommern seit seiner Einführung vor sieben Jahren erhielten:































 2010Professor Gottfried Kiesow (†), Deutsche Stiftung Denkmalschutz; Aktionsgemeinschaft „Freier Himmel“
 2011Professor Michael Succow, Biologe und Träger des Alternativen Nobelpreises
 2012Dr. Mathias von Hülsen, ehem. Intendant Festspiele Mecklenburg-Vorpommern; Wolfgang Bordel, Intendant Vorpommersche Landesbühne
 2013Jost Reinhold, Jost-Reinhold-Stiftung
 2014Horst Rahe, Deutsche Seereederei
 2015Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
 2016Störtebeker Festspiele GmbH und Co. KG

Ehrennadeln gehen an Wolfgang Drevs und Peter Gebser
Neben dem Tourismuspreis wurden beim Tourismustag auch zwei Ehrennadeln des Tourismusverbandes MV vergeben: Diese erhielten Wolfgang Drevs, Mitinitiator großer Veranstaltungen wie der Festspiele Wismar, sowie Peter Gebser, Geschäftsführer des Campingplatzes „Pommernland“ in Zinnowitz und Mitglied in verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Institutionen und Vereinen. Wolfgang Drevs, der sich selbst als „Wismarer mit Leib und Seele“ bezeichnet, ist gelernter Schiffbauer und war jahrelang aktiv in der Denkmalpflege beschäftigt und an der Sanierung mehrerer Giebelhäuser in der Altstadt beteiligt. Er war 1990 Mitbegründer der regionalen Verbraucher-Messe „Hanseschau“. Zudem war er Gründungsmitglied im Aufbauverein St.-Georgen sowie im Tierparkverein und zeichnete verantwortlich für Pierpartys bei Kreuzschifffahrtanläufen in der Hansestadt. Von 2013 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand in diesem Jahr wirkte Drevs als Technischer Leiter beim Hansekontor, das die Festspiele Wismar in der St.-Georgen-Kirche etabliert hat. Vor zwei Jahren wurde dort zum ersten Mal das Stück „Jedermann“ aufgeführt; in diesem Jahr kam „Faust – Der Tragödie erster Teil“ hinzu. Beide Stücke sind häufig ausgebucht und vergrößern die touristische Anziehungskraft der Hansestadt. In diesem Jahr kamen 7.500 Zuschauer. Dabei hat Wolfgang Drevs nicht nur die organisatorischen Fäden gezogen, er unterstützte auch bei Bühnenbau und Bühnenbild. Auch zur Entwicklung der Barrierefreiheit und Inklusion hat er maßgeblich beigetragen: Der „Faust“ wird komplett barrierefrei – auch für Menschen mit Seh- und Hörbehinderung – angeboten. Zudem stehen Menschen mit und ohne Behinderung auch gemeinsam auf der Bühne. Laiendarsteller der Wismarer Werkstätten wirken an der Aufführung mit. Peter Gebser ist Geschäftsführer der Familien-Campingplatz Pommernland GmbH Zinnowitz und hat als erfolgreicher Unternehmer den Campingplatz in den letzten Jahren zu einem Fünf-Sterne-Campingplatz mit mehreren Auszeichnungen entwickelt, darunter beim Bundes- und Landeswettbewerb „Vorbildliche Campingplätze“ oder beim Wettbewerb „Familienfreundlicher Urlaub in MV“. Außerdem wurde der Campingplatz bereits mit verschiedenen Zertifikaten des europäischen Umweltsiegels „EMAS“ und 2010 mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“ ausgezeichnet. Bis 2015 war Gebser Mitglied des Vorstandes beim Verband für Camping und Wohnmobiltourismus MV. Derzeit ist er Vizepräsident und Vorsitzender des Arbeitskreises Tourismus der IHK Neubrandenburg. Weitere Informationen: Interview mit Peter Hick, Störtebeker-Festspiele

