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Umfragen

03. Sep 2025
| Nr. 50
| Pressemitteilungen
Branchenumfrage Sommer 2025: Mehrheit der Gastgebenden zufrieden
In der aktuellen Umfrage des Landestourismusverbandes mit rund 250 Teilnehmenden, darunter Beherbergungsbetriebe, gastronomische Einrichtungen, Freizeit- und Erlebnisanbieter sowie Tourist-Informationen und Kurverwaltungen, zeichnet sich sowohl für das erste Halbjahr als auch für den Verlauf der Hauptsaison ein positiveres Bild im Vergleich zum Vorjahr ab. Demnach sind mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Betriebe (sehr) zufrieden mit dem Verlauf der Hauptsaison (vgl.: 2024: 37 Prozent). 22 Prozent verhielten sich neutral; 24 Prozent sind (sehr) unzufrieden (vgl.: 2024: 42 Prozent). Ähnlich verhält es sich bei der Einschätzung für das erste Halbjahr: 45 Prozent der Betriebe sind (sehr) zufrieden; ein Viertel verhält sich neutral; nur 29 Prozent sind (sehr) unzufrieden.
Allerdings haben sich laut den Befragten betriebswirtschaftliche Kennziffern wie Umsatz und Ertrag in der Hauptsaison rückläufig entwickelt. Ebenso rückläufig waren laut Einschätzung der Befragten die Gästezahlen aus dem In- und Ausland. Eine gestiegene Preissensibilität (gaben 77 Prozent der Betriebe an), wechselhaftes Wetter (gaben 59 Prozent der Betriebe an) und kürzere Aufenthaltsdauern (gaben 53 Prozent der Betriebe an) wurden dabei als Top 3-Gründe für den Nachfragerückgang bei den Gästezahlen angeführt.
Neben Umfrageergebnissen zum Verlauf des Sommers liegen jetzt auch die Halbjahreszahlen vom Statistischen Amt vor. Demnach gab es per Juni 3,5 Millionen Ankünfte (+2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und 13,2 Millionen Übernachtungen (+0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) in Mecklenburg-Vorpommern. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommerns Übernachtungsentwicklung über der in ganz Deutschland (Dtl.: 223,3 Millionen Übernachtungen, +0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Dazu Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern: „Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen in Deutschland – das zeigen die steigenden Ankünfte, Übernachtungen und die längere Aufenthaltsdauer unserer Gäste eindrucksvoll. Der Tourismus ist Schaufenster unseres Bundeslandes und zugleich ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor: Er schafft Arbeitsplätze, stärkt die Regionen und ermöglicht Investitionen, von denen die Menschen im Land direkt profitieren. Gleichzeitig dürfen wir uns auf Erfolgen nicht ausruhen. Entscheidend für die Zukunft wird sein, neue Zielgruppen im Ausland zu gewinnen, Fachkräfte dauerhaft zu binden und die Akzeptanz für den Tourismus weiter zu stärken. So stellen wir sicher, dass Mecklenburg-Vorpommern auch künftig 365 Tage im Jahr attraktiv bleibt.“
Birgit Hesse, Präsidentin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, ergänzte: „Dieser Sommer war gefüllt mit zahlreichen Höhepunkten im Kultur- und Aktivbereich, viel Sonne im Juni, sehr wechselhaftem Wetter im Juli und längeren Sonnenschein-Perioden im Spätsommer. Mehr als vier Millionen Übernachtungsgäste haben ihren Urlaub zwischen Ostseeküste und Seenplatte verbracht. Der erste SailGP in Sassnitz, das sanierte Großherzogliche Palais in Neustrelitz, das modernisierte Meeresmuseum in Stralsund, aber auch neue Kulturformate wie das erste Literaturfestival in Graal-Müritz setzten dabei neue Akzente. Die Wiedereröffnung des Staatlichen Museums in der UNESCO-Welterbestadt Schwerin sowie die Eröffnung der Kranichwelten auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst bergen darüber hinaus Chancen, dass auch im Herbst viele Menschen nach Mecklenburg-Vorpommern reisen werden. Dazu soll auch eine Herbstkampagne () des Landestourismusverbandes beitragen.“
Lars Schwarz, Präsident des Dehoga MV, fügte hinzu: „Übernachtungszahlen und Ankünfte sind eine Seite der Medaille, die zwar einen Überblick ermöglichen, aber keinen realitätsnahen Einblick in die Betriebe zulassen. Betrachtet man mit der wirtschaftlichen Situation die Kehrseite der Medaille, belegen unsere Umfrage-Ergebnisse die dramatische Entwicklung der Branche: Der sinkende Umsatz (-4,8 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr muss bei der gesamtheitlichen Einordnung der Statistiken ebenso berücksichtigt werden wie der Fakt, dass ein Drittel der Betriebe befürchtet, in diesem Jahr in die Verlustzone zu geraten und zwei Drittel der Betriebe in den letzten Jahren notwendige Investitionen nicht durchführen konnten. Sinkende Umsätze, steigende Kosten in allen Bereichen (Personal, Lebensmittel, Energie) und eine angespannte Buchungslage setzen die Betriebe wirtschaftlich massiv unter Druck. Die geplante Mehrwertsteuersenkung ist bitter notwendig, um die öffentlichen Wohnzimmer der Gesellschaft zu erhalten.“
Wirtschaftliche Lage etwa auf Vorjahresniveau
52 Prozent der touristischen Betriebe (vgl.: 2024: 46 Prozent) schätzten die aktuelle wirtschaftliche Lage als (sehr) sicher ein, 35 Prozent (vgl.: 2024: 41 Prozent) verhielten sich neutral; als wirtschaftlich (sehr) gefährdet schätzten sich 13 Prozent (vgl.: 2024: 12 Prozent) der Befragten ein. Damit bewerten die Betriebe ihre wirtschaftliche Lage als etwas besser als im Vorjahr.
Gästezufriedenheit laut Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen
Die Gästezufriedenheit ist nach Einschätzung der Gastgebenden weiterhin hoch: In der aktuellen Saison schätzen 82 Prozent die Gästezufriedenheit als (sehr) hoch ein. Sie ist damit zum Vorjahr (72 Prozent) gestiegen. Elf Prozent verhielten sich bei der Frage neutral; sieben Prozent gaben an, dass nach ihren Einschätzungen die Gästezufriedenheit (sehr) niedrig ist.
Gäste geben weniger aus
Zwei Drittel der Befragten gab an, dass ihre Gäste im Vergleich zum Vorjahr weniger ausgeben. 29 Prozent sagten, sie gäben gleich viel aus; 5 Prozent sagten, dass sie etwas mehr ausgegeben hätten. Dabei stellten die Betriebe fest, dass die Gäste bei der Verpflegung (gaben 77 Prozent der Betriebe an), bei der Dauer des Aufenthaltes (gaben 70 Prozent der Betriebe an) sowie bei den Freizeitaktivitäten (gaben 44 Prozent der Betriebe an) sparen. Weitere Nennungen zum Sparverhalten beziehen sich auf das Shopping-Verhalten (gaben 31 Prozent der Betriebe an) sowie die Unterkunft (gaben 29 Prozent der Betriebe an).
Ausblick: Erwartete Auslastung für die kommenden Monate
Die Beherbergungsunternehmen erwarten für den September eine Auslastung von rund 67 Prozent, die damit etwas höher liegt als im Vorjahreszeitraum (64 Prozent). Sowohl für den Oktober (2025: 51 Prozent; 2024: 52 Prozent) als auch für den November (2025: 25 Prozent; 2024: 27 Prozent) liegt die erwartete Auslastung allerdings etwas niedriger als im Vorjahreszeitraum. Für den Tag der Deutschen Einheit, den viele Gäste zum Anlass für einen Kurzurlaub nehmen, wird eine Auslastung von 64 Prozent erwartet.
Landestourismusverband verstärkt Herbstkampagne
Mit Blick auf die abnehmende Auslastung im Herbst wirbt der Landestourismusverband im Rahmen seiner jährlichen MV-Kampagne für einen Urlaub in der Nebensaison im Nordosten. Mit einem Mix aus Print- und Online-Maßnahmen sollen dabei Gäste aus ganz Deutschland und insbesondere Reiselustige aus Nordrhein-Westfalen und der Metropolregion Berlin angesprochen werden. Durch zusätzliche Mittel in Höhe von 50.000 Euro wird diese noch einmal verstärkt. Unter dem Titel „Abschalten und Auftanken? Schnell nach Mecklenburg-Vorpommern“ sollen dabei zusätzlich Gäste aus den ostdeutschen Bundesländern zu einer Spontanreise in den Nordosten animiert werden. Tipps für den Herbsturlaub finden Interessierte unter .
Arbeitskräftemangel
Rund jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) ist laut Umfrage vom Arbeitskräftemangel betroffen. Das sind weniger als in den Vorjahren (vgl.: 2024: 42 Prozent, 2023: 40 Prozent, 2022: 49 Prozent). Den betroffenen Unternehmen fehlen vor allem Auszubildene (68 Prozent), Aushilfen (44 Prozent) sowie Teilzeitarbeitskräfte (36 Prozent). Bei den Vollzeitangestellten ist immer noch jede vierte Stelle (24 Prozent) unbesetzt. Die Mitarbeitenden in den betroffenen Unternehmen fehlen vor allem in der Küche (46 Prozent), im Service (45 Prozent), im Housekeeping (39 Prozent) sowie an der Rezeption (30 Prozent). „Die Unternehmen haben sich auf den Arbeitskräftemangel eingestellt, zum Beispiel, indem sie das Angebot oder die Öffnungszeiten angepasst oder Automatisierungsprozesse vorangetrieben haben. Einige Unternehmen haben ihr Geschäft auch aufgeben müssen. Insofern bleibt das Thema als eine der größten Herausforderungen auch im Tourismus bestehen“, sagte Hesse.
Knapp jedes zweite Unternehmen stellt sich auf internationale Gäste ein
Laut Umfrage hält knapp jedes zweite Unternehmen (44 Prozent) spezielle Angebote für internationale Gäste bereit. Das betrifft vor allem die Zahlungsmöglichkeiten (83 Prozent), mehrsprachiges Informationsmaterial (64 Prozent), mehrsprachige Internetseiten (58 Prozent), mehrsprachige Speisekarten (36 Prozent) und spezielle Speisen und Getränke (22 Prozent).
Mehr Internationalität durch Zusammenarbeit
Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV) arbeitet im Rahmen der Internationalisierungsstrategie derweil weiter daran, mehr Gäste aus dem Ausland für das Urlaubsland zu begeistern. Seit Juni dieses Jahres koordiniert der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern nunmehr alle vier geplanten Marketinginitiativen, die so genannten Marktpools, mit denen Werbeaktivitäten in für Mecklenburg-Vorpommern wichtigen Auslandsmärkten im Verbund organisiert werden. Rund 60 Beherberger, Anbieter von Freizeiteinrichtungen sowie Touristiker aus den Reisegebieten des Urlaubslandes werben dabei gemeinsam in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Skandinavien und Polen für Mecklenburg-Vorpommern. Zudem wurde die internationale Internetseite des Landestourismusverbandes, visit-mv.com, in englischer, niederländischer und polnischer Sprache neu aufgesetzt.
Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass der Veranstalter Eurotours das Angebot einer Flugverbindung ab Wien nach Rostock-Laage auch 2026 fortsetzt. Vom 9. Mai bis zum 12. September werden Flüge mit Air Nostrum, einer Tochter der Iberia Airline nach Mecklenburg-Vorpommern angeboten. Die Flüge mit Flugtag Samstag sind bereits buchbar.
UNESCO-Effekt in Schwerin spürbar
Seitdem das Schweriner Residenzensemble im Sommer 2024 in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen wurde, werden in touristischen Einrichtungen der Stadt steigende Besucherzahlen verzeichnet. Von Anfang Januar bis Ende Juli dieses Jahres besuchten rund 142.000 Gäste das Schlossmuseum, ein Plus von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Tourist-Information suchten rund 60.000 Menschen auf, ein Plus von rund acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mehr als 22.000 Gäste buchten Führungen in der Landeshauptstadt. Das sind rund 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Qualität weiter im Fokus: Koserow auf der Insel Usedom engagiert sich für Barrierefreiheit
Nachdem Glowe im letzten Jahr als zweiter Ort in Mecklenburg-Vorpommern die Auszeichnung „Tourismusort Barrierefreiheit geprüft“ erhalten hat, macht sich jetzt Koserow auf der Insel Usedom auf den Weg, diese Zertifizierung ebenfalls zu erhalten, um damit weitere Besuchergruppen anzuziehen. Es wäre damit der dritte Ort im Urlaubsland, der sich eingehend mit dem Thema Barrierefreiheit befasst. Voraussetzung dafür ist die Zertifizierung von mindestens zehn touristischen Angeboten (Mindestanforderung abhängig von Größe des Ortes) nach „Reisen für Alle“, der bundesweit einheitlichen Kennzeichnung für Barrierefreiheit, sowie die Entwicklung von drei so genannten Urlaubsinspirationen, die Gästen und Einheimischen mögliche barrierefrei gestaltete Erlebniswelten aufzeigen. Der Prozess soll im Oktober dieses Jahres abgeschlossen werden. Insgesamt können Gäste in Mecklenburg-Vorpommern aus 160 Orten, Einrichtungen, Angeboten und so genannten Urlaubsinspirationen wählen, die nach „Reisen für Alle“ zertifiziert sind. Lizenzgeber für das Zertifizierungssystem ist seit 1. Januar 2024 die Bayern Tourist GmbH.
