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05. Nov 2024
| Nr. 58
| Nachhaltigkeit
„Müll im Magen kann ich nicht vertragen“: Nachhaltigkeitsinitiative #natürlichMitVerantwortung nimmt Fahrt auf
Motivieren statt zu belehren: Im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative #natürlichMitVerantwortung hat der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern eine digitale Toolbox auf den Weg gebracht, mit deren Hilfe touristische Betriebe, Gemeinden, Gastgeberinnen und Gastgeber ihre Gäste zu naturbewusstem Verhalten im Urlaubsland bewegen können. So soll mit konkreten Verhaltensempfehlungen ein Beitrag zum Erhalt der imposanten Naturlandschaften Mecklenburg-Vorpommerns geleistet werden. Dazu Tobias Woitendorf, Tourismusbeauftragter des Landes und Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Natur erleben ist das Hauptmotiv für eine Reise nach Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb ist es der Tourismusbranche ein großes Anliegen, diese für Gäste und Einheimische gleichermaßen zu bewahren. Wir freuen uns deshalb über die Zusammenarbeit mit den Nationalparken Vorpommersche Boddenlandschaft und Müritz. Die Initiative #natürlichMitVerantwortung soll kleine Anstöße zu bewussterem Verhalten geben. Die neu entwickelte Toolbox hilft dabei. Sie ist ein Kommunikations-Werkzeugkasten zur motivierenden Ansprache der Gäste für einen respektvollen Umgang mit der Natur. Die mit dem so genannten Nudging-Ansatz entworfenen Botschaften greifen da, wo Verbotsschilder weniger wirken würden, weil sie besser einordnen und erklären.“
Ausschlaggebend für die Entwicklung der Toolbox waren sichtbar negative Verhaltensfolgen von einigen Gästen in den Nationalen Naturlandschaften trotz angebrachter Verbots- beziehungsweise Hinweisschilder. So hinterlässt ein kleinerer Teil der Besuchenden der Schutzgebiete Müll und verschmutzt damit die Umwelt, campt illegal und stört dadurch nachtaktive Tiere oder lässt Hunde frei herumlaufen und verjagt dadurch beispielsweise Bodenbrüter. Der Landestourismusverband entwickelte die Toolbox in einer in dieser Form neuartigen Zusammenarbeit mit zwei Pilotregionen, dem Müritz-Nationalpark und dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Das Projekt wurde von der Beratungsagentur Realizing Progress begleitet und der Werbeagentur WERK3 umgesetzt. Bereits im letzten Jahr wurde ein mit dem Titel „Tiger in MV gesichtet“ veröffentlicht, der für rücksichtsvollen Umgang mit und in der Natur sensibilisieren soll. Mit dem Aufsetzen der neuen folgt nun der nächste Schritt in der Initiative.
Inhalt und Nutzung der Toolbox
In der Toolbox wird eine umfangreiche Sammlung von kostenlosen Materialien, darunter Plakate, Social-Media-Vorlagen und E-Mail-Templates, angeboten, die gezielt auf die häufigsten Verhaltensprobleme in der Natur eingehen. Durch die Motive werden Themen wie Müllvermeidung, Brandschutz und das Verlassen von Wanderwegen abgedeckt. So werden Gäste durch ein Plakat, auf dem ein Dachs und der Satz „Müll im Magen kann ich nicht vertragen.“ abgebildet sind, daran erinnert, ihren Müll mitzunehmen. Die Nutzung der Toolbox ist kostenlos und benutzerfreundlich gestaltet: Nach einer einfachen Registrierung erhalten Nutzer sofortigen Zugang zu allen Vorlagen. Diese können heruntergeladen und bei Bedarf auch individuell angepasst werden.
Wissenschaftlich fundierte Erarbeitung mit Nudging-Ansatz
Für die Erstellung der Kommunikationsmaterialien in der Toolbox wurden zunächst Gäste in den Nationalparken Vorpommersche Boddenlandschaft und Müritz zu ihren Aktivitäten in den Schutzgebieten sowie zu geltenden Regeln befragt. Die Gäste antworteten auch auf die Frage nach der bevorzugten Informationsquelle für diese Regeln und stellten die Einschränkungen und Probleme, die durch das Verhalten anderer Nutzerinnen und Nutzer wahrgenommen wurden, heraus. Auf der Grundlage der Ergebnisse entstand die Initiative #natürlichMitVerantwortung, die auf die häufigsten und schwerwiegendsten Probleme durch falsches Gästeverhalten zugeschnitten ist.
Methodisch wurde dabei auf die Kommunikationsmethode „Nudging“ gesetzt, die darauf abzielt, Menschen durch kleine Anstöße zu einem klugen und verantwortungsvollen Verhalten zu bewegen, ohne ihre Entscheidungsfreiheit einzuschränken. „Die Nudging-Methode fußt auf dem Dreiklang ‚Motivieren, Erinnern, Vereinfachen‘“, sagte Woitendorf. Anstelle von Verboten würden positive Anreize geschaffen, die Besucherinnen und Besucher dazu anhalten, sich in der Natur achtsam zu verhalten.
Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gehört zu den ersten Anwendern
Die Verantwortlichen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft setzen die Toolbox in ihrer Kommunikation bereits ein: „Wir suchen immer wieder nach Lösungen für eine gute Lenkung der Besucher im Sinne des Schutzes der Natur. Das Zusammenwirken von Projekt-Akteuren mit verschiedenen Blickwinkeln hat Freude gemacht, neue Impulse gegeben und vor allem zu wirkungsvollen neuen Anstößen geführt“, sagte Katrin Bärwald, Sprecherin des Nationalparkamtes Vorpommern. „Wir hoffen auf viele weitere Nutzer der Toolbox. Die Zusammenarbeit mit den Nationalparken war für beide Seiten sehr wertvoll, denn wir haben uns gemeinsam einer Herausforderung gestellt und eine Lösung gefunden, von der alle profitieren; eine Win-win-Situation“, sagte Woitendorf abschließend.