TMV: Wie entstand die Idee, das Freilufttheater über die Legende Klaus Störtebekers nach den „Rügen-Festspielen“ der DDR wieder aufleben zu lassen? Hick: Im Frühjahr 1991 kamen Investoren auf mich zu, für sie dieses ehemalige Theater in Ralswiek wiederzubeleben. Dies empfand ich als eine spannende Herausforderung und kündigte mein Vertragsverhältnis in Bad Segeberg. Als im Sommer 1992 die ersten größeren Geldbeträge notwendig waren, hatten die Investoren kein Geld. Nach einer Woche in mittlerer Niedergeschlagenheit überzeugte mich meine Frau, doch den Versuch zu machen, die erforderlichen acht Millionen Startkapital selbst zu besorgen. Nissan Motor Deutschland, ein langjähriger Partner in der Filmbranche, war nach nur einem Gespräch bereit, mit zwei Millionen Mark für Familie Hick zu bürgen. Das war die Initialzündung. Das Kultusministerium gab daraufhin Geld für die Anschubfinanzierung und die Sparkasse Rügen einen Kredit dazu. Wie die Zeit danach, die Wiederbelebung dieses Platzes und der Legende um Klaus Störtebeker belegt, war dies keine Fehlinvestition – aber es war nicht meine Idee. TMV: Was waren die größten Herausforderungen in den Anfangsjahren 1992/93?
Hick: An einer Stelle angelangt, wo man lange und kontinuierlich Erfolg nachgewiesen hat, ist es nicht mehr relevant bei denen nachzutreten, die einen in den Anfangsjahren Steine in den Weg gelegt haben. Lassen Sie es mich so formulieren: Wir haben die uns in den Weg gelegten Steine in unseren Bühnenboden eingebaut, es hat uns gefestigt und ist eine Grundlage des Erfolges. TMV: Was waren die schönsten Augenblicke?
Hick: Dass über die Unwegsamkeiten des Aufbaus dieses Theaters die Familie weiter Bestand hatte. Die Resonanz des Publikums und der Rüganer, dass dieses Theater eine Bereicherung für die Insel und den Tourismus ist. Und ganz privat: Dass man sich zur letzten Vorstellung in Familie in den Arm nimmt und ein großartiges Abschlussfeuerwerk erleben darf. TMV: Im kommenden Jahr begehen die Störtebeker Festspiele ihr 25-jähriges Jubiläum. Wird dann groß gefeiert?
Hick: Ein Credo unserer Familie ist es, sich nicht selbst zu feiern. Wir behalten die Bodenhaftung – nicht Vergangenes ist entscheidend, sondern die Zukunft. Auf die Zukunft stoßen wir in Familie ganz sicher einmal an. TMV: Welche Visionen haben Sie?
Hick: Diese Frage ist im Jahr 2016, im 71. Jahr meines Lebens, nicht gut für mich. Das wäre eine gute Frage für 1992/93 gewesen. Bezüglich der Zukunft und Visionen müssen Sie meine Tochter fragen. Aber wenn ich meine Tochter wäre, würde ich vielleicht die Gegenfrage stellen: Ist es nicht genug in unserer heutigen Zeit, dass dieses Theater einfach weiter Bestand hat? Dass es keiner Subventionierung bedarf, sondern im Gegenteil, ganz erheblich Steuern zahlt. Wenn wegen dieser Festspiele jährlich über 350.000 Besucher auf die Insel Rügen kommen, ist das in der Kontinuität und Weiterführung nicht Aufgabe und schwer genug, dies alles zu erhalten? Die Störtebeker Festspiele
•    1993 erste Vorstellung
•    In 24 Jahren kamen über 7,3 Millionen Besucher zu 1.500 Vorstellungen.
•    25. Saison „Im Schatten des Todes“ vom 24. Juni bis 9. September 2017
•    über 150 Mitwirkende
Quelle: Störtebeker Festspiele/Jens Köhler
v. l. n. r. Ruth, Peter und Anna-Theresa Hick

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Die neue Doppelspitze des Landestourismusverbandes: Sylvia Bretschneider (links) und Wolfgang Waldmüller (rechts)

23. Nov 2016

| Pressemitteilungen

Bayerisch-norddeutsches Duett: Wolfgang Waldmüller und Sylvia Bretschneider führen Tourismusverband MV