So lief es bei größeren und kleineren bewährten und neuen Veranstaltungen
Die Organisatoren der 34. Hanse Sail zogen mit 500.000 Gästen (2024: 500.000) ein positives Fazit. Mit der Ausweitung des Festgeländes in die Innenstadt, der feierlichen Eröffnung mit einem Höhenfeuerwerk über der Ostsee vor Warnemünde und knapp 16.000 Menschen, die auf 120 Traditionsschiffen ausgefahren sind, habe das Fest laut Veranstalter nicht nur an die erfolgreiche Vergangenheit angeknüpft, sondern auch neue Perspektiven für die Weiterentwicklung der Traditionsveranstaltung aufgezeigt. Das 18. Umweltfotofestival »horizonte zingst« auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zog rund 25.000 Gäste an. Die Kur- und Tourismus GmbH Zingst verzeichnete großes Interesse der Gäste für die Vernissagen, Foto-Workshops, Foto-Talks, Multivisionsshows und Panels. Die Zingster Fotoschule beispielsweise verweist allein auf 800 Teilnehmende bei den Fotoworkshops. Im Ostseebad Kühlungsborn konnten die Veranstalter des SEA&SAND-Festivals einen Erfolg verbuchen: Das erste Mal seit Beginn des Festivals war die Veranstaltung an beiden Tagen ausverkauft. Im August fand die internationale Segelveranstaltung „SailGP“ zum ersten Mal in Deutschland statt: in Sassnitz auf Rügen. Insgesamt war das Event, das auch im nächsten Jahr fortgeführt wird, mit rund 13.000 Besucherinnen und Besuchern ausverkauft. Bei den Rad-Events gab es neue Formate wie etwa den Seaside Ride mit dem ehemaligen professionellen Radrennsportler André Greipel an der Mecklenburgischen Ostseeküste (mehr als 200 Starter und 2.000 Schaulustige). Das erste Literaturfestival in Graal-Müritz lockte zahlreiche Kulturinteressierte in das Ostseeheilbad.
Hintergrund: So verlief das erste Halbjahr 2025
Betriebsarten:
Im ersten Halbjahr vermeldeten die Hotels garnis (+4,9 Prozent), die Ferienwohnungen/-häuser (+4,4 Prozent), die Hotels (+3,5 Prozent) und die Vorsorge-/Rehakliniken (+1,3 Prozent) Übernachtungssteigerungen. Rückgänge bei den Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es bei den Ferienzentren (-13,2 Prozent), den Jugendherbergen/Hütten (-10,9 Prozent) und auf den Campingplätzen (-3,3 Prozent).
Regionen:
Das stärkste Plus bei den Übernachtungen verzeichnete Westmecklenburg (+3,7 Prozent), gefolgt von der Mecklenburgischen Ostseeküste (+3,4 Prozent). Zudem gab es auf Fischland-Darß-Zingst (+1,2 Prozent) und Rügen (+0,1 Prozent) Steigerungen bei den Übernachtungszahlen. Die Regionen Mecklenburgische Schweiz/Seenplatte (-0,2 Prozent), Usedom (-1,4 Prozent) und Vorpommern (Festland, -3,4 Prozent) liegen bei den Übernachtungen leicht unter dem Vorjahresniveau.
Weniger internationale Gäste im ersten Halbjahr
Von Januar bis Juni 2025 meldete das Statistische Amt rund 125.000 Ankünfte (-11,5 Prozent im Vergleich zu 2024, -15,9 Prozent im Vergleich zu 2019) und 352.000 Übernachtungen internationaler Gäste (-2,5 Prozent im Vergleich zu 2024, -13,3 Prozent im Vergleich zu 2019). Polen (48.000 Übernachtungen, +16,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) hat sich im ersten Halbjahr 2025 zum wichtigsten internationalen Markt für Mecklenburg-Vorpommern entwickelt und damit die Niederlande von der Spitze (44.000 Übernachtungen, -21,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) abgelöst. Aus der Schweiz (43.000 Übernachtungen,- 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und Schweden (23.000 Übernachtungen, -14,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) verzeichnete das Statistische Amt einen Rückgang. Die Übernachtungszahlen aus Österreich entwickelten sich positiv (+7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).
Städtetourismus
Folgende Entwicklung gab es in den sechs größten Städten: Während sich Wismar (+11,4 Prozent), Schwerin (+7,0 Prozent), Rostock (+6,4 Prozent) sowie Neubrandenburg (+2,9 Prozent) über überdurchschnittliche Übernachtungszuwächse freuen können; vermelden Stralsund (-6,5 Prozent) und Greifswald (-7,3 Prozent) deutlichere Übernachtungsrückgänge.
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18. Jun 2025
| Nr. 33
| Pressemitteilungen
Erste landesweite Studie zur Wertschöpfung durch den Kreuzfahrttourismus in Mecklenburg-Vorpommern
Das MV Cruise Net, ein 18 Partner*innen umfassendes Gemeinschaftsnetzwerk, dessen Ziel es ist, die Kreuzfahrtbranche in Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig zu vernetzen, hat nun erstmals die Wertschöpfung auf der Angebotsseite in vier Kategorien, das heißt bei Betrieben mit unmittelbarer Beteiligung am Kreuzfahrttourismus wie Reedereien und Häfen (Kategorie eins und zwei), bei Betrieben mit enger Beteiligung am Kreuzfahrttourismus wie Schiffsmakler und Logistikunternehmen (Kategorie drei) sowie bei Betrieben mit indirekter Beteiligung am Kreuzfahrttourismus wie Gastronomie und Einzelhandel (Kategorie vier), durch den Kreuzfahrttourismus im gesamten Bundesland untersuchen lassen. Die Ergebnisse werden am 18. Juni in der AIDA-Zentrale AIDA Home in der Hansestadt Rostock präsentiert. An der Online-Befragung, die durch die dwif-Consulting GmbH in Kooperation mit dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt wurde, nahmen 45 Unternehmen teil. Dazu Alexander Winter, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Mit der Studie können wir erstmals einordnen, wie viel Wertschöpfung der Kreuzfahrtbranche auf Anbieterseite im Land bleibt und wie weit verzweigt das Netz der Profiteure ist, angefangen bei den Häfen bis hin zu den Reiseagenturen.“
Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern, ergänzte: „Der Kreuzfahrttourismus ist ein wichtiges Standbein für unsere heimische Wirtschaft und ein Schaufenster für Mecklenburg-Vorpommern. Allein in Rostock begrüßen wir in diesem Jahr rund 500.000 Kreuzfahrtpassagiere – hinzu kommen zahlreiche Gäste kleinerer Kreuzfahrtschiffe in Wismar und Stralsund. Für viele von ihnen ist die Reise an Bord des Kreuzfahrtschiffes der erste Kontakt mit unserem Urlaubsland, auf den später viele weitere Besuche in Mecklenburg-Vorpommern folgen. So bringt jeder Anlauf eines Kreuzfahrtschiffs einen wertvollen wirtschaftlichen Effekt für unsere Hotellerie, Gastronomie und den Dienstleistungssektor und legt zugleich den Grundstein für zukünftige Umsätze.“
Das sind die Kernergebnisse:
Ökonomische Effekte für MV: Knapp eine halbe Milliarde Umsatz in Betrieben mit unmittelbarer Beteiligung am Kreuzfahrttourismus
Die Zahlen zu den ökonomischen Effekten bilden die Angebotsseite ab, sprich sie zeigen die Umsätze von 45 ausgewählten Unternehmen/Branchen in Bezug auf ihre Vorleistungs-Verflechtungen. Demnach generierten die Reedereien in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2023 einen Umsatz von rund 149 Millionen Euro durch die Kreuzschifffahrt. Davon werden fast 40 Prozent der Umsätze für Vorleistungen, darunter fallen unter anderem Kosten für Treibstoff beziehungsweise Landstrom, Logistik, Werbung oder Reparaturen, verwendet. 400 Millionen Euro beträgt der Umsatz in den Betrieben der Kategorie eins, das heißt mit unmittelbarer Beteiligung am Kreuzfahrttourismus. Durch den Kreuzfahrttourismus entstehen mehrere Millionen Euro Umsatz in den Häfen in Mecklenburg-Vorpommern. „Der Kreuzfahrttourismus in Mecklenburg-Vorpommern bringt nicht nur den Kreuzfahrthäfen, Werften und Reedereien wirtschaftliche Vorteile, sondern bietet auch zahlreichen weiteren Unternehmen vielfältige Chancen. In die Abfertigung eines Kreuzfahrtschiffes sind unterschiedlichste Dienstleister eingebunden: Dazu gehören unter anderem Schiffsmakler, Hafenlogistiker, Anbieter für Treibstoffversorgung und Lagerung, Ausflugsagenturen, Hostessen in den Terminals sowie Parkplatzanbieter für Kreuzfahrtgäste. Auch Unternehmen für Warentransport und die Belieferung der Schiffe mit Lebensmitteln und Konsumgütern sind direkt beteiligt. Darüber hinaus profitieren viele Unternehmen, die nur indirekt mit der Kreuzfahrtbranche verbunden sind. Verkehrsunternehmen übernehmen die An- und Abreise sowie den lokalen Personentransport der Gäste. Während der Landgänge profitieren Gastronomie, Einzelhandel und Freizeiteinrichtungen, aber auch lokale Reisebüros, Hotels, insbesondere im Vor- und Nachlauf der Reisen sowie im Rahmen von Businessaufenthalten für Mitarbeitende der Branche, sowie Dienstleister wie Werbe- und Eventagenturen zählen zu den Profiteuren des Kreuzfahrttourismus in der Region“, so Winter weiter.
Beschäftigungseffekte: Mindestens 2.800 beschäftigte Vollzeitäquivalente am Standort Mecklenburg-Vorpommern
Die Studie liefert auch Aussagen zu den Beschäftigungseffekten durch die Kreuzschifffahrt. Demnach gibt es 2.800 beschäftige Vollzeitäquivalente in den teilnehmenden Betrieben am Standort Mecklenburg-Vorpommern mit unmittelbarer und enger Beteiligung an der Kreuzschifffahrt. Über alle an der Kreuzschifffahrt unmittelbar beteiligten Unternehmen liegt die Zahl der Vollzeitäquivalente entsprechend höher. Insgesamt zeigte sich eine positive Entwicklung der Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterzahl: 43 Prozent der befragten Betriebe mit unmittelbarer Beteiligung an der Kreuzschifffahrt gab an, dass die Zahl der Beschäftigten in den letzten Jahren (deutlich) gestiegen ist. 57 Prozent berichtetet über stabile Beschäftigtenzahlen. Dirk Inger, Senior Vice President Public Affairs, Sustainability & Communication bei AIDA Cruises, sagte dazu: „AIDA ist nicht nur der größte Anbieter für Hochseekreuzfahrten mit einem Marktanteil von über 50 Prozent, sondern auch der drittgrößte Reiseveranstalter in Deutschland. Die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens war und ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern verbunden. Als der größte private Arbeitgeber in MV sind wir auch ein wichtiger Wachstumsmotor der Region.“
Hochseekreuzfahrt versus Flusskreuzschifffahrt
Bei der Frage nach der Bedeutung der Hochseekreuzfahrt im Vergleich zur Flusskreuzschifffahrt sagten rund ein Drittel der Befragten, dass die Hochseekreuzschifffahrt für ihr Unternehmen am Standort im Nordosten eine große Bedeutung hat, für 27 Prozent zudem noch eine mittlere Bedeutung, für 41 Prozent hat sie eine geringe beziehungsweise keine Bedeutung. Die Flusskreuzschifffahrt ist hingegen für nur zwölf Prozent ein wichtiges Geschäftsfeld; 15 Prozent messen ihr eine mittlere Bedeutung zu. Für mehr als die Hälfte der Teilnehmenden spielt die Flusskreuzschifffahrt keine Rolle. Abweichungen in den Aussagen dazu entstanden je nach Nähe zum Thema. So haben entsprechend der unmittelbaren Beteiligung am Kreuzfahrttourismus sowohl die Hochsee- als auch die Flusskreuzschifffahrt eine deutlich größere Bedeutung für Reedereien, Häfen und Werften. Während die Hochseekreuzschifffahrt jedoch für die Mehrheit dieser Betriebe eine große Bedeutung hat (70 Prozent), zeigt sich bezüglich der Flusskreuzschifffahrt ein differenziertes Bild: Demnach misst jeweils knapp die Hälfte (45 Prozent) dieser eine große beziehungsweise geringe Bedeutung zu. Die Betriebe mit enger Beteiligung wie etwa Schiffsmakler, Transport- und Logistikunternehmen messen der Hochseekreuzschifffahrt mindestens eine mittlere Bedeutung zu. Die Flusskreuzschifffahrt ist für Betriebe dieser Kategorie weniger wichtig. Für rund ein Drittel sind andere Geschäftsfelder bedeutsamer. Für 44 Prozent stellt die Kreuzschifffahrt keine Bedeutung dar. Der im Vergleich geringere wirtschaftliche Effekt der Flusskreuzfahrt und ihre entsprechend geringere Relevanz für die befragten Unternehmen lassen sich auf die kleinere Schiffsgröße zurückführen. Zudem ist der Anteil an Hochseekreuzfahrtgästen in Mecklenburg-Vorpommern deutlich höher als der von Flusskreuzfahrtgästen.