Weitere Informationen und Zugang zur Toolbox:
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23. Okt 2024
| Nr. 56
| Pressemitteilungen
+++ Meck-Pomm Short News Oktober +++
Im Ostseeheilbad Zingst auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst versteigert die Kur- und Tourismus GmbH Zingst in Kooperation mit dem Foto-Service CEWE am 24. Oktober um 13:00 Uhr erstmals 20 Strandkörbe. Gäste erhalten die Möglichkeit, auf einen originalen Zingster Strandkorb zu bieten, auf dessen Rückseite zusätzlich ein auf einer witterungsbeständigen Platte gedrucktes Foto montiert ist. Die Bilder sind 100 mal 80 Zentimeter groß und stammen aus dem „CEWE Photo Award“, dem nach Angaben des Veranstalters größten Fotowettbewerb der Welt. Aktuell sind die Strandkörbe in der Strandstraße ausgestellt und können nach der Ersteigerung sofort mitgenommen werden. Die Erlöse werden an den „Verein zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V.“ in Greifswald gespendet.
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17. Okt 2024
| Nr. 55
| Neues aus den Regionen
Ausstellung in Kunstmuseum Schwaan zu Künstlerkolonie Barbizon
Am 16. November 2024 wird im Kunstmuseum Schwaan die Ausstellung „Barbizon. Wiege der modernen Landschaftsmalerei“ eröffnet. Barbizon ist ein kleines Dorf am Rand des Waldes von Fontainebleau rund 60 Kilometer südlich von Paris. „Barbizon gilt mit dem Gründungsjahr um 1830 als die erste Künstlerkolonie in Europa“, sagte die Leiterin des Kunstmuseums, Annette Winter-Süß. Die Kolonie sei von Künstlern gegründet worden, die von Paris kommend die Natur gesucht haben, um dort im Freien malen zu können. Auch französische Könige seien von der idyllischen Natur beeindruckt gewesen.
Barbizon werde als die Wiege der modernen Landschaftsmalerei angesehen und wurde auch unter dem Namen „Schule von Barbizon“ bekannt. Die Künstler dieser Schule propagierten eine realistische Sicht auf die Landschaft, bekannt als „paysage intime“. In den späten 1860er-Jahren hätten junge französische Künstler wie Claude Monet (1840- 1926), Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) und Alfred Sisley (1839-1899) den Wald von Fontainebleau besucht, um die Landschaft zu malen und entwickelten in den 1870er-Jahren den Impressionismus.
Die Schwaaner Ausstellung zeigt nun 40 Werke von herausragenden Künstlern der Kolonie, die erstmals Frankreich verlassen werden. Sie bietet damit die seltene Gelegenheit, in die Welt von Barbizon einzutauchen, wie Winter-Süß berichtete. Allen Werken sei gemein, dass sie beste Beispiele für die Landschaftsmalerei sind.
Zu sehen seien beispielsweise Werke von Jean-François Millet (1814-1875) und Théodore Rousseau (1812-1867), zwei der Hauptvertreter der Künstlerkolonie Barbizon. Ihre Gemälde würden etwa im Pariser Musée d´Orsay oder im Louvre gezeigt. Auch Jean-Baptiste Camille Corot (1796-1875), Narcisse Diaz de la Peña (1807-1876) oder Charles-François Daubigny (1817-1878) gehörten zu den Künstlern, deren Gemälde in Schwaan zu bewundern sind.
Inzwischen gebe es in ganz Europa mehr als 40 Künstlerkolonien, die Kolonie in Schwaan sei rund 50 Jahre nach Barbizon gegründet worden. Neben dieser gemeinsamen Kunstgeschichte verbinde die beiden Kommunen seit zwei Jahren eine Städtegemeinschaft. Anfang Oktober seien sechs Künstlerinnen und Künstler aus dem Landkreis beziehungsweise der Hansestadt Rostock erstmals nach Barbizon zu einem Austausch gereist, berichtete die Museumschefin. Sie hätten die Gelegenheit genutzt, um in der Gemeinde und dem naheliegenden Wald von Fontainebleau der Landschaftsmalerei unter freiem Himmel nachzugehen. „Wir wollen noch auf anderen Gebieten Gemeinsamkeiten suchen und die gemeinsame Identität vor allem für junge Menschen erlebbar machen“, sagte Winter-Süß. Die Ausstellung ist bis zum 23. Februar 2025 zu sehen.
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17. Okt 2024
| Nr. 55
| Neues aus den Regionen
Wasserschloss Quilow ist wieder ein Ausflugsziel
Seit Juni dieses Jahres ist das Wasserschloss Quilow, 15 Kilometer nordwestlich von Anklam, wieder in Betrieb. „Für uns ist das ein Ort für Familien und Kultur. Wir wollen, dass wieder Leben reinkommt“, sagte Kirsten Thon. Sie ist die Mutter des Betreibers Victor Thon. Im Mittelpunkt stehe das Café, das zunächst wöchentlich von Donnerstag bis Sonntag geöffnet ist. „Wir haben selbstgebackenen Kuchen und Snacks. Und wir bieten nur die Speisen an, die wir selbst gerne essen.“ Dazu gehöre aktuell eine Herbstsuppe. In Kürze würden dann passend zur Jahreszeit Bauerntopf, Wildgulasch oder Wildeintopf dazukommen.
Bis sich alles eingespielt hat, werde die Speisekarte sehr übersichtlich sein. Hintergrund sei, dass kein Essen weggeworfen werden soll. „Zudem wird bei uns Regionalität sehr großgeschrieben“, berichtete die gebürtige Erzgebirglerin Thon. Alle Zutaten seien von Bauern in der Region.