Mecklenburg-Vorpommern und Bayern sind die beiden führenden Tourismusregionen in Deutschland. In den kommenden fünf Jahren führt ein bayerisch-norddeutsches Duo den Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern. Die in Waren (Müritz) geborene Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) wurde auf der Mitgliederversammlung in Göhren-Lebbin am Fleesensee als Verbandsvorsitzende bestätigt. Sie geht damit in ihre inzwischen vierte Amtszeit. Ihr zur Seite steht nach dem Ausscheiden des langjährigen Vorsitzenden und ehemaligen Wirtschaftsministers Jürgen Seidel (CDU) der 1962 in München geborene Abgeordnete des Schweriner Landtages Wolfgang Waldmüller (CDU). Zugleich haben die 35 Verbandsmitglieder Jürgen Seidel als Würdigung seiner hohen Verdienste einstimmig zum ersten Ehrenvorsitzenden des Landestourismusverbandes ernannt. Wolfgang Waldmüller wird sich den Vorstandvorsitz in der fünfjährigen Amtsperiode satzungsgemäß mit Sylvia Bretschneider bei einem jährlichen Wechsel der Präsidentschaft teilen. Bis November 2017 übernimmt die Landtagspräsidentin zunächst auch das Amt der Präsidentin des Tourismusverbandes. Sylvia Bretschneider wurde einstimmig gewählt, Wolfgang Waldmüller mit einer Gegenstimme. Sylvia Bretschneider erklärte nach der Wahl: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Wolfgang Waldmüller. Wir werden den Kurs der überparteilichen Führung des Verbandes fortsetzen. Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern braucht einen starken Landesverband, der zwischen Branche und Politik vermittelt, koordiniert und ausgleicht. Zudem werden wir an der qualitativen Entwicklung des Urlaubslandes und seiner Regionen sowie am Zuspruch internationaler Gäste konzentriert weiterarbeiten.“ Weiterhin dankte sie dem langjährigen Vorsitzenden und nunmehr Ehrenvorsitzenden Jürgen Seidel für sein Engagement: „Tourismus ohne Jürgen Seidel ist in diesem Land kaum vorstellbar: Er war Tourismusminister mit großer Leidenschaft, hat den Tourismusverband maßgeblich gestaltet und geprägt, das Internationale Haus des Tourismus in Rostock gedanklich vorbereitet, die Ostseetourismusinitiative zum Leben erweckt und immer auch eine Lanze für seine Heimat, die Müritz-Region, gebrochen.“ Der seit 1990 in Mecklenburg-Vorpommern lebende Wolfgang Waldmüller ist Betriebswirt und seit 2006 Mitglied des Landtages. Dort wirkt er als Mitglied des Wirtschaftsausschusses, in dem auch touristische Themen behandelt werden, sowie als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU. Zu seinen Zielstellungen für die Arbeit im Tourismusverband sagte er: „Wir wollen uns gegenüber anderen Branchen und Institutionen weiter öffnen. Tourismus vernetzt nahezu alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereiche des Landes. Es reicht daher nicht, die Tourismusbranche einzeln zu betrachten. Ihre volkswirtschaftliche, soziale und kulturelle Relevanz wird erst in der Wechselwirkung mit anderen Branchen wirklich deutlich.“ Tourismus sollte landespolitisch und parteiübergreifend als Schwerpunkt noch expliziter benannt werden, denn er könne durch nichts ersetzt werden und sei in vielen Regionen ein gewichtiger Teil der Antwort auf die Fragen, die die Menschen an die Politik stellten, erklärte Waldmüller weiter. „Tourismus kann und muss ein Treiber der Entwicklung dieses Landes sein und als ein zentraler Wirtschaftszweig zur Lebensqualität der Menschen erheblich beitragen.“ Bei der Stärkung der Vor- und Nachsaison, der Fachkräftesicherung und der Erreichbarkeit gebe es noch reichlich Reserven. Neben den Vorsitzenden des Landestourismusverbandes wurden bei der Mitgliederversammlung auch die weiteren Mitglieder des Verbandsvorstandes neu bestimmt. Als Stellvertretender Vorsitzender wurde Dr. Wolfgang Kraatz, Vize-Landrat des Landkreises Rostock, wiedergewählt. Als Beisitzer fungieren Roland Fischer, Inhaber des Hotels Namenlos & Fischerwiege im Ostseebad Ahrenshoop, und André Kretzschmar, Betriebsleiter der Tourismuszentrale Stralsund. Neuer Schatzmeister ist Dr. Holger Stein, Steuerberater und Präsident der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern. Martin Honerla (DKB-Stiftung), der diese Funktion viele Jahre ausgefüllt hatte, war ebenfalls nicht mehr zur Wahl angetreten. Er wurde von den Mitgliedern in den Rang eines Ehrenmitgliedes des Verbandes erhoben. Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern hat derzeit 35 Mitglieder, darunter Regional- und Fachverbände, Städte und touristische Unternehmen. Dem Verbandsvorstand gehören 18 Personen an, die teils gewählt und teils benannt werden. Der Mitgliederversammlung des Landestourismusverbandes folgt am 24. November der 26. Tourismustag Mecklenburg-Vorpommern, zu dem im Schlosshotel Fleesensee rund 220 Teilnehmer erwartet werden. Unter dem Titel „Die neue Tourismuskonzeption – Gemeinsam planen wir die Zukunft“ blicken Experten dabei auf das bis März 2017 entstehende Papier und diskutieren Zukunftsthemen sowie neue Perspektiven der Zusammenarbeit. Überdies ist der Tourismustag Anlass, um das aktuelle Jahr zu bilanzieren und sich über Ziele für das Jahr 2017 auszutauschen, in dessen Mittelpunkt „Tradition und Brauchtum“ stehen. Weitere Informationen:,

