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09. Dez 2022
| Nr. 77
| Pressemitteilungen
Sorgenfalten statt zufriedener Mienen: Tourismusbranche mit gedämpften Erwartungen für das Jahresendgeschäft
Die Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns geht mit gedämpften Erwartungen in das Weihnachts- und Silvestergeschäft. Das ergab die Branchenumfrage des Landestourismusverbandes unter rund 350 Unternehmen, darunter Hotels, Ferienwohnungen Campingplätze, Freizeitanbieter sowie gastronomische Einrichtungen. Demnach liegt die erwartete Auslastung für Weihnachten in den Häusern bei rund einem Drittel und damit niedriger als in früheren Jahren. Für Silvester zeichnet sich folgendes Bild ab: Die Unternehmen sind aktuell zu knapp 60 Prozent gebucht; die erwartete Auslastung liegt bei etwa 70 Prozent. Dazu Tobias Woitendorf, Tourismusbeauftragter des Landes und Geschäftsführer des Landestourismusverbandes: „Jahrzehntelang herrschte zum Jahresende Hochkonjunktur im Urlaubsland. Die Krisensituation der vergangenen Jahre hat dies verändert. Ende 2021 schlug die 2G-Plus-Regel ins Kontor. Jetzt bremst die Sorge um Energiesicherheit und Preise die Buchungslust und vergrößert die Unsicherheit bei den Gastgeber:innen. Das Geschäft läuft seit Herbst extrem kurzfristig. Das erschwert die Planung zusätzlich, lässt aber auch einen Funken Hoffnung zu, dass die Erwartungen von der Realität am Ende übertroffen werden könnten.“
Wirtschaftliche Lage verschlechtert sich im Jahresverlauf / Gestiegene Energiekosten gefährden wirtschaftliche Entwicklung
Angesichts der für viele Unternehmen nicht aufgelösten und vollends abschätzbaren Krisensituation verschlechtert sich auch die Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage. Aktuell schätzen 17 Prozent der Befragten und damit jedes sechste Unternehmen die wirtschaftliche Lage als gefährdet beziehungsweise akut gefährdet ein. 46 Prozent äußerten sich dazu neutral; 36 Prozent bewerten die Situation des Unternehmens als sicher bzw. sehr sicher ein. Diese Werte liegen unter denen des Sommers 2022 (vgl.: ) und bewegen sich auf dem Niveau vom Dezember 2021.
Wenig überraschend: Insbesondere die gestiegenen Energiekosten gefährden die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen: Fast zwei Drittel der Betriebe (63 Prozent) bestätigen dies. Zur Minimierung der Unsicherheiten infolge der Energiekrise tragen laut Umfrage die von der Politik getroffenen Maßnahmen wie die Einmalzahlung im Dezember 2022, der Gaspreisdeckel ab 2023, der Strompreisdeckel ab 2023 oder die Umsatzsteuersenkungen bisher nur in geringem Maße bei. Hier werden weiterhin Klarheit und konkretes Handeln vermisst.
Als größte Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung werden neben dem Arbeitskräftemangel und den gestiegenen Energiekosten zudem internationale Krisen, wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sowie die Arbeits- und Personalkosten benannt.
Preise steigen weiter an / Gäste geben weniger aus
Wie die Verbraucherpreise insgesamt, steigen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auch die Preise für Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern: laut Umfrage um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zugleich vermelden die touristischen Betriebe ein deutlich zurückhaltendes Ausgabeverhalten der Gäste: Fast drei Viertel (72 Prozent) gaben an, dass die Gäste weniger oder sogar wesentlich weniger Geld ausgaben als im Vorjahreszeitraum.
Gäste buchen kurzfristiger
Die aktuelle Branchenumfrage macht auch deutlich, dass sich Gäste sprichwörtlich in der letzten Sekunde für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern entscheiden. 70 Prozent der Befragten sagten, dass ihre Gäste kurzfristiger buchen beziehungsweise reservieren würden. Nur jedes fünfte Unternehmen nimmt keine Änderung des Buchungsverhaltens wahr. Lediglich elf Prozent sagten, dass Gäste langfristiger im Voraus buchen beziehungsweise reservieren.
Arbeitskräftemangel: Mobilitätsanbieter und Beherbergungsunternehmen am meisten betroffen
Der Arbeitskräftemangel bleibt Dauerthema: 43 Prozent der Befragten fehlt momentan Personal. Insbesondere Verkehrsträger (75 Prozent) und Beherbergungsunternehmen (44 Prozent) beklagen einen Mangel. Aber auch 41 Prozent der Freizeitanbieter, 38 Prozent der wassertouristischen Anbieter, 36 Prozent der Touristinformationsstellen und 27 Prozent der gastronomischen Einrichtungen sind spürbar betroffen.
Ebenfalls verhalten: Ausblick auf das Urlaubsjahr 2023
Ausgehend von den Vorbuchungsständen, der allgemeinen Unsicherheit und der wirtschaftlichen Situation gehen 45 Prozent der Befragten davon aus, dass das nächste Jahr in Bezug auf den erwarteten Umsatz weniger erfolgreicher als 2022 wird. 34 Prozent gaben an, dass sie ein Geschäft auf Vorjahresniveau erwarten; lediglich neun Prozent erwarten eine positive Entwicklung der Umsätze. Zwölf Prozent der Befragten machten dazu keine Aussage. „Entscheidend für den touristischen Erfolg sind halbwegs stabile Rahmenbedingungen. Kommen diese zustande, kann die Branche ihre Leistungsfähigkeit zeigen und vernünftig arbeiten. Es ist viel zu früh, das kommende Jahr abzuschreiben, aber es sind zurzeit mehr schlechte als gute Vorzeichen zu erkennen,“ so Woitendorf abschließend.