Das 1575 gebaute Schloss, von dessen früherem Wassergraben nicht mehr alles erhalten ist, sei gleichzeitig ideal für Veranstaltungen jeglicher Art. „In unserem Trausaal sind Karaoke-Abende, Geburtstage, Klassentreffen, Lesungen, Konzerte oder Weihnachtsfeiern und natürlich Trauungen möglich“, zählte Thon auf. Der Raum sei im Dach und biete einen Extrazugang sowie Platz für bis zu 40 Personen. Zudem könnten drei Nebenräume genutzt werden. Übernachtungen seien derzeit allerdings noch nicht möglich. Im nahen Gutshaus Schlatkow stünden Zimmer bereit.
In der Mitte des Schlosses sei eine Ausstellung zu sehen. Dort gehe es um die lange Geschichte des Renaissance-Schlosses und die Veränderungen in der Quilower Gutswirtschaft in den vergangenen vier Jahrhunderten, sagte Thon. „Wie sah das Leben der Gutsherrschaft aus und wie das Leben der Untergebenen?“ Anhand von Ofenkacheln und Cremedosen, Porträts und Schnappschüssen, Leichenpredigten oder persönlichen Erinnerungen könnten die Besucher viel über Privilegien und erdrückende Dienstpflichten, Erfolge und Niederlagen vergangener Zeiten erfahren. Da das Wasserschloss ein offenes Haus sei, werde dafür auch kein Eintritt verlangt.
Das Wasserschloss Quilow zählt den Angaben zufolge zu den wenigen erhaltenen Herrenhäusern der Renaissance in Vorpommern und gilt als Denkmal von nationalem Wert. Nach der Wende erging es dem Schloss 30 Jahre lang wie vielen anderen Gutshäusern in der Region und litt unter Leerstand, Verfall und fehlgeschlagenen Sanierungsbemühungen. Nach einer umfangreichen Sanierung konnten ab dem Jahr 2020 für zwei Jahre wieder Besucher ins Haus. Nach wiederum zweijährigem Leerstand übernahm die Familie Thon dann das Denkmal.
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17. Okt 2024
| Nr. 55
| Neues aus den Regionen
Mehrere Hundert Menschen bei großer Halloween-Party in Warnemünde erwartet
In Warnemünde wird mit der großen Halloween-Party am 31. Oktober eine junge Tradition fortgesetzt. Im Kurhausgarten treffen sich zum dritten Mal mehrere Hundert Kinder, Jugendliche und Erwachsene und bereiten sich auf ihr späteres Einsammeln von Süßigkeiten vor, das mit Einbruch der Dunkelheit beginnt, berichtete der Organisator Martin Boldt. Das Familienfest richte sich neben den Einheimischen auch an die zahlreichen Gäste der Stadt, die den Feiertag und den anschließenden Brückentag zu einem Aufenthalt an der Ostsee nutzen.
An verschiedenen Ständen könnten Masken gebastelt oder Gesichter geschminkt werden. Das Fest starte um 13:00 Uhr mit einer Show der Tanzgruppe „Kleine Perlen aus Groß Klein“. Der Sportverein SV Warnemünde präsentiere sich mit einem vielfältigen Spieleangebot und biete unter anderem Balancieren auf Slacklines, Mini-Tischtennis oder Zielwerfen an. Darüber hinaus könnten sich die Besucher paarweise auf dem Bungeerun messen. „Gewonnen hat der, der das Seil am weitesten spannen kann, bevor er nach hinten gerissen wird“, erklärte Boldt das Spiel.
Zu jeder vollen Stunde werden Künstlerinnen und Künstler der Oakleaf Streetshow als schaurige Gestalten durch den Kurhausgarten wandeln. Das Besondere sei, dass sie jeweils eine halbe Stunde lang als Walking Acts auf Stelzen unterwegs sind. „Ihre Verkleidung zu Drachen oder Spinnenlady fällt dadurch besonders auf.“
Musikalisch werde es auch, dank der Band Gode Tider, die tanzbaren Blues, Country und Rock präsentiert. Das Fest werde abgerundet durch den Auftritt der „Murkels“. Das seien freundliche und zottelige Wesen, die in einer Düne am Ostseestrand in der Nähe von Rostock leben. Sie liebten es, lustige Kinderlieder zu singen und Geschichten zu erzählen.
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17. Okt 2024
| Nr. 55
| Neues aus den Regionen
Kunstmarkt in Wismarer St.-Georgen-Kirche am dritten Adventswochenende
Bereits zum 29. Mal findet vom 13. bis 15. Dezember 2024 der Kunstmarkt in der Wismarer St.-Georgen-Kirche statt. „Der Markt ist ein Treffpunkt von regionalen Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern“, sagte Mike Engelberg von der Stadt Wismar. Das hochwertige Angebot sowie das Flair der Kirche und der winterlichen Hansestadt würden jedes Jahr mehrere Tausend Menschen aus der Region und weit darüber hinaus anlocken. Die sehr gut erhaltene mittelalterliche Innenstadt Wismars mit ihren monumentalen Kirchen, dem Marktplatz und den sorgsam restaurierten Bürgerhäusern war zusammen mit der Hansestadt Stralsund im Jahr 2002 als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt worden.
Auch die St.-Georgen-Kirche gehört zu dem Ensemble. „Der imposante Innenraum der Backstein-Kathedrale bildet eine prächtige Kulisse für die 55 Stände der Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker“, sagte Engelberg. Die Beliebtheit des Marktes bei den Händlern zeige sich dadurch, dass mit dem vorhandenen Platzangebot die Nachfrage bei weitem nicht bedient werden kann. Viele der Händler hätten inzwischen ihre Stammkundschaft, die nur deswegen nach Wismar kommt.