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Rostocker Weihnachtsmarkt

15. Nov 2016

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Sternenregen und Honigwein: Weihnachtsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern

Weihnachtsspezialitäten bei Meeresbrise: Von Ende November bis Jahresende erstrahlen in Mecklenburg-Vorpommern rund 50 Weihnachtsmärkte in festlichem Lichterglanz. Neben jeder Menge Kunsthandwerk und regionalen Köstlichkeiten wie Sanddornpunsch oder Rauchwurst locken die vielen kleinen und größeren Adventsmärkte vor allem aber mit unverwechselbaren Kulissen und dem ganz besonderen maritimen Flair Besucher aus Nah und Fern an. Nach Hochrechnungen des Landestourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern werden 2016 rund 2,5 Millionen Gäste aus Deutschland, Skandinavien und dem Baltikum auf idyllischen Inselmärkten, in weihnachtlich dekorierten Altstädten und zwischen festlich erleuchteten Backsteingassen erwartet. Größter in Norddeutschland: Der Rostocker Weihnachtsmarkt
Vom 21. November bis 22. Dezember 2016 lädt der größte und abwechslungsreichste Weihnachtsmarkt des Landes nach Rostock ein. Im winterlichen Glanz erstrahlt das historische Stadtzentrum der Hansestadt, das auf rund drei Kilometern neben Schlemmerbuden und Glühweinschenken auch mit einer begehbaren Weihnachtspyramide, Theateraufführungen und einem 40 Meter hohen Riesenrad kurzweilige wie besinnliche Momente verspricht. Etwas abseits der belebten Kröpeliner Straße, am Kloster zum Heiligen Kreuz, versetzen Kunsthandwerker und Gaukler Besucher in längst vergangene Zeiten. Genau hier, auf dem historischen Weihnachtsmarkt, gibt es neben deftigem Essen und mittelalterlichen Klängen auch den typisch nordischen Honigwein. Skandinavisch geht es auf dem Universitätsplatz zu, wo Schweden, Norweger oder Finnen traditionelles Kunsthandwerk aus ihrer Heimat und wärmenden Glögg anbieten. Weitere Höhepunkte sind ein Märchenpavillon (montags freier Eintritt), das Sternenzelt auf dem Hermann-Duncker-Platz mit einem bunten Musikangebot regionaler Künstler und ein klassischer Weihnachtsrummel mit Autoscooter und Spiegelkabinett an der Fischerbastion. Insgesamt sind rund 250 Schausteller und Markthändler, vor allem aus Deutschland und Nordeuropa, auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt vertreten.
Weitere Informationen: „Der Stern im Norden“: Weihnachtsmarkt in Schwerin
Vom 21. November bis 30. Dezember 2016 (außer an Heiligabend und dem 1. Weihnachtsfeiertag) macht die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns Lust auf die schönste Zeit des Jahres. So lange wie kaum ein anderer Weihnachtsmarkt versprechen die Schweriner Bummelmeilen rund um den Altstädtischen Markt, den Pfaffenteich, den Schlachtermarkt und die Mecklenburgstraße winterliche Gemütlichkeit und lukullische Eindrücke. Neben den geschmückten Altstadtgässchen mit ihren zahlreichen Schlemmerbüdchen und Punschständen warten eine Glühweinpyramide, ein Kinder- und Kunsthandwerksmarkt, eine Märchenstraße, zahlreiche Karussells sowie eine Eisbahn und ein Riesenrad auf Besucher. Eines der Glanzlichter des Schweriner Weihnachtsmarktes ist die traditionelle Weihnachtstanne, die mit ihren rund 10.000 Lichtern nicht nur das abwechslungsreiche Programm auf der Hauptbühne des Marktplatzes erhellt.
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Zwischen Weltkulturerbe und Webern: Adventsfeste in Stralsund, Wismar und Neubrandenburg