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31. Aug 2022
| Nr. 54
| Pressemitteilungen
Bilanz im MV-Tourismus: Sommer gut, Stimmung trübt sich ein
Unter erschwerten Rahmenbedingungen hat die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern eine gute Sommersaison geschafft. Dies zeigen die Ergebnisse der Saisonumfrage 2022 mit mehr als 450 Beteiligten. Der Landestourismusverband (TMV) rechnet insgesamt mit bis zu fünf Millionen Gästen, die im Zeitraum der Sommerferien in den deutschen Bundesländern zwischen Ostsee und Seenplatte übernachteten. Nachfrage und Auslastung waren vielerorts hoch, Einschränkungen gab es teilweise im Landesinneren und in Bereichen wie der Gastronomie oder der Kultur.
„Mecklenburg-Vorpommern ist wieder ein sehr stark nachgefragtes und bereistes Urlaubsziel. Nach zwei Corona-Jahren hatte Mecklenburg-Vorpommern einen guten Start mit starken Zuwächsen zwischen Januar und Juni dieses Jahres. Es ist viel los im Land. Die Menschen sind wieder reisehungrig. Das macht sich vielerorts bemerkbar. Unser Land nähert sich bei den Übernachtungen allmählich wieder dem Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019 an. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn die Branche steht weiter vor großen Herausforderungen. Die Themen Fachkräftesicherung, Energiekrise und die Folgen der Pandemie machen den Unternehmen zu schaffen. Dennoch muss es gelingen, unter erschwerten Bedingungen das Angebot weiter zu verbessern und die Qualität zu steigern, um im Wettbewerb mit anderen mithalten zu können. Das sorgt im Ergebnis für gesteigerte Wertschöpfung und verbesserte Rahmenbedingungen für alle Beteiligten – vom Gast bis zum Beschäftigten“, betonte Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit.
Wie aktuelle Zahlen des Statistischen Amtes zeigen, konnte im ersten Halbjahr mit 12,2 Millionen statistisch erfassten Übernachtungen ein deutlich besseres Ergebnis verbucht werden als in den beiden Corona-geprägten Vorjahren (2020: 7,9 Millionen, 2021: 4,5 Millionen). Zwar hat die Branche zwischen Januar und Juni nicht das bisherige Spitzenergebnis an Übernachtungen des ersten Halbjahres 2019 (13,5 Millionen) erreichen können, liegt aber klar über dem Niveau von 2018 (11,8 Millionen).
Birgit Hesse, Präsidentin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, ergänzte: „Zum Glück profitiert Mecklenburg-Vorpommern seit Jahrzehnten von einer starken Inlandsnachfrage. Darauf konnten wir trotz der sich inzwischen überlagernden Krisen auch in diesem Sommer bauen. Unter anderem Preissteigerungen, Personalprobleme und die Pandemie machen der Branche zu schaffen. Volle Strände und ein breites Freizeitangebot brachten vor dem Hintergrund einer kontrollierten Pandemie-Lage im Sommer vordergründig so etwas wie Normalität zurück. Der Ausblick auf den Herbst ist jedoch getrübt und macht deutlich, wie stark der Tourismus von äußeren, insbesondere gesellschaftlichen und politischen Einflüssen geprägt ist. Deshalb ist es wichtig, dass vor allem Infektionsschutzregeln für die Herbst- und Wintermonate auf ein notwendiges und effektives Maß beschränkt bleiben, so wie es der Deutsche Tourismusverband mit den führenden Tourismusverbänden kürzlich und der TMV bereits im Juni forderte. “
Momentaufnahme: Branche mit Hauptsaison zufrieden
Laut der Saisonumfrage des Landestourismusverbandes unter mehr als 450 Unternehmen, darunter Beherberger, Gastronomiebetriebe, Freizeit- und Wassertourismusanbieter sowie Verkehrsträger, zeigt sich, dass die Auslastung der angebotenen Kapazitäten auch in diesem Sommer hoch war: Für Juli lag sie mit durchschnittlich 87 Prozent etwas höher als im August mit rund 80 Prozent. Auffällig ist der mit dem Ende der Sommerferien in den Bundesländern einhergehende Rückgang der Nachfrage. So beträgt der Vorbuchungsstand für September rund 54 Prozent, die erwartete Auslastung liegt bei rund 65 Prozent. Für den Oktober werden aktuell nicht mehr als 50 Prozent Auslastung erwartet.
Dennoch schätzt laut Umfrage knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) die aktuelle wirtschaftliche Lage noch als sicher bzw. sogar sehr sicher ein, 38 Prozent verhalten sich neutral. Alarmierend: 14 Prozent stufen ihren Betrieb als gefährdet oder akut gefährdet ein.
Bei der Frage, wie die Teilnehmer die derzeitige Marktlage für ihr Unternehmen bewerten, sagten 40 Prozent, dass sie diese als vorteilhaft beziehungsweise sehr vorteilhaft verstehen. 36 Prozent schätzen die aktuellen Rahmenbedingungen als neutral ein; bereits 24 Prozent sehen sie als herausfordernd beziehungsweise sehr herausfordernd an. „Der Ukraine-Krieg, die Energiekrise und die noch immer anhaltende Pandemie mit ungewissem Ausmaß in den Herbst- und Wintermonaten führen bei vielen Unternehmen zu großen Unsicherheiten. Dies macht uns große Sorgen. Wenn der Tourismus wackelt, hat das in einem Land wie Mecklenburg-Vorpommern, in dem jeder fünfte Arbeitsplatz daran hängt, unmittelbaren Einfluss auf die verwandten Branchen“, erklärte der Tourismusbeauftragte des Landes, Tobias Woitendorf.
Hohe Gästezufriedenheit
Die Gästezufriedenheit ist laut Umfrage über alle Bereiche hinweg hoch – das konstatierten mehr als drei Viertel (78 Prozent) der Befragten. Lediglich sieben Prozent erkennen eine niedrige beziehungsweise sehr niedrige Gästezufriedenheit. Besonders hoch zeigt sich die Zufriedenheit der Gäste bei den wassertouristischen Anbietern (sehr hoch/hoch: 92 Prozent), bei den Beherbergungsbetrieben (sehr hoch/hoch: 82 Prozent) und bei den Gastronomiebetrieben (sehr hoch/hoch: 74 Prozent). Merklich geringer wird diese bei den Verkehrsträgern/Mobilitätsanbietern eingeschätzt. Nur jedes zweite Unternehmen spricht hier von zufriedenen Gästen. „Die Unzufriedenheit bei den Verkehrsträgern ist auf die Unsicherheiten im Zuge der Einführung des 9-Euro-Tickets zurückzuführen. Hier kam es insbesondere auf den Strecken aus den Metropolen Hamburg und Berlin nach Mecklenburg-Vorpommern zu Überlastungen, die kurzfristig nicht abgefedert werden konnten“, sagte Tobias Woitendorf.