Angeboten würden Holzkunstwerke, Schmuckkreationen, Keramiken, Filzarbeiten, Druckgrafiken oder Mode sowie viele verschiedene Produkte aus Metall, Leder, Glas oder Papier. „In jeder Qualität und in jedem Preissegment ist etwas zu finden.“ Die Regionalität zeige sich beispielsweise in der Verarbeitung von Muscheln, Sand, Steinen oder auch Treibholz. Von besonderem Reiz seien unter diesem Gesichtspunkt die Künstlerinnen und Künstler, die sich mit der Verarbeitung von Bernstein befassen. Wie in jedem Jahr werde ein buntes Rahmenprogramm aus Musik und Theater angeboten.
Am Freitagnachmittag (15. Dezember) wird dann die 18. Seemannsweihnacht veranstaltet. Dabei stechen mit Lichterketten geschmückte Schiffe in See. „Der geschichtliche Ursprung ist im Mittelalter zu suchen“, berichtete Martina Jorewitz vom Förderverein „Poeler Kogge“. Jedes Jahr kurz vor Weihnachten seien die Fischer auf ihren Booten mit Fackeln in See gestochen. „Sie haben damit so eine Art Erntedank gefeiert und dass sie über das Jahr hinweg wohlbehalten wieder nach Hause zurückgekehrt sind.“
Der Förderverein „Poeler Kogge“ habe diesen Brauch vor 18 Jahren wieder belebt und jedes Jahr locke das Event Tausende Gäste an. Zunächst gebe es ab 14.00 Uhr Lieder von einem Shantychor, dann folge gegen 15:00 Uhr ein Gebet der Pastorin der St. Nikolai-Kirche. Gegen 16.00 Uhr werden dann die beleuchteten Schiffe für etwa zwei Stunden auslaufen.
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17. Okt 2024
| Nr. 55
| Neues aus den Regionen
Stralsunder Tapetensaal wieder für Besucher geöffnet
Mit Beginn der kalten Jahreszeit bietet die UNESCO-Welterbestadt Stralsund von November an jeden Samstag wieder Stadtführungen an, die den Besuch des Hackertschen Tapetensaals im Olthofschen Palais beinhalten. „Der Saal ist ein ganz besonderes kunsthistorisches Kleinod“, berichtete Stadtführer Uwe Drafz. An drei Wandseiten bildeten die gemalten Architekturelemente Öffnungen für sechs Gemälde mit einer Größe von etwa zwei mal einem Meter. „Wer den Saal betritt, sieht hauptsächlich Elblandschaften.“ Der Landschaftsmaler Jakob Philipp Hackert (1737–1807) habe der Hansestadt Stralsund ein bedeutendes Kunstwerk des Klassizismus hinterlassen.
Bisherigen Erkenntnissen zufolge hatte 1762 der Eigentümer und schwedische Regierungsrat Baron Adolf Friedrich von Olthof (1718–1793) dem damals noch unbekannten Hackert den Auftrag erteilt, den Raum zu gestalten. „Für seine Tapeten bemalte Hackert eine mit Papierbögen beklebte Wandbespannung aus Leinwand und verwendete dafür Temperafarben“, sagte Drafz.
Hackert selbst sei den Erkenntnissen zufolge nie in Sachsen gewesen, er habe seine Zeichnungen nach den Vorlagen anderer Gemälde gefertigt. Im etwa 50 Quadratmeter großen Tapetensaal ist nun eine Stadtansicht von Dresden mit der Frauenkirche, dem Stadtschloss und den Elbauen zu sehen. Ein zweites Bild zeigt die Burg Schreckenstein im heutigen Ústí nad Labem in Tschechien. Weitere Objekte sind die Festung Königstein im Elbsandsteingebirge sowie die Stadt Tharandt südwestlich von Dresden. „Bei einem Bild handelt es sich um eine italienische Ideallandschaft mit Tempelanlage und Gondeln und beim sechsten Bild ist der zentrale Teil nicht mehr vollständig vorhanden.“ Im 19. Jahrhundert wurde für den Einbau eines Kachelofens ein etwa ein Meter breiter Streifen herausgeschnitten, wie Drafz erklärte.
Der Saal selbst mute wie ein antiker Pavillon an, von dem aus der Blick in die Natur fällt. Auch der Saalboden, der ebenfalls Hackert zugeschrieben wird, sei bemerkenswert. „In seiner Malweise erscheint er wie ein viereckiges Becken und steigert damit die Wirkung des Saals zusätzlich.“ Dieser Fußboden sei in den 1970er Jahren überraschend entdeckt worden. Daraufhin wurde die Wiederherstellung des Saals beschlossen. Bei der Restaurierung von 1984 bis 1988 sei allerdings ein giftiges Holzschutzmittel verwendet worden, was die jahrelange Sperrung des Hauses zur Folge hatte. „Erst seit dem Ende der Komplettsanierung 2011 ist der Saal wieder zugänglich“, sagte Drafz. Wegen den besonderen klimatischen Bedingungen und zum Schutz der Tapeten sei der Zugang zeitlich allerdings sehr beschränkt.
Der Tapetensaal ist nur ein Teil des Ganges durch die Weltkulturerbestadt. „Die mittelalterliche Struktur ist noch wunderbar erhalten“, sagte Drafz. Zum Rundgang gehörten beispielsweise die drei großen Kirchen der Stadt und das Rathaus, zudem sei ein mittelalterliches Haus auch von innen zu sehen. Der Olthofsche Palais ist heute Sitz des Welterbe-Managements und beherbergt im Erdgeschoss die Welterbe-Ausstellung.