Die Mehrheit der Passagiere unternimmt individuelle Landgänge
Die Reedereien haben in der Studie auch Aussagen über die Aktivitäten der Passagiere gemacht. Demnach unternimmt die Mehrheit der Passagiere, die Landgänge unternehmen, individuelle Landgänge (87 Prozent); 13 Prozent nutzen organisierte Landgänge. Ausflüge in den Ort, der angelaufen wird und dessen Umgebung, Ausflüge überregionaler Art sowie Flanieren und Bummeln spielen während der Liegezeiten die größte Rolle.
Herausforderungen der Kreuzfahrtbranche: Umweltauflagen, Umsetzung nachhaltiger Technologien und hohe Treibstoffkosten rangieren ganz oben
Umweltauflagen/Schadstoffreduzierungen (97 Prozent), die Umsetzung nachhaltiger Technologien (96 Prozent) sowie die Energiekosten (100 Prozent) stellen (sehr) große Herausforderungen für die Branche dar. Auch der Arbeitskräfte-/ Fachkräftemangel (85 Prozent) ist ein großes Thema unter den Befragten. Drei Viertel der Betriebe sehen zudem (sehr) große Herausforderungen in den politischen Rahmenbedingungen. Hier wurden unter anderem Kriege und Terroranschläge angeführt.
Zukunft Kreuzschifffahrt: 37 neue Kreuzfahrtschiffe bis 2028
Laut Studie blicken 70 Prozent der teilnehmenden Betriebe kurzfristig (sehr) optimistisch in die Zukunft. Mittelfristig schauen 65 Prozent der Unternehmen (sehr) optimistisch in die Zukunft. Die befragten Unternehmen bewerten den Kreuzfahrttourismus als Wachstumsmarkt – sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch im Ostseeraum. Dabei geht knapp die Hälfte der Unternehmen davon aus, dass die Kreuzfahrtnachfrage in Mecklenburg-Vorpommern steigen wird. 27 Prozent gehen von einer konstanten Nachfrage aus. Diese optimistische Bewertung der Unternehmen wird auch durch den geplanten weltweiten Flottenausbau deutlich. Die Mitglieder des weltweit agierenden Branchenverbandes Cruise Lines International Association planen nach Angaben im State of the Cruise Industry Report (2024) für den Zeitraum von 2024 bis 2028 die Inbetriebnahme von 37 neuen Kreuzfahrtschiffen. Zwar wird dort davon ausgegangen, dass einige alte Schiffe aussortiert werden, gleichzeitig geht der Trend neben kleinen Luxusjachten von teils neuen Anbietern wie Ritz Carlton hin zu immer größeren Schiffen mit steigendem Passagiervolumen.
Hintergrund: MV Cruise Net
Ende 2021 ging das Gemeinschaftsnetzwerk MV Cruise Net an den Start. Ziel ist es, die Kreuzschifffahrtbranche in Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig zu vernetzen. Dazu pflegen die 18 im MV Cruise Net organisierten Partner*innen einen regelmäßigen Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Tourismus. Zu den bisherigen Ergebnissen im Rahmen der Netzwerkarbeit zählte unter anderem die Ausrichtung eines Parlamentarischen Abends am 5. September 2023 in Schwerin, bei dem Themen wie Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Zukunftsperspektiven auf der Agenda standen, sowie die Teilnahme an der Kongressmesse „Seatrade Europe“ in Hamburg. Zudem wurde im letzten Jahr der gesamte Kosmos der Kreuzschifffahrt auf der MV Cruise Conference auf der Mein Schiff 7 der Reederei TUI Cruises in Warnemünde veranstaltet, wo unter anderem neue Technologien und Konzepte der Reedereien vorgestellt wurden.
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04. Dez 2024
| Nr. 65
| Nebensaison
Branchenumfrage Weihnachten 2024: Kurz nochmal Hochsaison zum Jahresende
Der aktuellen Branchenumfrage des Landestourismusverbandes mit rund 250 teilnehmenden Unternehmen zufolge, erwarten die Beherbergungsunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern eine Auslastung von rund 82 Prozent. Dabei wird es in den touristischen Zentren eine Reihe von Betrieben geben, die vollständig gebucht sein werden. Zum Befragungszeitpunkt haben 29 Prozent der befragten Beherbergungsunternehmen bereits 100 Prozent Auslastung zu Silvester vermeldet. Zum Weihnachtsfest erwarten die Betriebe eine Auslastung von 42 Prozent. Dazu Tobias Woitendorf, Tourismusbeauftragter des Landes und Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Erfahrungsgemäß erreicht die Auslastung zu Silvester sehr hohe Werte, vielerorts legen sich die Gastgebenden ins Zeug und stricken Rundum-sorglos-Pakete. Auch die Weihnachtsmärkte ziehen Besucher an. MV wirkt vor allem zwischen Frühjahr und Herbst anziehend auf Gäste, spielt aber auch an den Feiertagen zum Jahresende eine große Rolle in den Köpfen vieler Menschen. Es wird kurz noch einmal Hochsaison in Mecklenburg-Vorpommern.“
Buchungsverhalten zum Jahresende / Preise zum Jahreswechsel gestiegen
In Bezug auf die Weihnachts- und Silvestertage ist der Großteil der Buchungen zum Befragungszeitpunkt (etwa einen Monat vor Weihnachten) bereits erfolgt. Während im Schnitt 19 Prozent der Buchungen bereits mindestens zwölf Monate im Voraus und 27 Prozent mindestens sechs Monate im Voraus erfolgen, werden im Schnitt 16 Prozent der Buchungen für die Feiertage 2024 maximal einen Monat vorab getätigt.
Zudem konstatieren die Unternehmen ein zurückhaltendes Ausgabeverhalten der Gäste: So berichten zwei von drei Unternehmen, dass ihre Gäste (wesentlich) weniger Geld ausgeben. Nur zehn Prozent berichten von ausgabefreudigeren Gästen im Vergleich zum Vorjahr.
Die Preise zu Weihnachten/Silvester wurden den befragten Unternehmen zufolge um durchschnittlich knapp elf Prozent erhöht. Dabei vermeldete jedes zweite Unternehmen leichte Preissteigerungen (bis +15 Prozent), 24 Prozent meldeten deutliche Preissteigerungen von mehr als 15 Prozent. Fast jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) hat die Preise im Vergleich zum Vorjahr stabil gehalten. Vier Prozent haben die Preise im Vergleich zum Vorjahr gesenkt.
Jedes zweite Unternehmen ist zufrieden mit dem aktuellen Tourismusjahr / Weniger Familien mit Kindern unter den Gästen
Ein Blick auf die Zufriedenheit mit dem Tourismusjahr 2024 zeigt, dass die befragten Unternehmen zum größeren Teil zufrieden sind. So sind 50 Prozent mit dem Jahr 2024 (sehr) zufrieden, 21 Prozent bewerten das Jahr als mittelmäßig und 30 Prozent sind (sehr) unzufrieden mit dem Jahresverlauf. Im Vorjahr zeigten sich 51 Prozent (sehr) zufrieden und 29 Prozent (sehr) unzufrieden.
Schaut man auf die Bewertung verschiedener Kennzahlen im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr, so vermelden die befragten Unternehmen insbesondere gesunkene Erträge. Nur 19 Prozent können gestiegene Erträge vermelden, 27 Prozent vermelden gleichbleibende Erträge und mehr als jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) gesunkene oder sogar stark gesunkene Erträge im Vergleich zum Jahr 2023. Bei den Umsätzen sieht die Einschätzung weniger negativ aus, was mit den insgesamt gestiegenen Kosten zusammenhängt.
Im Jahr 2024 waren nach Angaben der befragten Unternehmen weniger Familien mit Kindern unter den Gästen: So berichten 32 Prozent von weniger Familien. Über mehr Wiederholungs- und Stammgäste konnten sich hingegen in diesem Jahr mehr Unternehmen freuen, als über geringere Gästezahlen aus diesen Segmenten. So vermeldeten 24 Prozent der Befragten mehr Wiederholungsgäste und 21 Prozent vermeldeten mehr Stammgäste.
Einschätzung der Marktlage / Hohe Zufriedenheit der Gäste
Die Einschätzungen der aktuellen Marktlage für die Tourismusunternehmen ist dreigeteilt: So bewerten 35 Prozent der Unternehmen diese als (sehr) vorteilhaft, 36 Prozent als neutral und 29 Prozent als (sehr) herausfordernd. Die eigene wirtschaftliche Lage schätzt rund die Hälfte der Befragten (47 Prozent) als sicher oder sehr sicher ein, 34 Prozent bewerten sie als neutral und 19 Prozent sehen sich als gefährdet oder akut gefährdet an. Vier Prozent der befragten Unternehmen sind akut gefährdet. 2023 betrug der Anteil derer, die sich als akut gefährdet einstuften, ebenfalls bei vier Prozent.
Die Zufriedenheit der Gäste/Besucher wird von den Befragten insgesamt als hoch eingeschätzt. So empfinden 81 Prozent der befragten Unternehmen die Zufriedenheit ihrer Gäste/Besucher als hoch oder sehr hoch. Nur acht Prozent schätzen diese als niedrig oder sehr niedrig ein. Damit liegt die Einschätzung der Gästezufriedenheit auf dem gleichen Niveau der Vorjahre. Für am zufriedensten schätzen die Unternehmen in der Mecklenburgischen Seenplatte (90 Prozent sehr hohe oder hohe Zufriedenheit) und an der Mecklenburgischen Ostseeküste (84 Prozent) ihre Gäste ein; am niedrigsten fällt die Einschätzung auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (76 Prozent) aus.
Ausblick 2025 verhalten / Herausforderungen warten
Die Erwartungen für das Jahr 2025 sind bei den touristischen Unternehmen tendenziell eher verhalten. So erwartet etwa jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) steigende Umsätze, aber nur etwa jedes siebte Unternehmen steigende Erträge; 41 Prozent gehen von sinkenden Erträgen aus.
Auch bei den Gästezahlen insgesamt, der Anzahl der Familien mit Kindern sowie der Anzahl internationaler Gäste erwarten jeweils mehr Unternehmen Rückgänge als Zuwächse. Bei den Erstbesucheranteilen den Wiederholungs- und Stammgästen liegen die Erwartungen etwa auf Vorjahresniveau beziehungsweise etwas darüber.
Die Branche sieht für das kommende Jahr wiederholt eine Reihe von Herausforderungen: Insbesondere die Inflation und die allgemeinen Preissteigerungen (60 Prozent; vgl. 2023: 76 Prozent), die Energie- und Rohstoffpreise (53 Prozent; 2023: 60 Prozent), die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (35 Prozent, 2023: 30 Prozent), der Fach- beziehungsweise Arbeitskräftemangel (32 Prozent, 2023: 35 Prozent) sowie die Arbeits- und Personalkosten (32 Prozent, 2023: 29 Prozent) werden als die größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden Jahr benannt.
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29. Aug 2024
| Nr. 42
| Pressemitteilungen
Branchenumfrage Sommer 2024: Sommer, Sonne, Sorgenfalten - Zufriedenheit in der Tourismusbranche sinkt
Erstmals sind mehr Gastgebende sowohl mit dem ersten Halbjahr als auch mit dem Verlauf der bisherigen Hauptsaison im Vergleich zum Vorjahr unzufrieden als zufrieden. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Landestourismusverbandes mit mehr als 300 Teilnehmenden, darunter Beherbergungsbetriebe, gastronomische Einrichtungen, Freizeit- und Erlebnisanbieter sowie Tourist-Informationen und Kurverwaltungen. Demnach sind 42 Prozent der Betriebe (sehr) unzufrieden mit dem Verlauf der Hauptsaison (vgl.: 2023: 33 Prozent). 37 Prozent sind (sehr) zufrieden. Ähnlich verhält es sich bei der Einschätzung für das erste Halbjahr: 41 Prozent der Betriebe sind (sehr) unzufrieden; nur 36 Prozent sind (sehr) zufrieden.