„Eine Nachfolgelösung zum 9-Euro-Ticket wird gebraucht. Wir brauchen einen tragfähigen und nachhaltigen Vorschlag vom Bund, den auch die Länder mittragen können. Dieser muss dauerhaft finanziell abgesichert sein. Wer in unser Tourismusland kommt, will planbar reisen können. Dazu zählt auch eine ausfinanzierte Nachfolgeoption zum 9-Euro-Ticket“, forderte Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer.
Drei Viertel halten 9-Euro-Ticket für irrelevant
Das in diesem Sommer von vielen Bürgern genutzte 9-Euro-Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr sehen drei Viertel der Befragten als für ihren Betrieb irrelevant an; 18 Prozent bewerten die Auswirkungen als positiv, sechs Prozent negativ. Von den 24 Prozent, auf die das 9-Euro-Ticket Auswirkungen hatte, gab es folgende Einschätzungen: Immerhin 55 Prozent konstatierten eine positive Auswirkung auf die Gästezahlen; 31 Prozent sahen positive Effekte auf den Umsatz. „Das Ticket hat seine zusätzlichen Wirkungen vor allem im Nahverkehr. Touristisch gibt es Nachholbedarf bei Linien, Takten und Frequenzen. Die bestehenden Verbindungen in die Tourismusregionen waren auch vor der Einführung des 9-Euro-Tickets stark gebucht. Um wirklich nachhaltiger zu werden, braucht es für eine Neuauflage eine stärkere Betrachtung touristischer Ströme, sagte Woitendorf.
Preise um rund ein Viertel im Vergleich zur Vor-Corona-Ära gestiegen
Erneut macht die Umfrage einen Preisanstieg in der Hauptsaison im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich: So gaben die Befragten einen durchschnittlichen Anstieg von rund elf Prozent an, bei den Beherbergern waren es ebenfalls elf Prozent, bei den Gastronomen 15 Prozent, bei den Freizeitanbietern knapp zehn Prozent, im Wassertourismus 13 Prozent und bei den Verkehrsträgern rund 30 Prozent. Im Vergleich zu 2019 sind die Preise in der Hauptsaison (Juli bis September) damit um rund ein Viertel gestiegen. „Wenn die Preise für den Urlaub kostenbedingt weiter steigen, ist zu befürchten, dass das Geld für den Herbst- oder Winterurlaub fehlt“, sagte Birgit Hesse.
„Für steigende Preise gibt es vielfältige und sicherlich auch nachvollziehbare Gründe. Sie müssen vor allem den Gästen gut erklärt werden. Preissteigerungen sind für Kunden schmerzhaft, da sie Urlauber auch vom Wiederkommen abhalten können. Deshalb ist hier vor allem in der Kommunikation viel Fingerspitzengefühl gefordert. Entscheidend ist und bleibt ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das die Kunden akzeptieren“, sagte Tourismusminister Reinhard Meyer.
Gäste gaben weniger aus
Der Preisanstieg führt über alle befragten Akteure hinweg dazu, dass Gäste schon jetzt weniger Geld in ihrem Urlaub ausgaben – das sagten 71 Prozent. 24 Prozent gaben an, dass die Gäste genauso viel Geld investierten wie im Vorjahreszeitraum; fünf Prozent sogar mehr. Besonders die Verkehrsträger (67 Prozent), die Freizeit- und Erlebnisanbieter (79 Prozent) und die Tourist-Informationen (81 Prozent) sagten, dass ihre Gäste etwas weniger beziehungsweise viel weniger Geld ausgaben.
Jedes zweite Unternehmen von Arbeitskräftemangel betroffen / Die meisten Mitarbeiter fehlen im Service
Rund jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) leidet laut Umfrage unter dem Arbeitskräftemangel. Im Einzelnen sind die touristischen Akteure wie folgt betroffen: Beherberger zu 55 Prozent, Gastronomen zu 58 Prozent, Freizeitanbieter zu 38 Prozent, Tourist-Informationen zu 25 Prozent, Verkehrsträger zu 100 Prozent und wassertouristische Betriebe zu 31 Prozent. Service, Housekeeping und Küche sind die Unternehmensbereiche, die am meisten vom Arbeitskräftemangel betroffen sind.
„Die Fachkräftesicherung im Tourismus ist eines der drängendsten Herausforderungen der Branche. Das belegt auch die Umfrage. Wir wollen vor allem auch deshalb eine Tourismusakademie in Mecklenburg-Vorpommern aufbauen mit dem Ziel, Fachkräfte für unser Land auszubilden, zu qualifizieren und auch hier zu halten. Das geht nur zusammen mit der Wirtschaft im Land. Darüber hinaus können Qualifizierungsmaßnahmen der unterschiedlichen Akteure im Land vernetzt und auch optimiert werden“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.
Der Arbeitskräftemangel wird dabei zunehmend zum wirtschaftlichen Risiko für die Unternehmen – das gaben 59 Prozent der Befragten an. Besonders in der Gastronomie (64 Prozent), bei den Verkehrsträgern (67 Prozent) und im Wassertourismus (75 Prozent) wurde der Arbeitskräftemangel als hohes beziehungsweise sehr hohes Risiko für die wirtschaftliche Standfestigkeit gesehen.