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17. Okt 2024
| Nr. 55
| Neues aus den Regionen
Mehr Kraniche rasten im Müritz-Nationalpark
Im Müritz-Nationalpark sind aktuell so viele Kraniche zu beobachten wie noch nie. Die starken Regenfälle der vergangenen Wintermonate haben augenscheinlich auch die Lebenssituation der Kraniche im Müritz-Nationalpark verbessert. „Im Frühjahr konnten wir eine Erholung der Wassersituation beobachten, von der letztlich auch die Kraniche etwa in der Brutsituation profitieren“, sagte Nationalpark-Sprecher Eike Lucas. Unter den teils viel zu trockenen Jahren der jüngeren Vergangenheit hatte auch die Natur im Nationalpark zu leiden.
Auch eine Zunahme der Rastvögel im Vergleich zu den Vorjahren sei in diesem Jahr deutlich zu spüren, berichtete Lucas. Die Nationalpark-Besucherinnen und -Besucher könnten noch bis Ende Oktober in Führungen nahe an die Rastplätze beim Rederangsee geführt und könnten dann die Tiere in Ruhe beobachten.
Die Führungen, an denen pro Gruppe maximal 25 Personen teilnehmen können, beginnen täglich um 16:00 Uhr am Nationalpark-Service in Federow. Die Teilnahme für die rund dreistündige Tour kostet pro Person 19 Euro, für Kinder zwischen 7 und 15 Jahren neun Euro. Unter könnten die Touren gebucht werden. Sowohl die Kranichrast als auch die Hirschbrunft seien Natur-Highlights im Nationalpark, sagte Lucas. „So nah kommt man Tieren in der freien Wildbahn sonst selten.“
Bei der jüngsten Zählung am ersten Oktoberwochenende seien knapp 14.300 rastende Tiere gezählt worden. Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitraum nur rund 8.500 und im Jahr 2022 etwa 10.500. Alljährlich sammeln sich die Kraniche in der Mecklenburgische Seenplatte zum Weiterflug in die Winterquartiere. Die aktuell hohe Zahl der „Vögel des Glücks“ zeige eine allgemein gute Entwicklung in den Beständen der Tiere auf, so Lucas.
Auch die Zahl an Kranichbruten an der Müritz nehme generell seit Jahren zu. „Das nasse Frühjahr bot auch beste Bedingungen für einen guten Bruterfolg dieses Jahr.“ Die Elterntiere bräuchten höhere Wasserstände, um ihre Brut sicher aufziehen zu können. Vor gut 20 Jahren seien nur 25 Brutpaare gezählt worden, bei der letzten umfangreichen Erfassung im Jahr 2021 seien es mehr als 150 gewesen. Allerdings würden die Brutpaare nicht mehr jährlich erfasst, sondern nur noch alle drei Jahre, sagte Lucas.
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10. Okt 2024
| Nr. 54
| Pressemitteilungen
Lebenswerk und Innovation: Helmuth Freiherr von Maltzahn und Sea Ranger MV erhalten Tourismuspreis Mecklenburg-Vorpommern
Den Tourismuspreis Mecklenburg-Vorpommern für das Lebenswerk erhielt in diesem Jahr Helmuth Freiherr von Maltzahn. Der erste Preis in der Kategorie Innovation ging an die Sea Ranger MV. Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern und der ADAC Hansa als Exklusiv-Partner haben den Preis in diesem Jahr zum dritten Mal gemeinsam in den zwei Kategorien vergeben. Schirmherrin ist Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.
Helmuth Freiherr von Maltzahn erhielt den Preis in Form einer Bronzefigur des Heiligen Christophorus, dem Schutzpatron der Reisenden, am 10. Oktober im Rahmen der MV-Tourismustage im Radisson Blu Hotel in Rostock. Den Preis nahm Konrad Orsini-Rosenberg, Managing Director at Schloss und Gut Ulrichshusen, in Vertretung entgegen. Die Plastik wurde vom Künstler Thomas Jastram gestaltet. Damit verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro, das satzungsgemäß durch den Preisträger einem gesamtgesellschaftlich anerkannten, gemeinnützigen Zweck zugeführt werden soll. Dazu Birgit Hesse, Präsidentin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Helmuth Freiherr von Maltzahn engagiert sich in Mecklenburg-Vorpommern in beispielhafter Weise für den Kulturtourismus in Verbindung mit Denkmalschutz und Wirtschaftsförderung wie auch für die Bewahrung und Förderung des kulturellen Erbes. Sein Engagement hat entscheidend dazu beigetragen, Mecklenburg-Vorpommern als kulturelle Destination über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen.“
Helmuth von Maltzahns Herz schlägt für Mecklenburg. Er setzt sich seit mehr als 30 Jahren besonders für die kulturelle und touristische Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns ein. Sein zentrales Engagement galt der Restaurierung des Gutshauses Ulrichshusen, das er seit den 1990er Jahren zu einem bedeutenden Veranstaltungsort für Konzerte und Events, vor allem der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ausgebaut hat. Diese Initiative hat nicht nur zur Belebung der regionalen Kulturszene beigetragen, sondern auch den Kulturtourismus in der Region und im ganzen Land gestärkt. Darüber hinaus trägt er etwa im Vorstand der Stiftung Mecklenburg dazu bei, das kulturelle Erbe der Region zu bewahren und zugänglich zu machen sowie das Bewusstsein dafür zu fördern. Helmuth von Maltzahn ist als Honorarkonsul für Polen tätig und unterstützt so die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Polen und Mecklenburg-Vorpommern. Die Jury würdigte sein gesamtes Engagement, das Denkmalschutz, Kulturförderung und internationale Zusammenarbeit auf einzigartige Weise verbindet, womit der Preisträger sowohl die wirtschaftliche Entwicklung als auch das kulturelle Erbe der Region nachhaltig unterstütze. „Helmuth Freiherr von Maltzahn ist ein kluger Unternehmer und äußerst geschickter Netzwerker, ein Freund der Künste und Architektur, traditions- und geschichtsbewusst, er ist ein Mann mit Visionen, und mit seiner Tatkraft spornt er uns an mitzuwirken“, so Birgit Hesse weiter.