Gesunkene Erträge (gaben 66 Prozent der Betriebe an) und gesunkene Gästezahlen (gaben 61 Prozent der Betriebe an) sind die maßgeblichen Nennungen, die die Unzufriedenheit begründen. Als Gründe (Top 3) für den Nachfragerückgang seitens der Gäste sehen die Unternehmen deren gestiegene Preissensibilität (90 Prozent), die Konkurrenz von Reisezielen im Ausland (55 Prozent) sowie die ungenügende Angebotsqualität (18 Prozent). Weitere Nennungen für Gründe des Rückganges bezogen sich unter anderem auf das Wetter, die hohen Preise, die schlechte Infrastruktur und das verschlechterte Image des Urlaubslandes.
Neben Umfrageergebnissen zum Verlauf des Sommers liegen jetzt auch Halbjahreszahlen vom Statistischen Amt vor. Demnach gab es per Juni 3,4 Millionen Ankünfte (+4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und 13,1 Millionen Übernachtungen (+2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) in Mecklenburg-Vorpommern. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommerns Übernachtungsentwicklung leicht über der in ganz Deutschland (Dtl.: 223,2 Mio. Übernachtungen; +2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Dazu Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern: „Das vergangene Jahr war das zweitbeste Reisejahr in der Geschichte unseres Bundeslandes. Der Trend setzt sich auch im ersten Halbjahr 2024 fort. Allerdings führt die allgemeine wirtschaftliche Lage dazu, dass Buchungen immer kurzfristiger erfolgen und den Tourismus im Land vor Herausforderungen stellen. Hinzu kommt ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das zunehmend kritisch gesehen wird. Deshalb benötigt der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern neuen Schwung, mit Investitionen in Infrastruktur und neue Angebote mit mehr Qualität in Service und Produkten. Leuchttürme wie der Skywalk am Königsstuhl, die Welterbestätten in Wismar, Stralsund und Schwerin, Erlebnisorte wie das Müritzeum und das Ozeaneum schaffen Emotionen und ein positives Bild unseres Tourismuslandes. Das wollen wir konzeptionell mit einem Tourismusgesetz und der Weiterentwicklung der Tourismuskonzeption für unser Land stärken.“
Birgit Hesse, Präsidentin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, ergänzte: „Dieser Sommer war gespickt mit zahlreichen Höhepunkten und auch längeren Gut-Wetter-Perioden, was in den Sommerferien zwischen Ende Juni und Ende August mehr als vier Millionen Übernachtungsgäste nach Mecklenburg-Vorpommern lockte. Der neue UNESCO-Welterbestatus für Schwerin wird langfristig auch international noch mehr Nachfrage hervorbringen. Mit dem Tag der Deutschen Einheit, auf dem sich auch der Tourismusverband eindrücklich präsentiert – mit einer 360-Grad-Urlaubsreise, einer so genannten Himmelsliege, dem Netzwerk Naturerlebniszentren sowie einem Hologramm des Jubilars Caspar David Friedrich – , birgt darüber hinaus auch der Herbst noch Chancen, viele Menschen für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern zu begeistern. Dazu soll auch eine verstärkte Herbstkampagne des Landestourismusverbandes beitragen. Zugleich müssen wir genau hinhören, wenn von Gästen und aus der Branche Signale größerer Unzufriedenheit kommen. Wenn wir die Ursachen erkennen und gemeinsam nach Lösungen suchen, haben wir gute Chancen, auch in schwierigeren Zeiten erfolgreich zu sein.“
Tobias Woitendorf, Tourismusbeauftragter des Landes und Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, sagte: „Auch wenn es in der Summe stimmen mag, ist das individuelle Empfinden bei mehr und mehr Unternehmen eingetrübt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Unter anderem die wachsende Konkurrenz, auch die Auslandsreiseziele, das beständige Krisenumfeld, der preisbedingte Druck auf der Ertragslage oder die unzureichende Erreichbarkeit bilden ungünstige Rahmenbedingungen. Umso höher ist die Leistung vieler Akteure in der Branche einzuschätzen, die einen guten und erfolgreichen Job machen. Es wird immer wichtiger, konsequent und konzentriert auf Qualität, Nachhaltigkeit und Internationalität zu setzen, denn das werden die Wachstumsbeschleuniger der nächsten Jahre sein. Um unmittelbar Impulse für die Nachfrage zu setzen, verstärkt der Tourismusverband seine Herbstkampagne in diesem Jahr erheblich, um noch mehr Menschen in noch mehr Städten und Regionen zu einem Besuch in Mecklenburg-Vorpommern anzuregen.“
Wirtschaftliche Lage etwa auf Vorjahresniveau
46 Prozent der touristischen Betriebe (vgl.: 2023: 49 Prozent) schätzten die aktuelle wirtschaftliche Lage als (sehr) sicher ein, 41 Prozent (vgl.: 2023: 37 Prozent) verhielten sich neutral; als wirtschaftlich (sehr) gefährdet schätzten sich zwölf Prozent (vgl.: 2023: 13 Prozent) der Befragten ein.
Gästezufriedenheit laut Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen
Ungeachtet der Unzufriedenheit bei den Gastgebenden ist die Gästezufriedenheit nach Einschätzung dieser weiterhin hoch: In der aktuellen Saison schätzen 72 Prozent der Betriebe die Gästezufriedenheit als (sehr) hoch ein. Sie ist damit zum Vorjahr (66 Prozent) gestiegen. 20 Prozent verhielten sich bei der Frage neutral; acht Prozent gaben an, dass nach ihren Einschätzungen die Gästezufriedenheit (sehr) niedrig ist.
UNESCO-Status für Schweriner Residenzensemble: Mehrheit sieht positive Auswirkungen
Auf die Frage, wie sich der neue Welterbestatus von Schwerin auswirken würde, antworteten 60 Prozent, dass er den lokalen Tourismus in Schwerin befördert; 18 Prozent sehen positive Auswirkungen auf die Region Westmecklenburg, 13 Prozent sehen positive Effekte für ganz Mecklenburg-Vorpommern. Zudem sagten 34 Prozent, dass dieser Titel den Tagestourismus, 12 Prozent, dass es den Übernachtungstourismus und 24 Prozent, dass es den internationalen Tourismus positiv beeinflussen wird. Nur knapp jeder fünfte Befragte (18 Prozent) sieht keine Auswirkungen infolge der Auszeichnung; 13 Prozent können es nicht einschätzen. Dazu Joachim Brenncke, Vorsitzender des Fördervereins „Welterbe Schwerin“: „Die regionale Wirtschaft – die Tourismusbranche – durch den Welterbetitel für das ‚Residenzensemble Schwerin‘ zu stärken, ist sicherlich ein positiver Aspekt der jetzt gestiegenen Öffentlichkeitsaufmerksamkeit. Worum es jetzt aber intensiv geht – gehen muss – ist eine Willkommenskultur, was zum Beispiel heißt, Gastronomie- und Hotellerieangebote so zu entwickeln, dass diese internationalen Standards entsprechen. Das muss ein Anliegen aller Beteiligten, der gesamten Stadtgesellschaft, sein.“
Arbeitskräftemangel weiterhin größte Herausforderung / Service kann nicht aufrecht erhalten werden
42 Prozent der touristischen Betriebe sind in dieser Saison vom Arbeitskräftemangel betroffen (vgl. 2023: 40 Prozent). Der Anteil der unbesetzten Stellen bei den betroffenen Unternehmen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: In Bezug auf Vollzeitkräfte beispielsweise können in diesem Jahr nur sieben von zehn Stellen besetzt werden, während es in der vorherigen Hauptsaison noch acht von zehn Stellen waren. Am meisten fehlen den touristischen Betrieben allerdings Aushilfen (43 Prozent der Stellen unbesetzt, vgl.: 2023: 31 Prozent der Stellen unbesetzt). Besonders zu kämpfen haben Kleinstunternehmen (unter zehn Beschäftigte), die durchschnittlich am meisten unbesetzte Stellen zu beklagen haben. Nach Meinung der touristischen Betriebe müssen sich die Rahmenbedingungen zur Fachkräftesicherung wie folgt ändern (TOP 3): 68 Prozent der Befragten sprachen sich für den Abbau der Bürokratie für Unternehmen aus, 64 Prozent für die Schaffung beziehungsweise Erhaltung von bezahlbarem Wohnraum für Fachkräfte und 54 Prozent konstatierten, dass Mecklenburg-Vorpommern insgesamt für Arbeitskräfte attraktiver gemacht werden muss. Die größten personellen Bedarfe liegen im Housekeeping (50 Prozent), im Service (48 Prozent), in der Küche (39 Prozent) sowie bei der Rezeption (33 Prozent). „Die größte Herausforderung der Branche ist fraglos der große Mangel an Fachkräften, aber auch an ungelernten Beschäftigten. Wir unterstützen das Gastgewerbe dabei, attraktive Arbeitsbedingungen für in- und ausländische Arbeitskräfte zu bieten. Dazu gehört es für mich auch, dass die Tarifbindung steigt und insbesondere im Gastgewerbe mehr Menschen von Tarifverträgen und fairen Löhnen profitieren“, sagte Minister Reinhard Meyer.
Mehrwertsteuererhöhung in der Gastronomie: Zwei Drittel der Unternehmen haben Angebot angepasst
Insgesamt hat die Mehrwertsteuererhöhung in der Gastronomie die erwartbaren negativen Auswirkungen auf den Umsatz der Betriebe (61 Prozent geben das an), auf den Ertrag der Betriebe (76 Prozent) sowie auf die Gästezahlen insgesamt (60 Prozent). Rund zwei Drittel der Unternehmen (64 Prozent) mit gastronomischem Angebot haben dieses aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung angepasst. Davon haben 75 Prozent die Preise erhöht, 30 Prozent haben die Anzahl und die Qualität der Speisen angepasst, sechs Prozent haben die Öffnungszeiten verkürzt und vier Prozent mussten Mitarbeitende entlassen.
Vorbuchungsstände für die kommenden Monate: Tag der Deutschen Einheit wird laut Befragten erhöhte Auslastung im Oktober nach sich ziehen
Der Blick auf den Herbst ist im Vergleich zum Vorjahr etwas positiver (vgl.: ): Für September erwarten Beherbergungsunternehmen eine Auslastung von rund 64 Prozent; für den Oktober insgesamt wird eine Auslastung von 52 Prozent (vgl.: 2023: 50 Prozent), für den Tag der Deutschen Einheit im Besonderen eine Auslastung von rund 60 Prozent erwartet.
Landestourismusverband verstärkt Herbstkampagne / Titel: „Rauszeit in MV“
Mit Blick auf die teilweise abnehmende Nachfrage in den Sommermonaten und die damit verbundene Unzufriedenheit in der Branche verstärkt der Landestourismusverband unter dem Titel „Rauszeit in MV“ seine Herbstkampagne um rund 150.000 Euro. Deren Kommunikation erfolgt vornehmlich in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern und beinhaltet sowohl Print- als auch Onlinemaßnahmen in entsprechend auflagestarken Medien, eine Kooperation mit dem Buchungsportal Expedia.de und Social-Media-Aktivitäten. So sollen unter anderem in den Metropolen Berlin, Potsdam, Dresden, Leipzig und Erfurt digitale Großflächen mit Slogans wie „Tausche Großstadtgrau gegen Wasserblau. Jetzt Rauszeit in Mecklenburg-Vorpommern buchen.“ oder „Tausche Katzencontent gegen Kranich gucken. Jetzt Rauszeit in Mecklenburg-Vorpommern buchen.“ zu Reisen ins Urlaubsland animieren. Ziel ist es, verstärkt auf Reiseanlässe im Herbst zwischen Ostseeküste und Seenplatte hinzuweisen, darunter auf die für Naturliebhaber spektakuläre Kranichrast in der Darß-Zingster Boddenkette, auf Rügen sowie in der Mecklenburgischen Seenplatte oder auf den für Kulturreisende attraktiven Schlösserherbst mit landesweiten Veranstaltungen. Auf der Internetseite finden Interessierte schon jetzt viele Tipps für die Nebensaison.
Landestourismusverband mit vier Beiträgen auf dem Tag der Deutschen Einheit
Der Landestourismusverband engagiert sich darüber hinaus mit einem Cube, in dem Gäste eine virtuelle 360-Grad-Urlaubsreise durch Mecklenburg-Vorpommern unternehmen können, einer so genannten Himmelsliege, auf der Interessierte Urlaubsinspirationen für Ostseeküste und Seenplatte genießen, sowie dem Netzwerk Naturerlebniszentren, das auf die Naturwunder im Nordosten aufmerksam machen will. Mit von der Partie auf der Einheitsparty in Schwerin ist zudem der Jubilar Caspar David Friedrich in Form eines Hologramms.