Im Einzelnen können nur 15 Prozent der Befragten ihren Bedarf an Vollzeitkräften komplett decken, 48 Prozent teilweise, 28 Prozent zum geringen Teil, neun Prozent gar nicht. Den Bedarf an Teilzeitkräften können sechs Prozent der Befragten komplett, 44 Prozent teilweise, 37 Prozent zum geringen Teil und 13 Prozent gar nicht decken. Den Bedarf an Auszubildenden kann nur 15 Prozent komplett, 20 Prozent teilweise und nur jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) zum geringen Teil decken, 28 Prozent gar nicht. Auch für Aushilfskräfte gibt es Bedarf: Nur sieben Prozent können den Bedarf komplett decken, 31 Prozent teilweise, 42 Prozent zum geringen Teil und jedes fünfte Unternehmen gar nicht.
Unter Federführung des Wirtschaftsministeriums wird eine Fachkräftestrategie für Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet. „Es geht darum, die Veränderungen der Wirtschaft und Arbeitswelt nachhaltig zu gestalten“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Meyer. Die Fachkräftestrategie soll vier Säulen umfassen: die Qualifizierung von Fachkräften, die Sicherung und Ausschöpfung von Erwerbspotenzialen, die Gewinnung von Fachkräften aus dem In- und Ausland sowie die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen im Land. In einem rund 40-köpfigen Expertenbeirat wird die Strategie erarbeitet. Der Beirat setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Bundesagentur für Arbeit, von Unternehmensverbänden und Kammern, Gewerkschaften sowie einzelnen Unternehmen mit Interesse an Fachkräftethemen und Netzwerkpartnern zusammen.
Kultur- und Freizeitformate in Konsolidierungsphase / Hohe mediale Aufmerksamt dank der Jubiläen
In der Kultur- und Veranstaltungsszene zeichnet sich ebenfalls ein differenziertes Bild ab. Ein Teil von etablierten Reihen befindet sich in einer Konsolidierungsphase und ist mit zum Teil veränderten Konzepten auf dem Weg, an die Besucherzahlen vor der Pandemie anzuknüpfen. Ein anderer Teil verlor über die Pandemie hinweg Besucher. Große Aufmerksamkeit, vor allem auch medial, erlangte die Exklusiv-Residenz des New York Philharmonic im Mai dieses Jahres auf Usedom, bei der 5.400 Besucher begrüßt werden konnten. Drei der fünf Veranstaltungen, darunter drei Peenemünder Konzerte im Kraftwerk des Historisch-Technischen Museums Peenemünde, waren ausverkauft. Die etwa 110 Musikerinnen und Musiker spielten unter der Leitung von Jaap van Zweden in Peenemünde, Heringsdorf und Wolgast. Zudem traten die Solisten Anne-Sophie Mutter, Thomas Hampson und Jan Lisiecki auf. Das Usedomer Musikfestival, das in diesem Jahr vom 17. September bis 8. Oktober stattfindet, begrüßte Besucher aus ganz Europa und den USA, und erreichte medial ein Millionenpublikum.
Auf der Hanse Sail vom 11. bis 14. August etwa konnten 400.000 Gäste begrüßt werden (vgl. 2019: 450.000 Besucher). Das neue Konzept sah in diesem Jahr 33 räumlich verteilte Erlebnisbereiche vom Rostocker Stadthafen bis zum Seebad Warnemünde vor. Allerdings fehlte fast die Hälfte der Schiffe, darunter die russischen. Das Mecklenburgische Staatstheater vermeldet bei den Schlossfestspielen einen Besucherstand auf Vorjahresniveau (2022: 17.500 Besucher; vgl. 2019: 30.200). Auch hier gab es ein neues Konzept: Statt einer großen Musiktheaterinszenierung auf dem Alten Garten und einer Schauspielproduktion im Schlossinnenhof, haben die Veranstalter auf Vielfalt gesetzt und ein Programm mit allen sechs Sparten an unterschiedlichen Spielorten aufgelegt. Neu war beispielweise der Aufführungsort „Schwimmende Wiese“ im Schlosspark. Das Volkstheater Rostock vermeldete eine 90-prozentige Auslastung der Musical-Aufführungen in der Halle 207; der Zuspruch für „Heat Wave – Das Musical mit den Hits der frühen 80er“ sei enorm gewesen, hieß es.
Die Störtebeker Festspiele konnten in diesem Jahr nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause wieder stattfinden; eine Bilanz steht noch aus. Bei der siebten Auflage des Fahrrad-Events Velo Classico fuhren rund 200 Radler in Retrokleidung durch die Mecklenburgische Seenplatte; dies entspricht der Hälfte der Besucheranzahl gegenüber dem Jahr 2019. Der Rückgang der Teilnehmer um 50 Prozent zieht Wirtschaftlichkeitsüberlegungen nach sich.
Die Hansestadt Wismar zeigte sich zufrieden mit dem Theatersommer 2022, den 4.000 Gäste erlebten. Der Welterbetag mit zentraler Eröffnungsveranstaltung in Wismar fand großen Zuspruch; ebenso die Sonderausstellung im Welt-Erbe-Haus anlässlich des Jubiläums „20 Jahre Welterbe Wismar“, die jetzt in der zweiten Jubiläumsstadt Stralsund gezeigt wird. Die Führungen, die im Rahmen des Nosferatu-Jubiläums veranstaltet wurden, waren ausverkauft, hieß es von der örtlichen Tourist-Information. Das Jubiläum anlässlich des 200. Geburtstages von Heinrich Schliemann führte zu mehr Aufmerksamkeit sowohl für die Ausstellung in der Gedenkstätte in seinem Geburtsort Neubukow als auch im Schliemann-Museum in Ankershagen. Mit neuen Formaten wie dem Inklusionsfestival „all inklusive“ oder „Kühlungsborn Tanzt“ tut sich etwas im Veranstaltungskalender im Nordosten.