Der Verein Sea Ranger MV gewinnt ersten Platz in der Kategorie Innovation
Mit dem ersten Platz in der Kategorie Innovation wurde der Verein Sea Ranger MV ausgezeichnet. Der Preis wurde in Form einer Statue verliehen, die von der in Stralsund geborenen und mit dem Rostocker Kunstpreis 2021 ausgezeichneten Künstlerin Stine Albrecht gestaltet ist. Um den Beruf des Küstenfischers trotz sinkender Fangquoten attraktiv zu halten, Nachwuchs zu gewinnen und ein Aussterben dieses jahrhundertealten Berufes zu vermeiden, wird seit Oktober 2023 in MV erstmalig eine Zusatzausbildung zum „Fachwirt Fischerei und Meeresumwelt“ angeboten; ein Ansatz, der in der Fischereigenossenschaft Wismarbucht eG entwickelt wurde. Mit dem Verein Sea Ranger MV werden Umwelt- und Naturschutz mit gesellschaftlicher Verantwortung und innovativen Ansätzen verbunden und ein direkter Beitrag zum Schutz der maritimen Umwelt und der Ostsee geleistet. Das Projekt bietet jungen Menschen Perspektiven und ist Teil eines internationalen Netzwerks, das sowohl staatliche Institutionen als auch private Unternehmen und gemeinnützige Organisationen einbezieht und in dem umfassende Bildungsarbeit geleistet wird. „Die Arbeit des Vereins Sea Ranger MV kann dabei helfen, die Fischerei lebendig zu halten, damit einerseits Wissen und Fähigkeiten nicht über Bord gehen und damit andererseits Gerätschaften und Technik bewahrt werden“, sagte Ralf Trimborn, Vorstand für Tourismus und Reise des ADAC Hansa.
Den zweiten Preis in der Kategorie Innovation erhielt die Rostocker Ostsee Intensivpflege GmbH und Nurse Club GmbH für das Projekt „Ostsee inklusiv – ein Strand für alle“. Mit dem Hauptziel, die Barrierefreiheit und Inklusion in Rostock und im Strandtourismus in Mecklenburg-Vorpommern zu fördern und zu erweitern, machen die Preisträger die Ostsee für alle Menschen, einschließlich Personen mit Mobilitätseinschränkungen, zugänglich. So werden beispielsweise Strandrollstühle, Strandrollatoren oder ein rollstuhlgerechter Strandkorb bereitgestellt, um es Menschen im Rollstuhl zu ermöglichen, sich sicher und komfortabel am Strand und im Wasser zu bewegen. Die Hilfsmittel und Fahrzeuge werden den Nutzern kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit dem Projekt leistet die Ostsee Intensivpflege GmbH einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Barrierefreiheit und Inklusion im Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern.
Den dritten Platz in der Kategorie Innovation belegte die Aktion „Dein Türöffner“ des Tourismusverbandes Fischland-Darß-Zingst e. V., bei der erstmalig im Tourismus Beschäftigte 39 Angebote kostenfrei nutzen und so ihr Wissen über die Region erweitern konnten, in der sie tätig sind. Zwischen Mai und Juni 2024 hatten sie die Möglichkeit, den Vogelpark Marlow, das Deutsche Bernsteinmuseum, aber auch kleinere Angebote sowie alle Kur- und Erholungsorte der Region kennenzulernen. Mit 429 Arbeitnehmenden von 55 Unternehmen der Region nahmen nahm knapp ein Sechstel aller im Tourismus beschäftigten Arbeitnehmer teil. Der Innovationscharakter zeigt sich etwa in der Flexibilität oder in der der unkomplizierten digitalen Buchbarkeit. „Die heutigen Preisträger haben mit ihren innovativen Projekten gezeigt, wie in ganz verschiedenen Teilbereichen des Tourismus mit Kreativität ein hochwertiges und bereicherndes Angebot geschaffen werden kann, das den Wirtschaftszweig nachhaltig und zukunftsweisend gestaltet. Mit ihren Ideen setzen sie neue Maßstäbe, stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern und setzen bleibende Impulse für die wirtschaftliche und vor allem touristische Entwicklung,“ so Ralf Trimborn weiter.
Ehrennadel geht an Jane Bothe
In diesem Jahr wurde Jane Bothe, Steuerfrau des Segelschiffs „Weisse Düne“, mit der Ehrennadel für besondere Verdienste im Tourismus ausgezeichnet. Ihre Netzwerkarbeit hat den Tourismus in der Region um Wolgast und Usedom entscheidend beeinflusst und vorangetrieben. Als stellvertretende Vorsitzende des Skål Club Usedom, im Rotary Club Ueckermünde-Pasewalk und im Tourismusverband Vorpommern engagiert sie sich unter anderem für die Ausbildung von Fachkräften und für nachhaltigen Tourismus.
Helmuth Freiherr von Maltzahn (Lebenswerk) und der Verein Sea Ranger MV (Innovation) reihen sich ein in die Liste von Persönlichkeiten, Institutionen und Produktionen, die den Tourismuspreis Mecklenburg-Vorpommern seit seiner Einführung 2010 erhielten:
2010 Professor Gottfried Kiesow (†), Deutsche Stiftung
Denkmalschutz; Aktionsgemeinschaft „Freier Himmel“
2011 Professor Michael Succow, Biologe und Träger des Alternativen Nobelpreises
2012 Dr. Mathias von Hülsen, ehem. Intendant Festspiele Mecklenburg-Vorpommern;
Wolfgang Bordel (†), Intendant Vorpommersche Landesbühne
2013 Jost Reinhold, Jost-Reinhold-Stiftung
2014 Horst Rahe, Deutsche Seereederei
2015 Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
2016 Störtebeker Festspiele GmbH und Co. KG
2017 Jürgen Seidel, langjähriger Vorsitzender und Präsident des
Landestourismusverbandes sowie Minister für Tourismus MV
2018 SOKO Wismar
2019 Robert Dahl, Gründer Karls Erlebnisdörfer
2020 Peter und Sabine Rothe, Dorfentwicklung in Basedow
2021 Pandemiebedingter Ausfall MV-Tourismustage samt Verleihung Tourismuspreis
2022 Prof. Dr. Horst Klinkmann (Lebenswerk) und die Haffhus GmbH (Innovation)
2023 Klaus Tuscher (Lebenswerk) und das Coworking Festival (Innovation)
Über die Vergabe des Tourismuspreises und der Ehrennadeln entscheidet eine vom Landestourismusverband einberufene 13-köpfige Jury, die sich aus Vertretern der Branche, der Medien sowie der Wirtschaft zusammensetzt.