Vorweihnachtliche Stimmung mit Welterbeflair: In Stralsund können Gäste bei einem Besuch des Weihnachtsmarktes lebendige Hansegeschichte und winterliches Rummeltreiben erleben. Vom 24. November bis zum 22. Dezember 2016 laden zwischen dem Alten und Neuen Markt adventlich geschmückte Stände mit Kunsthandwerk und regionalen Erzeugnissen zum Stöbern ein; kleinere Gäste kommen bei einer Fahrt mit dem Karussell oder einer Kindereisenbahn auf ihre Kosten. Weitere Höhepunkte sind die Präsentationen zahlreicher Künstler und Händler im historischen Gewölbekeller unter dem Rathaus und eine 400 Quadratmeter große Schlittschuhbahn auf dem Alten Markt, die sogar bis zum 1. Januar 2017 geöffnet ist. In der Hansestadt Wismar wird der Weihnachtsmarkt stilvoll eingerahmt vom hell erleuchteten Rathaus, der mittelalterlichen „Wasserkunst“ und alten Giebelhäusern. Vom 21. November bis 21. Dezember 2016 können sich Besucher auf dem Alten Markt bei einem Glas Eierpunsch oder heißer Schokolade auf die Festtage einstimmen. Neu in diesem Jahr sind die im schwedischen Stil gefertigten Weihnachtshütten, in denen jede Menge Geschenkideen wie Holzarbeiten, Spielzeug oder selbst gezogene Kerzen feilgeboten werden. Offiziell eröffnet wird der Wismarer Weihnachtsmarkt am 26. November mit der Ankunft des Weihnachtsmannschiffes am Hafen. Der historische Weberglockenmarkt in der Innenstadt Neubrandenburgs zieht mit seinem nostalgischen Charakter sowie zahlreichen Familienangeboten große und kleine Besucher an. Vom 24. November bis zum 21. Dezember 2016 locken ein großer festlich geschmückter Weihnachtsbaum, Fahrgeschäfte sowie Stände mit Kunsthandwerk, Ofenbrot und Glühwein auf den Weberplatz. In der Glockenstube in der Turmstraße befindet sich ein Aktionszentrum für Kinder und Familien. Hier können Märchen geschaut und Geschenke, etwa aus Ton oder Papier, gebastelt werden.
Weitere Informationen: , , Mit Jolle und Jute: Weihnachtsmarkt in Greifswald
In der Hansestadt Greifswald eröffnet der Weihnachtsmarkt traditionell mit der Ankunft des Weihnachtsmannes, der hier ganz maritim mit dem Segelschiff fest macht. Nach dem Empfang des hohen Besuchs mit einem goldenen Sternenregen wartet auf Besucher vom 25. November bis 21. Dezember 2016 mit Kunsthandwerk, regionalen kulinarischen Spezialitäten und modernen Fahrgeschäften ein vielseitiges vorweihnachtliches Angebot rund um das Rathaus und den Fischmarkt. Ein buntes Rahmenprogramm mit Märchenwald, Nachtwächterführungen, Glühweinpartys und Vorleseabenden runden das familienfreundliche Angebot des Greifswalder Weihnachtsmarktes ab.
Weitere Informationen: Herzlich und Herzoglich: Ludwigsluster Wintertreiben
Eine weihnachtliche Reise zurück zu Herzogszeiten erleben Besucher zwischen dem 24. und 27. November 2016 in Ludwigslust: Geprägt von barockem Flair erwarten Gäste inmitten des historischen Stadtensembles einen Weihnachts- und Nussknackermarkt mit hochwertigem Kunsthandwerk, höfischer Musik und allerlei Naschereien. Kleine Besucher treffen im Märchenwald auf Fabelwesen und drehen im Karussell die ein oder andere Runde.
Weitere Informationen: Licht und Meer: Weihnachtliche Feste auf Usedom und Rügen
Besonders stimmungsvolle und dabei nicht selten überraschende Kulissen bieten sich auf den vielen großen und kleineren Weihnachtsmärkten auf den Ostseeinseln Usedom und Rügen. Auf Deutschlands größter Insel Rügen lädt zum Beispiel der inzwischen siebte Weihnachtsmarkt auf Schloss Ralswiek am 17. und 18. Dezember 2016 zu einem be- und verzaubernden Erlebnis ein. Bei kreativen Angeboten wie Holzspielzeug, Adventsfloristik oder Geschmiedetem finden Besucher garantiert noch die letzten fehlenden Weihnachtsgeschenke oder originelle Urlaubsmitbringsel. Im weihnachtlichen Ambiente des Marstalls und der Schlossanlage Putbus können bereits am 26. und 27. November 2016 kulinarische Spezialitäten genossen und regionales Kunsthandwerk erworben werden. Nur wenige Schritte von der Ostseebrandung entfernt wird im Ostseebad Binz der Mönchguter Weihnachtsmarkt „Engel, Licht und Meer“ veranstaltet. Vom 8. bis 11. Dezember 2016 präsentieren Aussteller rund um den hell erleuchteten Kurplatz und im Haus des Gastes ein Engelscafé, Weihnachtsmusik, eine Kindereisenbahn und einen Streichelzoo. Bastelangebote und Puppentheateraufführungen machen das Angebot des stimmungsvollen Winterfestes komplett.