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20. Mai 2022
| Nr. 31
| Pressemitteilungen
Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern rechnet mit guter Auslastung für die Feiertage Himmelfahrt und Pfingsten
Stimmungsbild kurz vor den Feiertagen: Laut einer Branchenumfrage, an der sich mehr als 350 Beherbergungsunternehmen (Hotels, Jugendherbergen, Campingplätze etc.) und Freizeitanbieter beteiligt haben, blicken viele Betriebe mit Zuversicht auf Himmelfahrt und Pfingsten. Der aktuelle Vorbuchungsstand liegt für beide Anlässe bei rund 75 Prozent. Spontanreisende hinzugerechnet, kann im Landesdurchschnitt jeweils mit einer Auslastung zwischen 80 und 90 Prozent gerechnet werden, d. h., an den verlängerten Wochenenden werden jeweils mehr als 300.000 übernachtende Gäste den Weg ins Urlaubsland finden. Das Himmelfahrtswochenende scheint dabei im Moment noch etwas stärker gefragt zu sein als Pfingsten.
„Dies ist natürlich eine deutliche Steigerung gegenüber den Pandemie-Jahren, aber es ist damit laut Aussage der Unternehmen bei vielen noch nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht“, erklärte Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Zudem erwarteten die Unternehmen nach den Feiertagswochen einen Rückgang der Nachfrage bis zum Beginn der Sommerferien. Über den gesamten Juni betrachtet, werden voraussichtlich zwei Drittel der Kapazitäten gebucht sein. Für Juli und August erwarten die Unternehmen Auslastungen von knapp 90 Prozent, was für eine erneut intensive Sommersaison zwischen Ostsee und Seenplatte spricht. Allerdings gehen rund 40 Prozent der Befragten davon aus, dass Nachfrage und Auslastung gegenüber 2019 sinken werden. Darüber hinaus wird das Neun-Euro-Ticket, mit dem Fahrgäste ab dem 1. Juni für neun Euro den bundesweiten Nahverkehr nutzen können, auch Einfluss auf das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern haben. Dazu Tobias Woitendorf: „Infolge des neuen Bahnangebotes wird es natürlich zu etwas volleren Orten kommen. Deswegen ist eine gute Kommunikation aller Beteiligten notwendig. Wir bedauern ein wenig, dass es nach dreimonatiger Planungsphase keine erweiterten Kapazitäten und nachhaltigeren Lösungen gibt.“
Wirtschaftliche Abhängigkeit vom Staat sinkt weiter
Der Anteil der Tourismusbetriebe im Nordosten, die auf wirtschaftliche Hilfen angewiesen sind, ist derweil so niedrig wie nie zuvor in der Pandemie. Nur rund zehn Prozent der Beherbergungsbetriebe im Land und 22 Prozent der Freizeitanbieter benötigen aktuell noch staatliche Unterstützungen. Im Vorjahreszeitraum waren dies noch rund 50 Prozent der Beherbergungsbetriebe und 66 Prozent der Freizeitanbieter. Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen der Situation im Landesinneren im Vergleich zu den Küstenregionen: Während in der Region Mecklenburg-Schwerin rund 18 Prozent der Beherberger staatliche Hilfen benötigen, sind es auf der Insel Rügen acht und auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sogar nur vier Prozent.
Jedes zweite Unternehmen (Beherbergung: 49 Prozent, Freizeitanbieter: 47 Prozent) schätzt die wirtschaftliche Lage des eigenen Betriebes mittlerweile als sehr sicher beziehungsweise sicher ein. Dazu Tobias Woitendorf: „Wo gearbeitet und Nachfrage erzeugt werden kann, sinkt die Abhängigkeit vom Staat. Dies muss auch dann erhalten bleiben, wenn im Herbst womöglich eine neue Corona-Variante aufkommt. Die Politik ist gefordert, sich entsprechend vorzubereiten.“
Momentan befinden sich nur noch rund fünf Prozent aller Mitarbeitenden in Beherbergungsbetrieben in Kurzarbeit (Freizeitanbieter: zwei Prozent). Im Mai 2021 waren dies noch rund 42 Prozent der Beherbergungsunternehmen und 39 Prozent der Freizeitanbieter.
Krieg in der Ukraine lässt Preise im Nordosten steigen
Der Krieg in der Ukraine wirkt sich auch spürbar auf die Preisentwicklung im Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern aus: So stiegen diese nach Angaben der befragten Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn und zu 2019 um rund 15 Prozent an. Als Gründe für die Preiserhöhungen gaben die Beherbergungsbetriebe an, dass die Kosten bei Lieferanten (78 Prozent), für den Wareneinkauf (61 Prozent) sowie für den Fuhrpark (52 Prozent) angestiegen sind. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen (70 Prozent) gibt höhere Kosten ganz oder teilweise an die Gäste weiter. Zugleich zeigt sich die Branche in dieser Situation hilfsbereit: So haben rund 20 Prozent der Unterkunftsbetriebe und ein noch größerer Teil der Freizeitanbieter (39 Prozent) Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen beziehungsweise angestellt.
In Folge der Preissteigerungen sank die Zahl der Buchungen, und die Stornierungsquote stieg. Ein Großteil der Befragten sieht jedoch nicht nur die steigenden Preise als alleinigen Grund für diesen Umstand, sondern auch die Hotspot-Regelung, die in Mecklenburg-Vorpommern anders als in anderen Bundesländern bis zum 27. April galt. Rund 57 Prozent der befragten Beherbergungsunternehmen und 49 Prozent der Freizeitanbieter sahen darin einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Urlaubsdestinationen. Gäste äußerten demnach Unverständnis, wanderten in andere Regionen ab, auch sei der Aufwand für die Umsetzung der Schutzmaßnahmen weiterhin hoch gewesen.