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10. Okt 2024
| Nr. 53
| Pressemitteilungen
MV-Tourismustage 2024: Neue Partner an Bord und regeneratives Wirtschaften im Fokus
Unter dem Titel „Regenerativer MV-Tourismus – Weichenstellungen für die nachfolgende Generation“ veranstaltet der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenarbeit mit dem Ostdeutschen Sparkassenverband (OSV), den Industrie- und Handelskammern Mecklenburg-Vorpommern, dem ADAC Hansa e. V. sowie touristischen Partnern aus MV am 10. und 11. Oktober die MV-Tourismustage im Radisson BLU Hotel Rostock.
Insgesamt werden mehr als 300 Gäste aus der Tourismusbranche, Politik, Wirtschaft sowie Medienvertreter erwartet. Neben der Tagung am ersten und den Workshops am zweiten Tag zählt die Verleihung des Tourismuspreises Mecklenburg-Vorpommern in den zwei Kategorien Lebenswerk und Innovation zu den Höhepunkten der diesjährigen MV-Tourismustage. Exklusiver Partner dafür ist erneut der ADAC Hansa.
Erstmals wird im Rahmen der MV-Tourismustage das Sparkassen-Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes mit aktuellen Analysen und spezifischen Kennzahlen für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt. Bewährt ist dafür die Zusammenarbeit mit der Tourismusberatung dwif-Consulting GmbH.
„Tourismus soll nicht nur ausbalanciert, sondern förderlich für eine Region sein. Nachhaltigkeit allein reicht nicht aus, wir müssen auch lokale Kreislaufwirtschaft, den Erhalt des kulturellen Erbes und natürlich die nachfolgenden Generationen mitdenken. Wir wollen mit den Tourismustagen ein tieferes Verständnis von der Maxime ‚Regenerieren statt verbrauchen‘ entwickeln. Dazu stehen handfeste Themen von heute auf der Agenda wie regeneratives Wirtschaften, Unternehmensnachfolge, künstliche Intelligenz und Fachkräfte“, sagte Birgit Hesse, Präsidentin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern.
„Tourismus ist für unser wunderschönes Land ein wichtiges Aushängeschild und ein entscheidender Wirtschaftsfaktor gleichermaßen. Wir unterstützen die Branche deshalb zielgerichtet und wirksam auf dem Weg zu einem nachhaltigen und gleichzeitig attraktiven Tourismus der Zukunft. Leuchtturmprojekte wie der Skywalk und die neuen Außenanlagen im Nationalpark-Zentrum Königsstuhl auf Rügen zeigen beispielhaft, wie das wachsende Bedürfnis der Gäste nach einem Naturerlebnis zur Stärkung unseres Tourismuslandes beitragen kann. Investitionen in saisonunabhängige Angebote sind weiter notwendig, um auch im Wettbewerb mit anderen Ländern mithalten zu können. Unsere Natur ist ein besonderes Argument im Werben um Gäste – nachhaltiger, regenerativer Tourismus ist deshalb nicht nur ein Trend, sondern auch die Basis für unseren zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg“, ergänzte Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern.
Zu den Impulsen auf den MV-Tourismustagen gehört eine Keynote mit anschließender Diskussionsrunde der renommierten Nachhaltigkeitsexpertin Tina Teucher, die das Thema regeneratives Wirtschaften mit Blick auf die Zukunftssicherung von Reiseregionen in den Mittelpunkt rückt. „Wenn Menschen reisen, wollen sie damit meist erstmal sich selbst erholen. Wenn sie aber darüber hinaus zur Regeneration von Natur, Gemeinschaften und Hoffnung beitragen können, schafft das entscheidende Mehrwerte als Pluspunkt für eine Destination“, sagte Teucher.
Als ausgewiesener Praxisexperte im Bereich „Regenerativer Tourismus“ wird Michael Duscher, Geschäftsführer der Niederösterreich Werbung, das Thema mit Praxisbeispielen untersetzen. Mecklenburg-Vorpommern pflegt seit vielen Jahren auch eine touristische Partnerschaft mit dem Bundesland Niederösterreich. „Regenerativer Tourismus geht über den Ansatz des nachhaltigen Tourismus hinaus und strebt an, Destinationen und Gemeinschaften zu stärken und zu erneuern, anstatt sie nur zu erhalten. In Niederösterreich haben wir uns genau dafür entschieden. Wir wollen die Potenziale, die unser Land besitzt, für viele erlebbar machen und Besucher:innen mit Orten und ihren Bewohnern:innen verbinden. Das ist für uns der Weg, den Tourismus in eine langfristig gesunde Zukunft zu führen“, sagte Duscher.
Darüber hinaus wird auf der Konferenz auch das Thema Unternehmensnachfolge gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern des Landes beleuchtet. Dabei wird die Nachfolgezentrale MV mit ihren Service-Leistungen, darunter das Nachfolger-Portal, vorgestellt.