Von adventlichen Konzerten über Kremserfahrten durch den Winterwald bis zu Punscherlebnissen am Strand reicht die Palette der für die Weihnachtszeit zusammengestellten Arrangements der Insel Usedom. Im Kaiserbad Ahlbeck findet zum Beispiel vom 25. bis 27. November 2016 der Kaiserbäder Weihnachtsmarkt mit Winterwanderungen, Weihnachtsmannbesuchen und Glühweinpartys statt. Vom 2. bis 4. Dezember 2016 lädt das Hotel „Das Ahlbeck Hotel & Spa“ zu einem Nikolausmarkt ein. In gemütlicher Atmosphäre kann an Ständen mit regionalem Kunsthandwerk gestöbert, dem Bansiner Posaunenchor gelauscht oder an der Nikolaussprechstunde teilgenommen werden. Rund um das Rathaus der Peenestadt Wolgast bieten vom 9. bis 11. Dezember 2016 Händler ihre dekorativen Waren und köstlichen Spezialitäten an. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Bläsermusik und Märchenrundgängen ergänzt das Wintertreiben.
Weitere Informationen: , , , , , Bernstein und Bratwurst: Weihnachtliche Märkte auf Fischland-Darß-Zingst
Ob im Museum, mit Boddenblick oder unter Künstlern: Idyllische Adventsmärkte mit kleinen Marktständen, liebevoller Dekoration und traditionellem Handwerk laden ab Ende November zu einem Ausflug auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ein. Am zweiten Adventssonntag (3. Dezember 2016) findet zum Beispiel im Ostseebad Wustrow der alljährliche Weihnachtsmarkt statt. Besonders die kleinen Gäste kommen bei Kinderpunsch, einem bunten Musikprogramm, bei Karussellfahrten und auf Hüpfburgen auf ihre Kosten. Das Hotel „The Grand Ahrenshoop“ im Nachbarort bietet zwischen dem 26. November und dem 18. Dezember 2016 den etwas Älteren eine Fundgrube an Geschenken für die Liebsten. Auf dem Museumshof in Zingst stimmen am 26. und 27. November 2016 Glockenspiele, Blasmusik, Kunsthandwerker und jede Menge Leckereien auf die festlichen Tage am Ende des Jahres ein.
Weitere Informationen: , , , Schlossromantik und Scheunenweihnacht: Adventsmärkte in der Seenplatte
Auf dem Alten Markt in Waren/Müritz geben vom 9. bis 11. Dezember 2016 Künstler und Handwerker Besuchern Einblicke in die Produktion ihrer Erzeugnisse. Bei weihnachtlicher Atmosphäre können Neugierige Bronzegießern über die Schulter schauen oder Handspinnerinnen bei ihrer Arbeit begleiten, bevor die kreativen Produkte den Weg unter den Weihnachtsbaum finden. Ein Bühnenprogramm, Schlemmerhütten, Kinderfahrgeschäfte und der Besuch des Weihnachtsmanns runden das familienfreundliche Angebot ab. Lebkuchenduft und Tannenaroma erfüllen die alten Gemäuer des Schlosses Ulrichshusen in der Mecklenburgischen Seenplatte an allen Adventswochenenden dieses Jahres. Liebevoll dekorierte Stände und Händler aus der Umgebung präsentieren in der beheizten Scheune des Guts ein umfangreiches Angebot aus Kunsthandwerk, Geschenkideen und jede Menge kulinarische Gaumenfreuden. Bereits zum 23. Mal findet 2016 der Adventsmarkt der Scheune Bollewick bei Röbel/Müritz statt. An den ersten drei Adventswochenenden locken Pfeffernüsse und handgebackene Bollewicker Stollen in die größte Feldsteinscheune Mecklenburgs, in der mehr als 80 Künstler, Hand- und Kunsthandwerker unter anderem auch Bernstein-, Holz- und Silberschmuck anfertigen und feilbieten.
Weitere Informationen: , , , Diese und viele weitere Weihnachtsmärkte, wie zum Beispiel auf der Burg in Neustadt-Glewe (2. bis 4. Dezember), im Kloster Zarrentin am Schaalsee (3. und 4. Dezember), auf dem Landgestüt Redefin (2. bis 4. Dezember) oder im Rahmen einer weihnachtlichen Landpartie auf Gut Brook im Klützer Winkel (25. bis 27. November) versprechen die richtige Kulisse für jedes Gemüt. Ein Überblick über alle Adventsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern ist im Veranstaltungskalender des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern unter zu finden.