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31. Mär 2022
| Nr. 21
| Pressemitteilungen
Osterfest markiert Saisonstart im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern unter erschwerten Bedingungen
Kurz vor den Osterfeiertagen 2022 zeigt eine aktuelle Umfrage des Landestourismusverbandes (TMV), dass das Fest in diesem Jahr zwar den eigentlichen Saisonstart markiert, dass auf den Unternehmen aber bedingt durch Corona und den Krieg auch Erschwernisse lasten. Unter anderem die angespannte Personal- und Preissituation macht vielen Tourismusakteuren zu schaffen. Beteiligt haben sich an der Umfrage rund 300 Beherbergungsunternehmen, darunter Hotels, Anbieter von Ferienwohnungen und Campingplätzen, sowie Freizeitanbieter. Dazu Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Im dritten Jahr der Pandemie können wir erfreulicherweise zum ersten Mal wieder mit einem Ostergeschäft rechnen – wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Es ist jetzt dennoch und gerade deswegen wichtig, gut aus den Startblöcken zu kommen, um in eine möglichst erfolgreiche, stabile und sichere Frühjahrs- und Sommersaison zu starten.“
Die Betrachtung der Umfrageergebnisse zeigt zudem, dass sich die wirtschaftliche Lage in den Küstenregionen deutlich positiver ausnimmt als im Landesinneren: So sind in der Region Mecklenburg-Schwerin 45 Prozent der Beherbergungsunternehmen und in der Mecklenburgischen Seenplatte 33 Prozent auf staatliche Hilfe angewiesen, während es an der Mecklenburgischen Ostseeküste 17 und auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst nur elf Prozent sind. Der Landesdurchschnitt liegt bei 26 Prozent. Zudem befinden sich im Durchschnitt 15 Prozent der Mitarbeiter in den Beherbergungsunternehmen in Kurzarbeit. Bei den Freizeitanbietern sind im Durchschnitt 29 Prozent auf staatliche Hilfe angewiesen; 13 Prozent der Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit.
Insgesamt schätzt etwa ein Drittel der Beherbergungsunternehmen sowie auch der Freizeitanbieter die wirtschaftliche Lage als sicher beziehungsweise sogar sehr sicher ein; 46 Prozent der Unterkunftsanbieter bewerten sie als neutral (Freizeitbetriebe: 38 Prozent). 13 Prozent der Beherberger (Freizeitanbieter: 31 Prozent) bezeichnen sich als gefährdet beziehungsweise sogar akut gefährdet.
Mehr als jedes zweite Beherbergungsunternehmen beklagt Personalausfälle
Die Personalsituation ist vor dem Saisonstart so angespannt wie noch nie. Laut Umfrage ist mehr als jedes zweite Beherbergungsunternehmen (55 Prozent) aktuell von pandemiebedingten Ausfällen betroffen. Diesen fehlen im Durchschnitt 30 Prozent der Mitarbeiter. Bei den Freizeitanbietern sind 35 Prozent der Betriebe betroffen, die einen Personalausfall in Höhe von 15 Prozent melden. Dazu Tobias Woitendorf: „Die Personallage ist akut und in dieser Situation und absehbar nicht einfach zu lösen. Das Land braucht eine Art Masterplan für Beschäftigung im personalintensiven Tourismussektor, in dem in Mecklenburg-Vorpommern vor Corona bis zu 150.000 Menschen beschäftigt waren. Nur die Summe vieler unternehmerisch und politisch klug gesetzter Einzelschritte kann hier mittelfristig für Entlastung sorgen.“
Folgen der Kriegssituation auch im Urlaubsland MV spürbar
Darüber hinaus gaben drei Viertel der Unternehmen (Freizeitanbieter: 63 Prozent) an, dass die Preissteigerungen für Lebensmittel sowie der Anstieg der Gas- und Ölpreise aufgrund des Krieges in der Ukraine auch Auswirkungen auf die touristischen Betriebe im Nordosten hat. Das sind im einzelnen höhere Kosten bei den Lieferanten oder für Dienstwagen, weniger Vorbuchungen und mehr Stornierungen sowie kürzere Aufenthalte seitens der Gäste und zum Teil ausgefallene Warenlieferungen. Dabei müssen nach Aussagen der Befragten die gestiegenen Kosten mehrheitlich an die Gäste weitergereicht werden. „Zur ohnehin schon schwierigen Situation durch die Pandemie kommt der Krieg in der Ukraine hinzu. Die Preissteigerungen etwa bei Lebensmitteln, Energie und Treibstoff können Unternehmen nur schwer verkraften“, so Woitendorf.
Ostern 2022: Vorbuchungsstand bei 56 Prozent / Klare Regeln zum Osterfest notwendig / Erwartungen für den Sommer hoch
Derzeit liegt der aktuelle Vorbuchungsstand für das Osterfest bei den Beherbergungsunternehmen bei durchschnittlich 56 Prozent; die erwartete Auslastung bei 71 Prozent (Freizeitanbieter: 40 Prozent bzw. 58 Prozent). Der Ausblick für den Sommer ist gut. So ist im Juni schon mehr als jedes zweite Zimmer in den Beherbergungsunternehmen ausgebucht (Freizeitanbieter: 37 Prozent), im Juli liegt der Vorbuchungsstand bei den Beherbergungsunternehmen bei 61 Prozent (Freizeitanbieter: 44 Prozent), im August bei 62 Prozent (Freizeitanbieter: 42 Prozent). „Die aktuellen Auslastungszahlen zu Ostern machen deutlich: Wer sich jetzt für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern entscheidet, kann noch eine Unterkunft zwischen Ostseeküste und Seenplatte finden“, sagte Woitendorf.
Auf die Frage, welche Schutzmaßnahmen die Unternehmen zukünftig zur Gewährleistung eines sicheren Tourismus für verzichtbar halten, antworteten knapp 60 Prozent der Beherbergungsunternehmen und 47 Prozent der Freizeitanbieter, dass sie die 72-Stunden-Regel, nach der sich Gäste im Urlaub alle drei Tage testen lassen müssen, für verzichtbar halten.