Veranstaltungen, Qualität und Internationalität
So lief es bei den größeren und kleineren Veranstaltungen
Die Sommersaison verlief positiv für Veranstalterinnen und Veranstalter. Die Organisatoren der Hanse Sail beispielsweise zogen mit 500.000 Gästen ein positives Fazit. Viele Gäste gab es auch im voreröffneten Meeresmuseum in Stralsund: 25.000 in den ersten vier Wochen. Auch die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern sind zufrieden: Vom 14. Juni bis zum 13. August 2024 waren 42 Konzerttage mit 78 Konzerten und 47.500 Besucherinnen und Besuchern über die Bühnen gegangen; 33 dieser Veranstaltungen waren ausverkauft. Auch parallel zur Fußball-EM im Juni und Juli konnte das Festival beim Publikum punkten: Die Verkaufszahlen liegen damit leicht höher als im Vorjahreszeitraum und die Festivalmacherinnen und -macher um Intendantin Ursula Haselböck können bereits auf eine Vielzahl von Highlights zurückblicken: Fünf Uraufführungen, das 30-jährige Jubiläum des Festspielortes Ulrichshusen, die Große Filmmusik-Gala in Fleesensee und stimmungsvolle Konzerte der »Jungen Elite« sowie das „Kleine Fest im großen Park“ in Ludwigslust standen auf dem Programm. Auf der German Beach Tour, Europas größte nationale Beachvolleyballserie, die in Kühlungsborn Station machte, wurden allein an den beiden Veranstaltungswochenenden rund 4.800 Zuschauende gezählt. Das entspricht einer Auslastung von durchschnittlich 86 Prozent der verfügbaren Plätze. Etwa 200.000 Gäste feierten im Juli beim Festival Airbeat One unter dem Motto „Vive la France“ in Neustadt-Glewe; im vergangenen Jahr waren es noch fünf Prozent mehr; allerdings legte das Festival seit dem Bestehen einen gewaltigen Sprung hin; 2002 wurden gerade einmal 1.000 Gäste gezählt.
Mehr Internationalität durch Zusammenarbeit
Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV) arbeitet derweil weiter am Thema Internationalisierung. Im März dieses Jahres wurde die neue Strategie „Internationale Marktbearbeitung“ auf den Weg gebracht, um mittel- und langfristig das Aufkommen internationaler Gäste insbesondere aus den Märkten Österreich, Schweiz, Dänemark, Schweden, Norwegen, Niederlande, Polen sowie den USA zu steigern. Dieses Ziel soll in den europäischen Märkten mit Blick auf das Zusammenführen von Ressourcen über die Marktbearbeitung im Verbund passieren. Der Aufbau der so genannten Marktpools nimmt Fahrt auf. So sind bereits rund 20 Teilnehmende, darunter Inhaberinnen und Inhaber von Beherbergungsbetrieben, Vertreterinnen und Vertreter von touristischen Regionen und Orten sowie Betreiberinnen und Betreiber von touristischen Attraktionen, im Alpenland-Pool (Märkte Österreich und Schweiz) organisiert. Eine Kickoff-Veranstaltung, auf der internationalen Einkäufern Angebote aus Mecklenburg-Vorpommern präsentiert werden, ist am 3. Dezember in Österreich geplant. In einem weiteren Schritt folgt der Aufbau vom Niederlande-Pool im ersten Quartal 2025. Es folgt die Initiierung vom Marktpool Polen sowie vom Marktpool Skandinavien.
Qualität weiter im Fokus: Glowe auf der Insel Rügen engagiert sich für Barrierefreiheit
Nachdem Güstrow im letzten Jahr als erste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern die Auszeichnung „Tourismusort Barrierefreiheit geprüft“ erhalten hat, macht sich jetzt Glowe auf der Insel Rügen auf den Weg, diese Zertifizierung ebenfalls zu erhalten, um damit weitere Besuchergruppen anzuziehen. Es wäre damit der zweite Ort im Urlaubsland, der sich eingehend mit dem Thema Barrierefreiheit befasst. Voraussetzung dafür ist die Zertifizierung von mindestens zehn touristischen Angeboten (Mindestanforderung abhängig von Größe des Ortes) nach „Reisen für Alle“, der bundesweit gültigen Kennzeichnung für Barrierefreiheit, sowie die Entwicklung von drei so genannten barrierefreien Urlaubsinspirationen, die Gästen und Einheimischen mögliche barrierefreie Erlebniswelten aufzeigen. Der Prozess soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Insgesamt können Gäste in Mecklenburg-Vorpommern aus 130 Orten, Einrichtungen, Angeboten und so genannten Urlaubsinspirationen wählen, die nach „Reisen für Alle“ zertifiziert sind. Lizenzgeber für das Zertifizierungssystem ist seit 1. Januar 2024 die Bayern Tourist GmbH.
Am 18. November rückt der Landestourismusverband das Thema Qualität im Urlaubsland ins Blickfeld. Der Titel der Veranstaltung in Rostock lautet „Qualitätstag MV: Ausgezeichnete Betriebe im Fokus“.
Hintergrund: So verlief das erste Halbjahr
Betriebsarten:
Die Hotels in Mecklenburg-Vorpommern verzeichneten ein Plus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei den Übernachtungen; Ferienwohnungen und -häuser ein Plus von 2,2 Prozent. Gasthöfe (-12,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), Pensionen (-3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und Jugendherbergen (-2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) haben entgegen der allgemeinen positiven Entwicklung mit rückläufigen Übernachtungszahlen zu kämpfen. Die Übernachtungen auf Campingplätzen bewegen sich auf Vorjahresniveau.
Regionen:
Das stärkste Plus bei den Übernachtungen verzeichnet Westmecklenburg (+4,7 Prozent in Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), die Mecklenburgische Seenplatte ist die einzige Region, die eine negative Entwicklung in Übernachtungszahlen aufzuweisen hat (-1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). So sieht es bei den anderen Regionen aus: Fischland-Darß-Zingst (+3,3 Prozent), Vorpommern (+3,1 Prozent), Mecklenburgische Ostseeküste (+3,0 Prozent), Usedom (+2,4 Prozent), Rügen (+2,2 Prozent).
Städtetourismus boomt wieder
Vor allem Schwerin hat eine starke Entwicklung mit Blick auf die Übernachtungszahlen genommen: Demnach schlägt hier ein Plus von 21,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu Buche. Aber auch andere Städte haben ein überdurchschnittliches Wachstum zu verzeichnen: Wismar (+9,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), Stralsund (+6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und Greifswald (9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rostock verzeichnet auch ein Übernachtungswachstum von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und liegt damit im Deutschlandtrend. Nur Neubrandenburg hat von den größeren Städten Verluste bei den Übernachtungen hinzunehmen (-7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).
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29. Apr 2024
| Nr. 22
| Pressemitteilungen
Gute Auslastung erwartet: Quartiere in MV zu Himmelfahrt und Pfingsten zu knapp drei Vierteln gebucht
Gute Aussichten für die anstehenden Feiertagswochenenden: Laut der aktuellen Branchenumfrage des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern unter rund 250 Teilnehmenden, darunter mehr als 60 Prozent Beherbergungsbetriebe, werden die Quartiere an Himmelfahrt und zu Pfingsten 2024 im Urlaubsland zu knapp drei Vierteln gebucht sein. Die Befragten erwarten an Himmelfahrt eine Auslastung von rund 72 Prozent (Himmelfahrt 2023: 74 Prozent) und zu Pfingsten von rund 76 Prozent (Pfingsten 2023: 76 Prozent). Bisher sind die Unterkünfte zu Himmelfahrt zu rund 58 Prozent und an Pfingsten zu rund 61 Prozent gebucht. Dazu Tobias Woitendorf, Tourismusbeauftragter des Landes und Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Beim zweiten großen Feiertagsblock des Jahres – Himmelfahrt und Pfingsten – liegt die erwartete Auslastung auf dem Niveau des Vorjahres. Nach einem eher schwachen April gibt das Sicherheit und hoffentlich auch etwas Rückenwind für die weitere Saison. Die touristischen Unternehmen im Urlaubsland hoffen wie zuletzt auf kurzfristige Buchungen, die ein noch positiveres Bild ergeben.“
Wirtschaftliche Lage ähnlich wie im Vorjahreszeitraum
Die wirtschaftliche Lage wird von 43 Prozent (2023: 45 Prozent) aller Betriebe als sehr sicher oder sicher eingestuft, 40 Prozent (2023: 41 Prozent) schätzen dies neutral ein, 17 Prozent (2023: 14 Prozent) stuften ihr Unternehmen als gefährdet oder akut gefährdet ein. Dazu Tobias Woitendorf: „Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen ist kaum verändert. Dass sich rund jedes sechste Unternehmen als wirtschaftlich gefährdet sieht, ist ein zu hoher Anteil für ein Urlaubsland wie Mecklenburg-Vorpommern.“ Bei den Regionen beurteilen 57 Prozent der Betriebe an der Mecklenburgischen Ostseeküste ihre wirtschaftliche Lage als sicher oder sehr sicher, während sich auf Rügen nur 32 Prozent der Betriebe in einer (sehr) sicheren wirtschaftlichen Lage sehen.
Geringere Preissteigerungen als im Vorjahr
Die Preise bei den touristischen Unternehmen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent und damit geringer als im Vorjahr gestiegen. 2023 lag der Vergleichswert noch bei 12 Prozent. Parallel dazu ist das wahrgenommene Ausgabeverhalten der Gäste gesunken: So gaben mehr als zwei von drei Unternehmen (71 Prozent) an, dass ihre Gäste weniger oder sogar wesentlich weniger ausgaben als im Vorjahreszeitraum; 25 Prozent bemerkten ein ähnliches Ausgabeverhalten wie im letzten Jahr; vier Prozent berichteten über ausgabefreudigere Gäste.
Umgang mit der Cannabis-Legalisierung
Die Legalisierung des Besitzes und Konsums von Cannabis seit dem 1. April 2024 führt zu der Frage, wie touristische Unternehmen darauf reagieren. In der aktuellen Branchenumfrage geben rund 64 Prozent der Betriebe an, bisher keine Regelung dazu getroffen zu haben. 23 Prozent berichten von einem grundsätzlichen Verbot auf dem Gelände, vier Prozent von einem Verbot in öffentlichen Bereichen. Nur drei Prozent der Unternehmen sprechen eine generelle Erlaubnis für ihre Gäste aus. Weitere zwei Prozent erlauben den Konsum von Cannabis in speziellen öffentlichen Bereichen (zum Beispiel Smokers Lounges, Raucherbereiche oder ähnliche). Die übrigen vier Prozent gaben sonstige Umgangsformen an, zum Beispiel die gleiche Regelung wie beim Rauchen, eine generelle Ablehnung oder das Setzen auf die Eigenverantwortung der Gäste. „Der Umgang mit den Möglichkeiten legalen Cannabis-Konsums ist in der Tourismusbranche noch nicht geübt; im Moment überwiegen Skepsis und Ablehnung“, sagte Tobias Woitendorf.
Ausblick auf die Hauptsaison
Für die beiden Hauptsaison-Monate Juli und August erwarten die Beherbergungsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern eine Auslastung von jeweils durchschnittlich 81 Prozent. Dieser Wert liegt nur rund einen Prozentpunkt unter dem des Vorjahreszeitraumes.
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15. Mär 2024
| Nr. 14
| Pressemitteilungen
Quartiere zu Ostern knapp zur Hälfte gebucht
Der aktuellen Branchenumfrage des Landestourismusverbandes zufolge mit mehr als 250 Teilnehmenden, darunter Beherbergungsbetriebe, gastronomische Einrichtungen sowie Freizeit- und Erlebnisanbieter, sind die Quartiere in Mecklenburg-Vorpommern an den Osterfeiertagen knapp zur Hälfte gebucht (rund 47 Prozent), die erwartete Auslastung liegt bei etwas mehr als 60 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt der Vorbuchungstand damit leicht höher (Ostern 2023: rund 46 Prozent), die erwartete Auslastung allerdings etwas niedriger (Ostern 2023: rund 63 Prozent). „Das in diesem Jahr recht früh gelegene Osterfest markiert bekanntlich den Saisonstart in Mecklenburg-Vorpommern. Das Urlaubsgeschehen nimmt wieder Fahrt auf. Dabei gibt es üblicherweise Unterschiede in der Nachfrage zwischen den touristischen Kernregionen und anderen Gebieten im Land. Derzeit stecken die Gastgeber in den letzten Vorbereitungen für das Reisejahr 2024, der Kulturkalender füllt sich und mit zunehmenden Temperaturen steigt auch das Gästeaufkommen in den Reiseregionen. Mecklenburg-Vorpommern gehört immerhin zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen“, sagte Tobias Woitendorf, Tourismusbeauftragter des Landes und Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Das Urlaubsland empfiehlt sich in diesem Jahr beispielsweise mit neuen oder neu sanierten Unterkünften und neuen Freizeitformaten. Das Caspar-David-Friedrich-Jubiläumsjahr mit mehr als 400 Veranstaltungen im ganzen Land schafft viel Aufmerksamkeit und lockt Kulturbegeisterte an, und auf die neue Seebrücke in Prerow, mit 720 Metern die längste an der Ostseeküste, können Gäste auch schon aus der Ferne einen Blick erhaschen. Osterfeuer am Meer wie in Binz und Warnemünde runden die Feiertage ab und werden viele Besucherinnen und Besucher anziehen.