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Trachtengruppe in Klockenhagen (Foto: pocha.de)

10. Nov 2016

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Tagung stärkt Traditionsbewusstsein in Mecklenburg-Vorpommern

Trend oder Tradition? Heimatbrauch oder Kitsch? Folklore oder Inszenierung? Zur Tagung „Tradition und Brauchtum und ihr Wert für den Tourismus“ treffen sich am 10. November etwa 100 Vertreter aus touristischen Institutionen, der Wirtschaft und Vereinen aus Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland, um sich über die Bedeutung von Traditionen für den Tourismus im Nordosten und neue Perspektiven für die Vermarktung auszutauschen. Mit dabei sind auch Experten aus zwei in diesem Zusammenhang erfolgreichen Regionen, aus dem Schwarzwald und aus dem Salzburger Land. Ziel der vom Landestourismusverband und dem Tourismusverband Vorpommern initiierten Veranstaltung ist es, Touristiker und Einheimische für die Themen Tradition und Brauchtum als touristische Potenziale zu sensibilisieren. Dazu wird auf der Konferenz unter anderem ein Thesenpapier verabschiedet. Die Tagung fungiert darüber hinaus als Auftakt für das Themenjahr 2017 „Tradition und Brauchtum“ des Urlaubsverbandes Mecklenburg-Vorpommern. „Bräuche sind Ausdruck von Tradition. Die industrielle Revolution, das ideologische System der DDR, ein wachsender Bildungsstand oder die Individualisierung der Menschen haben auch in Mecklenburg-Vorpommern zum Verdrängen vieler Bräuche geführt. In Bundesländern wie Bayern, aber auch in Österreich und der Schweiz ist dies anders“, erklärte Jürgen Seidel, Präsident des Landestourismusverbandes. „Zu fragen ist: Können wir in Mecklenburg-Vorpommern uns stärker auf Traditionen beziehen, um touristisch attraktiver zu sein und insgesamt eine stärkere Identität auszuprägen?“ Für immerhin etwa neun Prozent der Urlaubsgäste in Mecklenburg-Vorpommern waren laut der repräsentativen Gästebefragung Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus 2015/2016 Tradition und Geschichte ein Grund für die Reiseentscheidung. Auch bei den Urlaubsaktivitäten spiegelt sich das Interesse der Gäste an Traditionen und Bräuchen wider: 54 Prozent besuchen die Sehenswürdigkeiten des Landes, 20 Prozent besichtigen Museen oder Ausstellungen, 15 Prozent besuchen die UNESCO-Welterbe-Stätten, und 14 Prozent lassen sich auf Stadtführungen Land, Leute und Geschichte näher bringen. Der auch für Tourismus zuständige Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe, erklärte: „Bei uns kann man traditionelle Feste feiern, landestypische Spezialitäten genießen, historische Bausubstanz bewundern und traditionelle Handwerkstechniken erleben. Tradition und Brauchtum sind in Mecklenburg-Vorpommern touristische Standortfaktoren, um auf regionale Höhepunkte und Besonderheiten aufmerksam zu machen. Ich sehe in diesem Bereich noch viel Potenzial, um neue Impulse für den Tourismus zu setzen, unseren Städten und Gemeinden besondere Ausstrahlung zu geben und damit auch die regionale Identität zu stärken. So können wir neue Zielgruppen durch attraktive Angebote für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern begeistern.