42 Prozent der Beherbergungsunternehmen und ebenso viele Freizeitanbieter erachten den Test bei Anreise für überflüssig. Eine erweiterte Maskenpflicht würden 40 Prozent (Freizeitanbieter: 34 Prozent), Abstandregeln 35 Prozent (Freizeitanbieter: 34 Prozent) und die Quarantänepflicht 36 Prozent (Freizeitanbieter: 50 Prozent) weglassen. Kritik wird überdies an der weiter unklaren Hot-Spot-Regel für Mecklenburg-Vorpommern laut. Tobias Woitendorf sagte: „Im Hinblick auf das Osterfest brauchen Gäste und Gastgeber jetzt einen klaren Rahmen für die geltenden Regeln. Den aktuellen Vorstoß des Robert-Koch-Instituts und des Bundesgesundheitsministeriums die Quarantänezeiten zu verkürzen, begrüßen wir in diesem Zusammenhang.“
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20. Jan 2022
| Nr. 5
| Pressemitteilungen
Auch ohne Lockdown: Rund ein Drittel der touristischen Unternehmen in MV in Nöten
Auch ohne Lockdown: Die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern hat heftig zu kämpfen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Landestourismusverbandes unter knapp 350 Beherbergungsunternehmen, darunter Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze, sowie rund 130 Freizeitanbieter, hervor. Demnach sind aktuell 29 Prozent der Beherbergungsbetriebe und 30 Prozent der Freizeitanbieter auf staatliche Hilfe angewiesen (vgl. Beherberger Januar 2021: 59 Prozent). Die Art der benötigten Hilfen verteilt sich dabei wie folgt bei den Beherbergungsunternehmen: 87 Prozent haben Kurzarbeitergeld beantragt (Freizeitanbieter: 21 Prozent), 55 Prozent nutzen die Überbrückungshilfe III Plus (Freizeitanbieter: 21 Prozent), 65 Prozent die Überbrückungshilfe IV (Freizeitanbieter: 25 Prozent), 23 Prozent Kredite oder Darlehen (Freizeitanbieter: elf Prozent), 16 Prozent nicht rückzahlbare Zuschüsse (Freizeitanbieter: zwölf Prozent) und sechs Prozent einen möglichen zeitlichen Aufschub zur Bedienung ihrer Verbindlichkeiten (Freizeitanbieter: fünf Prozent). Blieben staatliche Hilfen aus, müssten sieben Prozent der Beherberger ihr Geschäft unmittelbar aufgeben, 23 Prozent zu Ende März und 16 Prozent zu Ende Juni; 54 Prozent könnten darüber hinaus bestehen. Bei den Freizeitanbietern sieht es ähnlich aus: Beim Ausbleiben der Hilfen müssten 13 Prozent der Beherberger unmittelbar aufgeben, 16 Prozent würden bis Ende März und 19 Prozent bis Ende Juni durchhalten; 52 Prozent könnten darüber hinaus existieren. Fast jeder vierte Beherbergungsbetrieb (24 Prozent) und jeder dritte Freizeitanbieter (34 Prozent) bezeichnet seine wirtschaftliche Lage als gefährdet beziehungsweise akut gefährdet.
Dazu Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes: „Die wirtschaftliche Lage im Tourismus ist durch die aktuellen Einschränkungen auch ohne förmlichen Lockdown sehr angespannt. Es fehlt an Umsätzen, Planungssicherheit, Beschäftigung und Perspektive. Und es greift die Angst um sich, dass der Tourismusmotor so spät wie im vergangenen Jahr auf Touren kommen darf. Die Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommern wünscht sich einen klaren, nachvollziehbaren und verständlichen Handlungsrahmen für Gäste und Gastgeber, der spätestens ab Ostern zum Tragen kommt und mehr Handlungsfreiheit als die aktuell geltenden 2G-Plus-Regeln bringt. Um eine verlässliche Planungsrundlage für die Saison 2022 zu schaffen, bereite die Branche einen Vorschlag für Corona-Regeln zum Reisen ab Ostern vor, der der Landespolitik vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 24. Januar 2022 unterbreitet wird.
Zurückhaltung beim Buchen / Blick ins Jahr dennoch optimistischer als 2021
Der unmittelbare Einfluss der Pandemie wird vor allem beim Buchungsverhalten deutlich: Mehr als jeder zweite Beherberger (55,2 Prozent) gab an, dass Gäste für den gesamten Reisezeitraum zurückhaltender buchen, rund 37 Prozent konstatieren dieses Verhalten für die Sommersaison, 32 Prozent nehmen für diesen Zeitraum mehr Buchungen wahr.
In Bezug auf die Auslastung und im Vergleich zum Vorjahr blickt die Branche etwas optimistischer ins Jahr: Folgende Auslastung erwarten die Beherbergungsbetriebe in den kommenden Monaten: für Februar rund 22 Prozent, für März rund 26 Prozent (März 2021: 19,3 Prozent), für April rund 51 Prozent (April 2021: 37,5 Prozent) und für Mai rund 65 Prozent (Mai 2021: 57,7 Prozent).
Personalmangel wird zum Dauerthema / Service kann nicht mehr vollumfänglich aufrechterhalten werden
Rund jedes dritte Beherbergungsunternehmen (33,5 Prozent) hat durch die pandemiebedingten Einschränkungen Beschäftigte verloren und zwar durchschnittlich 27 Prozent. Der Mitarbeiterschwund geht bei rund jedem vierten Beherbergungsunternehmen sowie bei rund 40 Prozent der Freizeitanbieter mit einer Reduzierung des Angebotes einher. So gaben die Befragten an, dass in der Gastronomie vor allem an der Stellschraube Öffnungszeiten gedreht wird. Zudem haben manche Restaurants das À-la-carte-Geschäft eingestellt, während im Beherbergungsbereich Arbeitskraft und Zeit gespart werden, indem zum Beispiel Betten nicht mehr vorab bezogen und Zimmer-Service seltener angeboten wird.
Präferenzen für Regeln zur Anreise und Aufenthalt / Freiheit für Geboosterte
Befragt nach den Regeln, die zukünftig bei Anreise für Gäste gelten sollten, sprechen sich die meisten befragten Unternehmen (rund 40 Prozent) für die 3G-Regel aus; 32 Prozent befürworten weiterhin einen Anreisetest für alle, während 21 Prozent keine Regeln für die Anreise möchten. Insgesamt präferiert die deutliche Mehrheit (Beherberger 82 Prozent, Freizeitanbieter 66 Prozent) bundeseinheitliche Corona-Regeln für das Reisen.