Im Foyer des Veranstaltungshauses, dem Radisson BLU Hotel Rostock, werden verschiedene Zukunftsprojekte des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern und dessen Partner vorgestellt. So werden auf Roll-ups Ergebnisse der Ideenwerkstätten für eine einwohnerorientierte Tourismusentwicklung präsentiert (vgl.: ). Daneben können Gastgebende die Perspektive wechseln, in dem sie sich mit einem Rollstuhl fahrend oder mit Simulationsbrillen ausgestattet durch das Gebäude bewegen und dabei von den Herausforderungen, denen Menschen mit Behinderung ausgesetzt sind, erfahren. Des Weiteren wird es Informationen zum neuen Qualitätslosten mit Selbst-Check für das eigene Unternehmen (vgl.: https://qn.tourismus.mv/qualitaetslotse) geben. Nicht zuletzt stellt sich die Nachfolgezentrale MV mit ihrem Service vor.
Am Abend des 10. Oktober findet die Verleihung des Tourismuspreises Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenarbeit mit dem Exklusiv-Partner ADAC Hansa in den Kategorien Lebenswerk und Innovation und die Vergabe einer Ehrennadel für besondere Verdienste im Tourismus statt.
Tags darauf stehen folgende Workshops auf dem Programm: „Wege zu einem zukunftsfähigen Tourismus: Regeneratives Agieren und E-Mobilität“, „Digitale Transformation im Tourismus: Vertrieb und KI im Fokus“, „Die Zukunft der Tourist-Information“ sowie „Fachkräftesicherung im Kontext von KI und Nachhaltigkeit“. Hier erhalten Interessierte in kleinerem Rahmen Impulse für ihre Arbeit.
Hintergrund zum bisherigen Verlauf der Saison: Sommersaison auf hohem Niveau, Hoffen auf guten Herbst
Im den ersten sieben Monaten des Jahres wurden 4,52 Millionen Gästeankünfte (+2,8 Prozent im Vergleich zu 2023) und 18,5 Millionen Übernachtungen (+1,8 Prozent im Vergleich zu 2023) in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. Das ist für den oben genannten Zeitraum das zweitbeste Ergebnis nach 2019 (Rekordjahr). Im März und Mai wurden (u. a. bedingt durch die Lage der Feiertage an Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten) Rekordwerte bei den Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern erzielt. Zum Vergleich: In Deutschland wurden in den ersten sieben Monaten 280,3 Millionen Übernachtungen (+1,8 Prozent im Vergleich zu 2023) gezählt. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern in der Wachstumsdynamik im Mittelfeld im Bundesländerranking und zwar genau auf dem Deutschland-Niveau. Dennoch zeigte die letzte Branchenumfrage, dass es trotz der Zuwächse bei den Übernachtungen hierzulande viele zufriedene, aber auch viele unzufriedene Gastgebende gibt. Gesunkene Erträge (gaben 66 Prozent der Betriebe an) und die nach eigenen Angaben gesunkenen Gästezahlen (gaben 61 Prozent der Betriebe an) sind die maßgeblichen Nennungen, die die Unzufriedenheit begründeten.
So sieht es in den Reiseregionen aus
Fast alle Reiseregionen verzeichnen von Januar bis Juli Übernachtungszuwächse. Westmecklenburg (+4,5 Prozent) und Vorpommern (+2,9 Prozent), die Mecklenburgische Ostseeküste (+2,2 Prozent) und Rügen/Hiddensee (+0,9 Prozent). Die Mecklenburgische Seenplatte/Schweiz verbucht einen leichten Rückgang von 0,9 Prozent bei den Übernachtungen.
Internationaler Tourismus
Im internationalen Tourismus vermeldet das Statistische Amt von Januar bis Juli 2024 rund 219.000 Gästeankünfte (+11,2 Prozent zu 2023) und 570.000 Übernachtungen (+6,2 Prozent zu 2023). Zwar ist die Erholung gegenüber 2023 bei ausländischen Gästen weiterhin deutlich stärker zu spüren, als bei den Gästen aus dem eigenen Land, aber bis hin zur Erreichung des Vor-Corona-Niveaus wird es noch eine Weile dauern. Im Juli 2024 machte sich die Fußball-WM für den internationalen Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern eher negativ bemerkbar und führte zu rückläufigen Übernachtungszahlen (-5,6 Prozent), während in allen anderen Monaten dieses Jahres die Übernachtungen aus dem Ausland über den jeweiligen Vorjahreswerten lagen. Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV) arbeitet derweil weiter am Thema Internationalisierung. Im März dieses Jahres wurde die neue Strategie „Internationale Marktbearbeitung“ auf den Weg gebracht, um mittel- und langfristig das Aufkommen internationaler Gäste insbesondere aus den Märkten Österreich, Schweiz, Dänemark, Schweden, Norwegen, Niederlande, Polen sowie den USA zu steigern. Dieses Ziel soll in den europäischen Märkten mit Blick auf das Zusammenführen von Ressourcen über die Marktbearbeitung im Verbund passieren.
Herbst: Drei Millionen Übernachtungsgäste erwartet
Laut der aktuellen Branchenumfrage unter rund 300 touristischen Leistungsträgern in Mecklenburg-Vorpommern erwarten diese für die Herbstmonate ähnliche Nachfrage- und Auslastungsquoten wie im vergangenen Jahr. Nach Einschätzung des Landestourismusverbandes und mit Blick auf die gute Wetterlage in den vergangenen Wochen werden im Herbst insgesamt bis zu drei Millionen Übernachtungsgäste im Urlaubsland erwartet. Um dafür zusätzliche Impulse zu setzen und die Nachfrage zu stärken, hat der Landestourismusverband eine groß angelegte Herbstkampagne, vornehmlich in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, gestartet (vgl.: https://urlaubsnachrichten.de/artikel/landestourismusverband-verstaerkt-herbstkampagne).
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