Gäste geben weniger aus
Laut Umfrage sagten 30 beziehungsweise 39 Prozent der touristischen Unternehmen, dass ihre Gäste wesentlich weniger beziehungsweise etwas weniger als im Vorjahr ausgeben, während jeder vierte Gast gleich viel ausgibt. Nur fünf Prozent der Unternehmen bemerken bei ihren Gästen im Vergleich zum Vorjahr ein gesteigertes Ausgabeverhalten. Fest steht: Trotz der vergleichsweise negativen Perspektiven in Bezug auf die wirtschaftliche Lage sind die Urlaubspläne der Deutschen positiv: 73 Prozent der Bevölkerung planen nach Angaben der Reiseanalyse der Forschungsgruppe Urlaub und Reisen im Jahr 2024 sicher zu verreisen. Das seien laut Woitendorf trotz Inflation und Krisen recht gute Vorzeichen für das Reisejahr auch in Mecklenburg-Vorpommern.
So wirkten sich der Valentinstag und der Internationale Frauentag aus
Besondere Tage wie der Valentinstag oder der Internationale Frauentag, der in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin Feiertag ist, wirken sich laut Umfrage auch auf das Reiseverhalten aus, wenngleich nicht sonderlich stark. Immerhin: Jedes zehnte Unternehmen konstatierte steigende Gästezahlen durch den Valentinstag; ebenso viele berichteten über steigende Gästezahlen anlässlich des Internationalen Frauentages. „Solche Tage werden gern mal zum Anlass für einen Kurzurlaub genommen. Gastgeber mit entsprechenden Offerten können hier durchaus punkten“, sagte Woitendorf.
Ausblick: Himmelfahrt und Pfingsten
An Himmelfahrt sind die Quartiere in Mecklenburg-Vorpommern bereits jetzt zu mehr als der Hälfte (53 Prozent, 2023: 63 Prozent) gebucht; die erwarte Auslastung liegt bei rund 74 Prozent (2023: 74 Prozent). Für Pfingsten liegt der Vorbuchungstand bei 55 Prozent (2023: 63 Prozent) und die erwartete Auslastung bei rund 77 Prozent (2023: 76 Prozent). Damit zeichnen sich für beide Feiertagsumfelder ähnliche Buchungslagen wie im Vorjahr ab.
Wirtschaftliche Lage auf dem Niveau des Vorjahres
Insgesamt bewerten 40 Prozent der Befragten ihre wirtschaftliche Lage als sicher oder sehr sicher (2023: 42 Prozent), während 22 Prozent der Betriebe sich als gefährdet einschätzten (2023: 17 Prozent); 38 verhielten sich neutral (2023: 41 Prozent). „In der Gesamtbetrachtung zeigt sich zwar, dass sich die wirtschaftliche Lage der Unternehmen auf dem Niveau des Vorjahreszeitraumes befindet. Wenn sich aber knapp jedes fünfte Unternehmen als wirtschaftlich gefährdet einschätzt, ist das ein zu hoher Wert für ein Urlaubsland“, sagte Woitendorf abschließend.
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22. Sep 2023
| Nr. 46
| Pressemitteilungen
Sommer zwischen Sonne und Regen: Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern mit der Saison nur teilweise zufrieden
Kurz nach dem Ende der Sommerferien in Deutschland und rückblickend auf das Bilderbuchwetter im Juni dieses Jahres und den Regen, den es ab Mitte Juli und fast im gesamten August reichlich gab, zeigt der Landestourismusverband (TMV) ein Bild des Sommertourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Es entstammt der Branchenumfrage mit knapp 500 Teilnehmenden, darunter Beherbergungsbetriebe, Touristinformationen, Kurverwaltungen, gastronomische Betriebe und Freizeitanbieter.
„Der Sommer war wettertechnisch insgesamt eher durchwachsen. Dennoch lassen die bisher vorliegenden Zahlen auf eine gute Hauptsaison mit einer stabilen Auslastung für die Branche insgesamt schließen. Mecklenburg-Vorpommern ist weiter ein gefragtes Urlaubsland. Die Umfrage zeigt einmal mehr, dass es viele Herausforderungen in der Branche insgesamt gibt. Die Reiselust der Menschen ist vielerorts spürbar. Darüber hinaus stehen wir im intensiven touristischen Wettbewerb mit den anderen Bundesländern. Überall haben die Unternehmen die Herausforderung genügend Fach- und Arbeitskräfte zu finden. Sorgen bereitet der Branche darüber hinaus auch, dass Gäste kurzfristiger buchen. Das erschwert die Planbarkeit insgesamt. Potenzial besteht darin, mehr ausländische Gäste auf das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam zu machen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhard Meyer. Von Januar bis Juni 2023 hat Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben des Statistischen Amtes 12,8 Millionen Übernachtungen vorzuweisen. Das entspricht einer Zunahme zum Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent.
„Die Meinungen zur Sommersaison gehen stärker auseinander als in früheren Jahren“, erklärte Tobias Woitendorf, Tourismusbeauftragter des Landes und Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Lediglich 43 Prozent der Unternehmen zeigen sich mit dem Verlauf der Hauptsaison, sprich Juni bis September, sehr zufrieden oder zufrieden; ein Drittel ist hingegen unzufrieden oder gar sehr unzufrieden; 24 Prozent verhalten sich neutral. „Die Zahlen zeigen: Neben viel Gutem in der Branche wie der trotz Krisenumfeld ordentlichen Nachfrage vor allem aus Deutschland, gibt es auch Wolken über dem Tourismushimmel im Mecklenburg-Vorpommern, die vor allem durch den akuten Arbeitskräftemangel und die Preissteigerungen in fast allen Bereichen begründet sind“, so Woitendorf weiter.
Aktuelle wirtschaftliche Lage auf dem Niveau der drei Vorjahre
Ihre wirtschaftliche Lage schätzt die Hälfte der Betriebe (49 Prozent) als sicher oder sehr sicher ein; 13 Prozent sehen diese als gefährdet oder akut gefährdet an; 37 Prozent bewerten sie als neutral. Im Vergleich zu den Sommerumfragen der Vorjahre wird die aktuelle wirtschaftliche Lage in der diesjährigen Hauptsaison damit ähnlich bewertet. Am wirtschaftlich gefährdetsten sehen sich die Gastronomiebetriebe (Mittelwert 3,00) und die Freizeitanbieter (2,67) an (Skala: 1 = „sehr sicher“ bis 5 = „akut gefährdet“). Zudem zeigt die Umfrage, dass die touristischen Leistungsträger auf Usedom am positivsten gestimmt (2,36) und die Unternehmen in der Mecklenburgischen Seenplatte im Durchschnitt am negativsten gestimmt (2,68) sind, die Werte aber insgesamt recht dicht beisammen liegen.
Gästezufriedenheit im Urlaubsland weiterhin hoch, aber im Vergleich zum Vorjahr gesunken / Zufriedenste Gäste in der Region Mecklenburg-Schwerin
Die Zufriedenheit der Gäste während der Hauptsaison wird von zwei Drittel der befragten Unternehmen als hoch oder sogar sehr hoch eingeschätzt. Elf Prozent beobachteten hingegen eine niedrige oder sehr niedrige Zufriedenheit bei ihren Gästen; 23 Prozent bewerteten sie als „neutral“. Dabei berichten die wassertouristischen Unternehmen und die Beherbergungsunternehmen von den zufriedensten Gästen (Mittelwert 2,11 beziehungsweise 2,20). Allerdings: Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Gästezufriedenheit gesunken, denn im August 2022 schätzten die befragten Unternehmen die Gästezufriedenheit (2,05) höher ein. In den Regionen berichten die Unternehmen aus Mecklenburg-Schwerin von den zufriedensten Gästen (2,09) Gästen, während auf der Insel Rügen die Gästezufriedenheit als am geringsten eingeschätzt wird (2,55).
Auch die Gästezahlen sind für über die Hälfte der Unternehmen im Vergleich zu 2019 gesunken, was nach Einschätzung von Tobias Woitendorf vor allem an dem sich nur langsam erholenden internationalem Tourismus und einem gesunkenen Interesse von Familien mit Kindern an Mecklenburg-Vorpommern liegt. Die Entwicklung der aktuellen Gästezahlen in Mecklenburg-Vorpommern wird in starkem Maße von Wiederholungs- und Stammgästen getrieben.
Herausfordernde Marktlage
Auch in der Bewertung der aktuellen Marktlage teilt sich das Bild: 37 Prozent aller Unternehmen schätzen sie als vorteilhaft oder sogar sehr vorteilhaft ein, wohingegen 26 Prozent derzeit eine herausfordernde oder sehr herausfordernde Marktlage beobachten. Unterschiede treten zwischen verschiedenen touristischen Bereichen hervor: Während 40 Prozent der Beherbergungsbetriebe die Marktlage aktuell als (sehr) vorteilhaft einschätzen, sehen 43 Prozent der befragten Gastronomiebetriebe die Marktlage für sich als (sehr) herausfordernd.
Mehrwertsteuersatz auf Speisen soll beibehalten werden
Große Übereinstimmung in der Branche erzielte ein Thema: die Beibehaltung des seit der Pandemie verminderten Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent auf Speisen in der Gastronomie. 83 Prozent der Unternehmen hielten dies für den richtigen Weg; 14 Prozent enthielten sich der Stimme, nur drei Prozent sind für die Abschaffung des verminderten Steuersatzes. Bei den befragten Beherbergungsbetrieben stimmten 88 Prozent für eine Beibehaltung, bei den Gastronomiebetrieben waren es 100 Prozent.
Umsätze leicht unter Vor-Corona-Niveau, Erträge teils stark geschmälert / Preise in Hauptsaison um durchschnittlich elf Prozent gestiegen
Auf Umsatzebene verzeichnen die Unternehmen durchschnittlich einen leichten Rückgang im Vergleich zu 2019, allerdings einen deutlichen Einbruch auf Ertragsebene im Vergleich zum gleichen Jahr. „Kein Wunder im Angesicht galoppierender Kosten für Waren, Logistik, Energie und Personal, dass Umsätze sich kaum verändern, aber die Erträge teils einbrechen. Viele Unternehmen der Tourismusbranche kämpfen um Wirtschaftlichkeit und damit Marktfähigkeit und passen die Preise gezwungenermaßen an“, erklärte Tobias Woitendorf. Die meisten Anbieter im Land würden sich dabei im erwartbaren Korridor bewegen, einige wenige Ausreißer nach oben würden ihre Preispolitik überdenken müssen. „Preis und Leistung müssen zueinander passen, und das tun sie in der Regel auch.“
Die Preise in den touristischen Unternehmen für die Hauptsaison stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um durchschnittlich elf Prozent an. Hierbei gibt es kaum nennenswerte Unterschiede zwischen den Regionen. Ein Blick auf die verschiedenen Anbieter zeigt, dass die Beherbergungsunternehmen mit durchschnittlich neun Prozent die niedrigsten und die Gastronomiebetriebe mit +20 Prozent die höchsten Preissteigerungen verzeichneten.
Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise sind laut Statistischem Bundesamt im ersten Halbjahr in Deutschland um 7,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2022 gestiegen, die Preise für Auslandsflüge im Vergleichszeitraum sogar um 24,9 Prozent.
Weiter sinkende Gästeausgaben
Bezogen auf das Ausgabeverhalten, beobachten mehr als zwei Drittel der Unternehmen (68 Prozent) sinkende oder stark sinkende Ausgaben ihrer Gäste. Nur acht Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ihre Gäste etwas mehr im Vergleich zum Vorjahr ausgaben.
82 Prozent halten Deutschlandticket für bislang nicht relevant
Die Auswirkungen des Deutschlandtickets sind für den Großteil der touristischen Unternehmen (82 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern bislang nicht spürbar; 14 Prozent beobachteten positive Auswirkungen und vier Prozent negative Auswirkungen. Hierbei zeigt sich, dass diejenigen, für die das Deutschlandticket Auswirkungen hat, tendenziell eher steigende Gästezahlen daraus resultieren. Auf den Umsatz wirkt es sich hingegen tendenziell eher weniger aus.
Vorbuchungsstände für die kommenden Monate
Für September erwarten Beherbergungsunternehmen eine Auslastung von rund 64 Prozent und für den restlichen Herbst, sprich Oktober und November, eine Auslastung von rund 50 Prozent, was jeweils leicht über den Erwartungen des Vorjahres liegt.