Im Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern sollen sich nach Mehrheitsmeinung Geboosterte ohne weitere Tests frei bewegen können. Das gaben 56 Prozent der Beherberger an. Eine Testpflicht alle drei Tage in Beherbergungsbetrieben befürworten 28 Prozent; ähnlich viele Befragte (29 Prozent) sprechen sich für eine Testpflicht vor der Nutzung von Freizeitangeboten aus. Nur drei Prozent plädieren für eine tägliche Testpflicht in Beherbergungsbetrieben.
Zu den Umfrageergebnissen:
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03. Jun 2021
| Nr. 40
| Pressemitteilungen
Tourismusbranche blickt nach vorn und ist mehrheitlich gut auf die Sommersaison vorbereitet
Die Öffnung des Tourismus für Mecklenburg-Vorpommern zum 4. Juni für Übernachtungsgäste aus anderen Bundesländern und dem Ausland sowie ab dem 11. Juni für Tagesgäste kommt für die Sommersaison gerade noch rechtzeitig, nach Meinungen vieler Unternehmen im Land allerdings zu spät. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Landestourismusverbandes unter mehr als 300 Beteiligten hervor, darunter Unterkünfte, Touristinformationen und Kurverwaltungen. Demnach gaben sechs Prozent an, dass die Öffnung aus ihrer Sicht (viel) zu früh kam, 21 Prozent konstatierten, es wäre genau der richtige Zeitpunkt gewesen; für 73 Prozent kam sie (viel) zu spät. Dazu Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Wir müssen jetzt die Ärmel hochkrempeln und das Beste aus der Situation herausholen. Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen entspannt sich leicht, und es macht sich endlich ein leichter Optimismus bemerkbar. Allerdings steht die Branche aufgrund der kurzfristigen Öffnung auch vor einer Reihe von Herausforderungen. Das betrifft die Deckung des Warenbedarfs, die Personalplanung oder auch das Umsetzen der erweiterten Schutzmaßnahmen und des vorläufig nötigen Testens bei bestimmten Angeboten. Ich gehe dennoch davon aus, dass wir wie im vergangenen Jahr mehrheitlich gut vorbereitet sein werden und eine erfolgreiche und sichere Saison hinlegen.“
Wirtschaftliche Lage entspannt sich etwas
Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen hat sich laut Umfrage etwas verbessert: Rund 31 Prozent der touristischen Unternehmen bezeichnen sich als gefährdet beziehungsweise akut gefährdet (vgl. Negativrekord April 2021: 43 Prozent). Rund jeder vierte Befragte schätzt seine Lage als sicher und sehr sicher ein. Auf die Frage, wie lange die Befragten ihr Unternehmen ohne weitere Hilfen noch durch die Krise führen könnten, gaben 23 Prozent an (vgl. April: 40 Prozent) noch bis Ende Juni durchzuhalten; 16 Prozent würden ihr Geschäft bis Ende des Jahres aufrechterhalten können, 33 Prozent darüber hinaus. Der Anteil der Unternehmen, die staatliche Hilfe benötigen, ist auf 53 Prozent leicht gesunken (vgl. April: 60 Prozent). Rund 42 Prozent der Arbeitnehmer befinden sich im Moment noch in Kurzarbeit.
Auslastung für den Sommer gut / Buchungen für den Juni noch verhalten
Die Nachfrage nach Urlaub im Nordosten ist weiterhin hoch, allerdings liegen die Buchungszahlen unmittelbar für den Juni noch um rund ein Drittel hinter denen des Vorjahres zurück. Im Juni sind die Unterkünfte zur Hälfte gebucht; die erwartete Auslastung liegt bei 61 Prozent. Die Unternehmen rechnen im Ergebnis mit einem um 20 bis 30 Prozent schlechteren Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat. Etwas mehr als jeder zehnte Gast, der aufgrund der zunächst genannten Öffnungstermine verloren gegangen war, konnte zurückgewonnen werden; 45 Prozent sind nach der Stornierung jedoch in andere Reiseregionen abgewandert. 42 gaben an, dass die unterschiedlichen Öffnungstermine keine Auswirklungen auf das Stornierungsgeschehen hatten. Für den Sommerferienmonat Juli sind die Unterkünfte aktuell zu knapp 70 Prozent gebucht, die erwartete Auslastung liegt bei rund 85 Prozent. Für August ergeben sich laut Umfrage folgende Zahlen: Vorbuchungsstand: 70 Prozent; erwartete Auslastung: 87 Prozent.
Mehr als jeder dritte Gastgeber will Tests als Dienstleister anbieten
Mehr als jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) will seinen Gästen selbst Tests anbieten, davon 71 Prozent begleitete Schnelltests und knapp 30 Prozent über ein eigenes Schnelltestzentrum. Rund drei Viertel der testbereiten Unternehmen wollen Gästen darüber hinaus auch den Nachweis über das Testergebnis ausstellen, der sie bei negativem Ergebnis zur Nutzung von Indoor-Angeboten befähigt. 57 Prozent der Unternehmen setzen auf die Infrastruktur an Schnelltestzentren am Ort. Zudem baut rund jeder fünfte Befragte auf begleitete Selbsttests, die in anderen Einrichtungen als dem eigenen Unternehmen durchgeführt werden. Das im Dezember 2020 eingeführte Siegel „Mehr Sicherheit im Urlaubsland MV“ bietet immer mehr Unternehmen und damit potenziell auch den Gästen Orientierung für einen sicheren Urlaub. Laut Umfrage führen es derzeit bereits 29 Prozent der Betriebe; weitere 16 Prozent wollen es beantragen (vgl. mv-gegen-corona.de).
Preise steigen moderat
Ähnlich wie nach dem ersten Lockdown steigen die Preise für Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern für die Tourismussaison 2021 nach Erwartung und Aussage der befragten Unternehmer moderat an, genauer gesagt im Durchschnitt um rund sechs Prozent für die Vorsaison, um elf Prozent für die Hauptsaison und um rund acht Prozent für die Nachsaison. Etwaige Preissteigerungen betreffen insbesondere die noch verfügbaren Kapazitäten.
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