“ Zur Förderung und weiteren Qualifizierung des Landtourismus zwischen Ostseeküste und Seenplatte hat der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit dem Verein Landurlaub und dem Tourismusverband Vorpommern im Januar 2015 drei Netzwerkprojekte ins Leben gerufen, darunter das Projekt „Kulturelles Erbe im ländlichen Raum“. Tilo Braune, Vorsitzender des Tourismusverbandes Vorpommern, sagte: „Das Thema Tradition und Brauchtum birgt Potenziale zur weiteren Entwicklung des ländlichen Raums in Vorpommern. In der Gesellschaft verankerte Traditionen stellen das Besondere der Region heraus und können ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen Urlaubszielen sein. Die Themen, die mit dem Projekt, der Tagung und dem Themenjahr herausgearbeitet werden, sollen neue Anreize schaffen, die Region zu entdecken und wiederkehrende Gäste zu neuen Erlebnissen inspirieren.“ Um den Stellenwert gelebter Traditionen und Bräuche für das Themenjahr 2017 herauszuarbeiten und diese konkret in den Blick von Gästen zu rücken, werden im kommenden Jahr fünf Säulen die touristische Werbung zum Thema tragen: Handwerk mit Bootsbau oder Fischerei, gelebte Bräuche wie die plattdeutsche Sprache und das Tonnenabschlagen, das Landleben mit alten Gebäudeensembles oder Dorffesten, kulinarische Spezialitäten von Sanddorn bis Räucherfisch sowie maritime Traditionen vom Strandkorb bis zum Fischerkaten. Diese Themen bilden den Rahmen für authentische und erlebbare Produkte, die Gäste in das Land locken und dessen Profil schärfen sollen. Jürgen Seidel: „Veranstaltungen wie das Tonnenabschlagen oder die Zeesbootregatten, die Architektur mit regionalen Materialien wie Schilf oder Backstein, die Braukunst oder sogar das Fischbrötchen sind Merkmale, die wir lebendig halten und noch stärker positionieren müssen. Das Plattdeutsche kann gleichfalls im touristischen Marketing zu einem Prozess beitragen, in dem unsere Einwohner mehr Akzeptanz für den Tourismus entwickeln.“ Auf der Fachtagung in Liepen ordnet Prof. Dr. Martin Lohmann vom Institut „New Insights for Toursim“ (NIT) in Kiel die Bedeutung des Brauchtums für den Tourismus ein und arbeitet damit touristische Potenziale von Tradition und Brauchtum heraus. Der Initiator des Salzburger Bauernherbstes, Karl Riegler, und der Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, Christopher Krull, zeigen an ihrem jeweiligen Beispiel Wege zur Positionierung von Tradition im touristischen Umfeld auf. In weiteren Vorträgen erörtern Touristiker, welche Bräuche erhalten geblieben sind, und wie sie das Profil des Urlaubslandes beeinflussen: Wie helfen sie bei der Gewinnung neuer Gäste, und wie werden sie für diese erlebbar? Wie kann es gelingen, sie zu erhalten und an nachwachsende Generationen weiterzugeben? Lassen sich Traditionen mit Entwicklungen wie Digitalisierung und Internationalisierung vereinbaren? Um diese und weitere Fragestellungen in den Vordergrund zu rücken, wird im Rahmen der Fachtagung ein Thesenpapier verabschiedet, das unter anderem Touristiker, Heimatverbände und Unternehmen für das Thema sensibilisieren und deren Zusammenarbeit fördern kann. Thematisiert werden darin beispielsweise Traditionen und Bräuche als Bausteine für nachhaltigen Tourismus sowie der Wert von Traditionen für die Identität Mecklenburg-Vorpommerns, gerade auch im ländlichen Raum.

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