Arbeitskräftemangel weiter gravierend / Housekeeping, Service, Küche und Gastronomie besonders betroffen
Vier von zehn befragten touristischen Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern (40 Prozent) sind aktuell vom Arbeitskräftemangel betroffen. Die Betroffenheit ist nicht in allen Bereichen gleich groß: So sind Marketingorganisationen, Kurverwaltungen und Touristinformationen mit 27 Prozent, sowie Freizeitanbieter mit 35 Prozent vergleichsweise deutlich weniger vom Arbeitskräftemangel betroffen als Gastronomiebetriebe mit 71 Prozent. Insbesondere in der Gastronomie hat sich die Situation im Vergleich zum August 2022 sogar noch weiter verschärft. Damals gaben noch 58 Prozent der gastronomischen Betriebe an, vom Arbeitskräftemangel betroffen zu sein. Auf der anderen Seite hat sich die Situation für Beherbergungsbetriebe im Nordosten offenbar etwas entspannt. Letztes Jahr hatten noch 55 Prozent der Unterkünfte angegeben, vom Arbeitskräftemangel betroffen zu sein. In diesem Jahr liegt der Anteil bei 41 Prozent. Bei den Reiseregionen sind laut Umfrage die Unternehmen in Mecklenburg-Schwerin (25 Prozent) und auf Fischland-Darß-Zingst (34 Prozent) insgesamt am wenigsten betroffen; auf dem Vorpommerschen Festland (44 Prozent) und in der Mecklenburgischen Seenplatte (45 Prozent) am stärksten.
Die von den betroffenen Unternehmen genannten Unternehmensbereiche mit den größten Bedarfen sind: Housekeeping (53 Prozent), Service (50 Prozent), Küche (45 Prozent) und Rezeption/Empfang (31 Prozent). Befragt man die vom Arbeitskräftemangel betroffenen Unternehmen danach, wie viel Prozent der Arbeitskräfte fehlen, ergibt sich folgendes Bild: Den betroffenen Unternehmen fehlen im Schnitt 31 Prozent an Aushilfskräften, 29 Prozent an Teilzeitkräften, 23 Prozent an Auszubildenden und 22 Prozent an Vollzeitkräften.
Folgende Maßnahmen setzen die betroffenen Unternehmen um, um dem Fachkräftemangel zu begegnen: Anpassungen der Angebots-/Produktpalette (77 Prozent umgesetzt oder in Planung), das Anwerben von älteren Arbeitskräften (73 Prozent umgesetzt oder in Planung) und Strategisches Personalmarketing (70 Prozent umgesetzt oder in Planung). Außerdem haben 68 Prozent Öffnungs- oder Erreichbarkeitszeiten reduziert beziehungsweise planen dies. Die folgenden Maßnahmen kommen nur für einen kleinen Teil der betroffenen Unternehmen in Betracht: Jobsharing von Arbeitskräften/Auszubildenden (18 Prozent umgesetzt oder in Planung), gemeinsame Unterbringung von Arbeitskräften mit anderen Betrieben (25 Prozent) oder aktives Ab-/Anwerben potenzieller Arbeitskräfte (40 Prozent).
Aktuell verwenden 43 Prozent der touristischen Unternehmen Budget für Weiterbildung/Rekrutierung, 19 Prozent für beide Themen, 17 Prozent nur für Weiterbildung und sieben Prozent nur für Rekrutierung. 30 Prozent planen derzeit kein Budget für diese Bereiche ein und 28 Prozent haben sich bei der Frage enthalten.
Angebot für Qualifizierung und Rekrutierung nicht ausreichend / Landesweiter Service gewünscht
Die betroffenen Unternehmen wünschen vor allem die folgenden Veränderungen der Rahmenbedingungen zur Sicherung von Fachkräften in der Tourismusbranche: den Abbau der Bürokratie für Unternehmen (70 Prozent), die Steigerung der Attraktivität Mecklenburg-Vorpommerns als Land zum Arbeiten und (60 Prozent) und die Erleichterung der Einstellung ausländischer Fachkräfte (55 Prozent).
Um den Arbeitskräftebedarf der Branche nachhaltig zu sichern, wünschen sich die Unternehmen vor allem folgende Maßnahmen vom Land: Unterstützung bei der Gewinnung internationaler Arbeitskräfte (39 Prozent), Zugang, Wegweisung und Informationen zu touristischen Berufen, Ausbildungsberufen und Studiengängen (34 Prozent) sowie eine Rekrutierungskampagne des Landes in definierten Zielgruppen und Märkten (32 Prozent).
Das derzeitige Angebot für Qualifizierung und Rekrutierung von Personal halten 43 Prozent für nicht ausreichend. Nur vier Prozent sagen, dass es für Weiterbildung von Personal ausreichend Angebot in Mecklenburg-Vorpommern gibt, ein Prozent für Rekrutierung und zwei Prozent für beide Themenbereiche. 50 Prozent der Unternehmen können dies nicht einschätzen.
Einen landesweiten Service zur Bündelung von Qualifizierungs- und Rekrutierungsangeboten in Mecklenburg-Vorpommern halten 44 Prozent der Befragten für sinnvoll und 14 Prozent für nicht sinnvoll. Diejenigen, die ein solches Angebot befürworten würden, präferieren hier eine Kombination von digitalen und Präsenzangeboten und würden zum größten Teil (71 Prozent) auch Budget für einen oder sogar beide Bereiche (Weiterbildung und/oder Rekrutierung) einsetzen.
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17. Mai 2023
| Nr. 25
| Pressemitteilungen
Quartiere zu Himmelfahrt und Pfingsten im Urlaubsland zu drei Vierteln gebucht
Laut der aktuellen Branchenumfrage des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern unter rund 350 Anbietern, darunter zwei Drittel Beherbergungsbetriebe, werden die Quartiere an Himmelfahrt und zu Pfingsten 2023 im Urlaubsland zu drei Vierteln gebucht sein. Genauer gesagt erwarten die Befragten an Himmelfahrt eine Auslastung von rund 74 Prozent (Himmelfahrt 2022: 84 Prozent) und zu Pfingsten von rund 76 Prozent (Pfingsten 2022: 85 Prozent). Bisher sind die Quartiere zu Himmelfahrt zu 63 Prozent und an Pfingsten zu 62 Prozent gebucht, es wird wie zuletzt mit kurzfristigen Buchungen gerechnet, die das Bild verändern. Dazu Tobias Woitendorf, Tourismusbeauftragter des Landes und Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Auch beim zweiten großen Feiertagsblock des Jahres – Himmelfahrt und Pfingsten – liegt die erwartete Auslastung unter der des Vorjahres. Aus Erfahrung wissen wir: Wenn das Wetter mitspielt, ziehen die kurzfristigen Buchungen noch an; jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass wir uns verstärkt im Wettbewerb mit internationalen Reisezielen befinden, in die das Reisen nach der Pandemie wieder einfacher geworden ist. Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Lage in den Privathaushalten angespannt, da wird bisweilen am Kurzurlaub gespart.“
Wirtschaftliche Lage auf Niveau des Vorjahres
Die wirtschaftliche Lage wird von 45 Prozent aller Betriebe als sehr sicher oder sicher eingestuft, 41 Prozent verhielten sich neutral, nur 14 Prozent stuften diese als gefährdet oder akut gefährdet ein. Dazu Tobias Woitendorf: „Auch wenn ein Großteil der Betriebe auf sicheren Beinen steht, zeigt die Umfrage doch auch, dass rund jedes siebente Unternehmen gefährdet ist – ein zu hoher Anteil für ein Urlaubsland wie Mecklenburg-Vorpommern.“ Bei den Regionen beurteilen die Betriebe an der Mecklenburgischen Ostseeküste ihre wirtschaftliche Lage auf einer Notenskala von eins (sehr sicher) bis fünf (akut gefährdet) mit 2,23 am besten und die Betriebe auf Usedom mit 2,83 am schlechtesten.
Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahr
Die Preise bei den touristischen Unternehmen sind im zweiten Quartal 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitrum um zwölf Prozent gestiegen, wobei sich die Preissteigerungen am stärksten bei den gastronomischen Betrieben (+21 Prozent) und am geringsten bei den Beherbergungsbetrieben (+11 Prozent) bemerkbar machen. Bei den Regionen vermeldete die Insel Usedom die höchsten (+18 Prozent) und das Vorpommersche Festland die niedrigsten (+8 Prozent) Preissteigerungen. Parallel dazu ist das wahrgenommene Ausgabeverhalten der Gäste gesunken: So gaben rund zwei von drei Unternehmen (68 Prozent) an, dass ihre Gäste weniger oder sogar wesentlich weniger ausgaben als im Vorjahreszeitraum; 23 Prozent bemerkten ein ähnliches Ausgabeverhalten wie im letzten Jahr; acht Prozent berichteten über ausgabefreudigere Gäste. Besonders stark ist die Ausgabebereitschaft der Gäste aus Sicht der touristischen Regionalverbände (88 Prozent sagten, dass Gäste weniger oder deutlich weniger ausgeben) und der wassertouristischen Betriebe (92 Prozent) gesunken. Am wenigsten macht sich dies bei den gastronomischen Betrieben bemerkbar; hier berichteten 36 Prozent, dass Gäste weniger ausgaben.
Arbeitskräftemangel in fast jedem zweiten Unternehmen
Aktuell gaben 44 Prozent der Betriebe an, vom Arbeitskräftemangel betroffen zu sein, womit der Anteil auf demselben Niveau liegt wie im März 2023 und im Dezember 2022, aber niedriger als im August 2022 (49 Prozent Anteil). Besonders stark betroffen sind derzeit die gastronomischen Betriebe (60 Prozent), am wenigsten betroffen sind laut Umfrage die wassertouristischen Betriebe (25 Prozent). Jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) sieht den Arbeitskräftemangel als hohes oder sehr hohes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens; 32 Prozent stehen dem neutral gegenüber; nur 16 Prozent sehen hier derzeit kein oder nur ein geringes Risiko. Dabei wird das Risiko aktuell etwas geringer eingestuft als noch im März 2023 oder im August 2022 (58 Prozent beziehungsweise 59 Prozent Anteil für hohes/sehr hohes Risiko).
Am besten können die Betriebe aktuell dabei noch den Bedarf an Vollzeitkräften decken (79 Prozent komplett oder zum größten Teil). Am schlechtesten sieht es bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen aus: Nur 47 Prozent können den Bedarf an Azubis aktuell vollständig oder fast vollständig decken. Jedes fünfte Unternehmen kann den Bedarf aktuell gar nicht decken. Ähnlich schlecht sieht es bei der Suche nach Aushilfskräften aus, wo ebenfalls fast jedes zweite Unternehmen noch nennenswerten Bedarf hat.
Befragt man die Unternehmen zu den in Betracht gezogenen Optionen, um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken, so kommen auf betrieblicher Ebene besonders Einschränkungen der Öffnungszeiten (65 Prozent) beziehungsweise die Verknappung des Angebotes (49 Prozent) in Betracht. Eine komplette Betriebsaufgabe ist immerhin für neun Prozent der Unternehmen eine Option. Auf personeller Ebene spielt besonders die höhere Entlohnung eine Rolle (56 Prozent), die weitere Rekrutierung von Arbeitskräften aus dem Inland und der EU (41 Prozent) sowie die bessere Sicherstellung der Work-Life-Balance (37 Prozent)
Ausblick auf die Hauptsaison
Für die beiden Hauptsaison-Monate Juli und August erwarten die Beherbergungsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern eine Auslastung von jeweils durchschnittlich 82 Prozent. Dieser Wert liegt etwa fünf Prozentpunkte unter dem des Vorjahreszeitraumes. Auch hier geht die Hoffnung vieler Unternehmen in Richtung kurzfristiger Buchungen, die aber unter anderem vom Wetter abhängen.
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17. Mär 2023
| Nr. 16
| Pressemitteilungen
Noch freie Quartiere zum Osterfest in Mecklenburg-Vorpommern
Kurz vor den Osterfeiertagen 2023 zeigt die aktuelle Branchenumfrage des Landestourismusverbandes, dass sich sowohl die Vorbuchungsstände als auch die erwartete Auslastung für das Osterfest auf etwas niedrigerem Niveau im Vergleich zum Vorjahr befinden. Beteiligt haben sich an der Umfrage rund 350 Beherbergungsunternehmen, darunter Hotels, Anbieter von Ferienwohnungen, Campingplätze, sowie Freizeitanbieter und Touristinformationen. Dazu Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Die Nachfrage nach Urlaub im Nordosten ist nach wie vor hoch. Doch nach der Pandemie und im Umfeld anderer Krisen hält ein Teil der Menschen den Geldbeutel zusammen. Zudem – und das hat auch die ITB Berlin gezeigt – zieht es viele auch wieder in entferntere Gefilde, in die sie in den letzten Jahren nicht oder nur mit Aufwand oder Risiko reisen konnten. International werden weitere Erholungseffekte erwartet, in Deutschland mit sinkenden Anteilen an Reisen wird man sich in diesem Jahr nach der Decke strecken müssen.“ Gleichwohl, so Woitendorf, erwarte Mecklenburg-Vorpommern viele Ostergäste und lockten Gastgeberinnen und Gastgeber im Nordosten mit einer Fülle an Veranstaltungen – angefangen beim Fackelschwimmen in Plau am See über die Osterfeuermeile in Binz bis zum Strandgalopprennen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst – für einen erholsamen und entdeckungsreichen Kurzurlaub zwischen Ostseeküste und Seenplatte.
Während der Vorbuchungsstand für das Osterfest 2022 (vgl.: ) bei den Beherbergungsunternehmen bei durchschnittlich 56 Prozent und die erwartete Auslastung bei 71 Prozent lag, zeigt sich für 2023 folgendes Bild: Der Vorbuchungsstand für das Osterfest 2023 liegt der aktuellen Umfrage zufolge bei 46 Prozent, die erwartete Auslastung bei rund 63 Prozent. Auch die Erwartungen für die Nachfrage in der Hauptsaison, sprich Juli bis September, sind im Vergleich zum Vorjahr sowie zum Vor-Corona-Jahr 2019 zurückhaltender: Jeweils 39 Prozent der Unternehmen geht von einer sinkenden Entwicklung der Nachfrage im Vergleich zu den genannten Zeiträumen aus. Zudem rechnet nur ein kleiner Teil der touristischen Betriebe mit einer weiteren Erholung des internationalen Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern: Lediglich sieben Prozent der Unternehmen erwarten eine steigende Nachfrage von Gästen aus dem Ausland für die Hauptsaison im Vergleich zum Vorjahr (neun Prozent im Vergleich zu 2019). „Zuletzt haben die Buchungen angezogen. Doch die Erwartungen für Ostern und die weitere Saison machen deutlich: Wer sich jetzt für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern entscheidet, kann für Frühjahr, Sommer oder auch Herbst eine Unterkunft im Urlaubsland finden“, sagte Woitendorf.
Wirtschaftliche Lage auf dem Niveau des Vorjahreszeitraumes
Insgesamt bewerten 42 Prozent der Befragten ihre wirtschaftliche Lage als sicher oder sehr sicher, während 17 Prozent der Betriebe sich als gefährdet einschätzten; 41 verhielten sich neutral. Blickt man auf die einzelnen Segmente, ergibt sich folgendes Bild: Die touristischen Regionen und Touristinformationen bewerten ihre wirtschaftliche Lage überdurchschnittlich; gastronomische Betriebe, Freizeitanbieter, Beherberger und wassertouristische Anbieter unterdurchschnittlich. „In der Gesamtbetrachtung zeigt sich, dass sich die wirtschaftliche Lage der Unternehmen auf dem Niveau des Vorjahreszeitraumes befindet. Die Folgen der Pandemie und die aktuellen Krisen wirken einer schnelleren Erholung entgegen. Die Schwierigkeiten sind längst nicht ausgestanden“, sagte Woitendorf.
Arbeitskräftemangel: Knapp 60 Prozent der betroffenen Unternehmen wollen Öffnungszeiten einschränken
Nach wie vor bleibt der Arbeitskräftemangel das größte Problem in der Tourismusbranche: Insgesamt 44 Prozent der touristischen Betriebe im Nordosten sind laut Umfrage davon betroffen. Für vom Arbeitskräftemangel betroffene Unternehmen ist die Situation sehr ernst: 58 Prozent der Betreibe sehen darin ein großes beziehungsweise sehr großes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens, während lediglich sechs Prozent der Betriebe mit dem Arbeitskräftemangel überhaupt kein oder nur ein geringes Risiko für die Zukunft des Unternehmens verbinden; 36 Prozent verhielten sich dazu neutral.
Um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen, werden auf betrieblicher Ebene folgende Maßnahmen in Betracht gezogen: 58 Prozent wollen die Öffnungszeiten einschränken; 38 Prozent das Angebot verknappen, 21 Prozent bestimmte Bereiche im Unternehmen wie etwa den Wellnessbereich schließen, 13 Prozent vorrübergehend schließen, acht Prozent wollen ganz aufgeben.
Auf personeller Ebene wollen vom Arbeitskräftemangel betroffene Unternehmen vor allem mit einer höheren Entlohnung für Mitarbeitende (55 Prozent), der Rekrutierung von Menschen aus anderen Regionen Deutschlands oder der EU (49 Prozent) sowie der Sicherstellung der Work-Life-Balance des Personals (40 Prozent) reagieren.
Im Vergleich zur Befragung aus dem August 2022 haben vor allem die Rückgewinnung von Arbeitskräften (+ acht Prozentpunkte), die Sicherstellung der Work-Life-Balance (+ acht Prozentpunkte) sowie die Rekrutierung von Arbeitskräften aus Deutschland und der EU (+ sieben Prozentpunkte) am meisten an Bedeutung gewonnen.
Energiekrise ist hohes wirtschaftliches Risiko
Die Energiekrise bedeutet weiterhin eine Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen. 45 Prozent der Befragten sagten, dass diese ein hohes beziehungsweise sehr hohes Risiko darstelle, 36 Prozent verhielten sich neutral, 19 Prozent sahen ein geringes oder überhaupt kein Risiko diesbezüglich für ihr Unternehmen. Im Vergleich zum dritten Quartal 2022 – zu diesem Zeitpunkt haben noch 61 Prozent der Unternehmen ein großes oder gar sehr großes Risiko durch die Energiekrise wahrgenommen – hat sich die Lage etwas entspannt.
Zur Minimierung des wirtschaftlichen Risikos durch die Energiekrise haben die von der Politik beschlossenen Maßnahmen den Einschätzungen zufolge nur bedingt beigetragen. Insgesamt wurde den Maßnahmen wie der Einmalzahlung (durch sechs Prozent der Unternehmen), dem Gaspreisdeckel (durch 15 Prozent), dem Strompreisdeckel (durch 15 Prozent) sowie der Umsatzsteuersenkung (durch 23 Prozent) nur von einem kleineren Anteil der Betriebe ein hohes Ausmaß zur Reduzierung der Folgen zugestanden.
Auf betrieblicher Ebene sehen die Unternehmen Einsparungspotenziale in der Einschränkung der Öffnungszeiten (36 Prozent der Befragten), der Verknappung des Angebotes (27 Prozent der Befragten) sowie der Schließung bestimmter Bereiche (17 Prozent der Befragten). Als Lösungen zum Energiesparen werden vor allem Ansätze zur Optimierung der Raumwärme (von 60 Prozent der Unternehmen) und die Umstellung der Beleuchtung auf LED (von mehr als jedem zweiten Unternehmen) priorisiert.
Preise steigen weiter an
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Preise zu Ostern in allen Reiseregionen und über alle Bereiche hinweg, angefangen bei der Beherbergung über die Gastronomie bis hin zu den wassertouristischen Anbietern, um durchschnittlich 13 Prozent angestiegen. „Natürlich spielen Inflation und Preissteigerungen für den Einkauf von Waren in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Das gilt sowohl für Gäste als auch für Gastgeberinnen und Gastgeber. Fakt ist: Die Gäste haben weniger Geld in der Tasche und können sich während ihres Aufenthaltes weniger leisten“, sagte Woitendorf. Das macht auch die Umfrage deutlich: 62 Prozent der touristischen Betreibe in MV bemerkten ein teils deutlich reduziertes Ausgabeverhalten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; 25 Prozent verhielten sich neutral, 13 Prozent sagten, dass die Gäste etwas mehr ausgaben.
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09. Dez 2022
| Nr. 77
| Pressemitteilungen
Sorgenfalten statt zufriedener Mienen: Tourismusbranche mit gedämpften Erwartungen für das Jahresendgeschäft
Die Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns geht mit gedämpften Erwartungen in das Weihnachts- und Silvestergeschäft. Das ergab die Branchenumfrage des Landestourismusverbandes unter rund 350 Unternehmen, darunter Hotels, Ferienwohnungen Campingplätze, Freizeitanbieter sowie gastronomische Einrichtungen. Demnach liegt die erwartete Auslastung für Weihnachten in den Häusern bei rund einem Drittel und damit niedriger als in früheren Jahren. Für Silvester zeichnet sich folgendes Bild ab: Die Unternehmen sind aktuell zu knapp 60 Prozent gebucht; die erwartete Auslastung liegt bei etwa 70 Prozent. Dazu Tobias Woitendorf, Tourismusbeauftragter des Landes und Geschäftsführer des Landestourismusverbandes: „Jahrzehntelang herrschte zum Jahresende Hochkonjunktur im Urlaubsland. Die Krisensituation der vergangenen Jahre hat dies verändert. Ende 2021 schlug die 2G-Plus-Regel ins Kontor. Jetzt bremst die Sorge um Energiesicherheit und Preise die Buchungslust und vergrößert die Unsicherheit bei den Gastgeber:innen. Das Geschäft läuft seit Herbst extrem kurzfristig. Das erschwert die Planung zusätzlich, lässt aber auch einen Funken Hoffnung zu, dass die Erwartungen von der Realität am Ende übertroffen werden könnten.“
Wirtschaftliche Lage verschlechtert sich im Jahresverlauf / Gestiegene Energiekosten gefährden wirtschaftliche Entwicklung
Angesichts der für viele Unternehmen nicht aufgelösten und vollends abschätzbaren Krisensituation verschlechtert sich auch die Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage. Aktuell schätzen 17 Prozent der Befragten und damit jedes sechste Unternehmen die wirtschaftliche Lage als gefährdet beziehungsweise akut gefährdet ein. 46 Prozent äußerten sich dazu neutral; 36 Prozent bewerten die Situation des Unternehmens als sicher bzw. sehr sicher ein. Diese Werte liegen unter denen des Sommers 2022 (vgl.: ) und bewegen sich auf dem Niveau vom Dezember 2021.
Wenig überraschend: Insbesondere die gestiegenen Energiekosten gefährden die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen: Fast zwei Drittel der Betriebe (63 Prozent) bestätigen dies. Zur Minimierung der Unsicherheiten infolge der Energiekrise tragen laut Umfrage die von der Politik getroffenen Maßnahmen wie die Einmalzahlung im Dezember 2022, der Gaspreisdeckel ab 2023, der Strompreisdeckel ab 2023 oder die Umsatzsteuersenkungen bisher nur in geringem Maße bei. Hier werden weiterhin Klarheit und konkretes Handeln vermisst.
Als größte Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung werden neben dem Arbeitskräftemangel und den gestiegenen Energiekosten zudem internationale Krisen, wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sowie die Arbeits- und Personalkosten benannt.
Preise steigen weiter an / Gäste geben weniger aus
Wie die Verbraucherpreise insgesamt, steigen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auch die Preise für Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern: laut Umfrage um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zugleich vermelden die touristischen Betriebe ein deutlich zurückhaltendes Ausgabeverhalten der Gäste: Fast drei Viertel (72 Prozent) gaben an, dass die Gäste weniger oder sogar wesentlich weniger Geld ausgaben als im Vorjahreszeitraum.
Gäste buchen kurzfristiger
Die aktuelle Branchenumfrage macht auch deutlich, dass sich Gäste sprichwörtlich in der letzten Sekunde für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern entscheiden. 70 Prozent der Befragten sagten, dass ihre Gäste kurzfristiger buchen beziehungsweise reservieren würden. Nur jedes fünfte Unternehmen nimmt keine Änderung des Buchungsverhaltens wahr. Lediglich elf Prozent sagten, dass Gäste langfristiger im Voraus buchen beziehungsweise reservieren.
Arbeitskräftemangel: Mobilitätsanbieter und Beherbergungsunternehmen am meisten betroffen
Der Arbeitskräftemangel bleibt Dauerthema: 43 Prozent der Befragten fehlt momentan Personal. Insbesondere Verkehrsträger (75 Prozent) und Beherbergungsunternehmen (44 Prozent) beklagen einen Mangel. Aber auch 41 Prozent der Freizeitanbieter, 38 Prozent der wassertouristischen Anbieter, 36 Prozent der Touristinformationsstellen und 27 Prozent der gastronomischen Einrichtungen sind spürbar betroffen.
Ebenfalls verhalten: Ausblick auf das Urlaubsjahr 2023
Ausgehend von den Vorbuchungsständen, der allgemeinen Unsicherheit und der wirtschaftlichen Situation gehen 45 Prozent der Befragten davon aus, dass das nächste Jahr in Bezug auf den erwarteten Umsatz weniger erfolgreicher als 2022 wird. 34 Prozent gaben an, dass sie ein Geschäft auf Vorjahresniveau erwarten; lediglich neun Prozent erwarten eine positive Entwicklung der Umsätze. Zwölf Prozent der Befragten machten dazu keine Aussage. „Entscheidend für den touristischen Erfolg sind halbwegs stabile Rahmenbedingungen. Kommen diese zustande, kann die Branche ihre Leistungsfähigkeit zeigen und vernünftig arbeiten. Es ist viel zu früh, das kommende Jahr abzuschreiben, aber es sind zurzeit mehr schlechte als gute Vorzeichen zu erkennen,“ so Woitendorf abschließend.
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