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Grenzübergang an der Europapromenade von oben

25. Sep 2025

| Nr. 52

| Pressemitteilungen

Zwei Länder auf einem Weg: Europapromenade gilt als Meilenstein für den deutsch-polnischen Austausch auf der Insel Usedom

Seit nunmehr 14 Jahren ist auf Usedom Urlaub über Grenzen hinweg möglich. „Die Europapromenade ist ein Meilenstein für die gemeinsame touristische Entwicklung der Kaiserbäder auf deutscher Seite und der polnischen Stadt Swinemünde. Wir können einen Zwei-Länder-Urlaub anbieten“, sagt der Kurdirektor der Kaiserbäder auf der Insel Usedom, Thomas Heilmann. 

Die Europapromenade überwindet Landesgrenzen und gilt mit zwölf Kilometern Länge zwischen Bansin und Swinemünde als die längste ihrer Art in Europa. Das ist für Heilmann einzigartig. „Sie wird von den Urlaubern bestens angenommen. Für viele Gäste ist ein Abstecher auf die polnische Seite der Insel ein Muss.“ Im vergangenen Jahr wurden an der Zählstation knapp 46.000 Radbewegungen gezählt. Am Strand ist von der ehemaligen Grenze nichts mehr zu bemerken, im Küstenwald ist die Natur dabei, sich den Grenzstreifen zurückzuerobern. Polen war bereits 2007 dem Schengener Abkommen beigetreten. „Auf dem Grenzplatz erinnern eine Linie auf der Promenade und eine Skulptur, ein kleines Tor in Form einer Klammer, noch symbolisch an die Grenze.“ 

Auf der deutschen Seite stehen prächtige Villen, Zeugnisse des frühen Badetourismus, in der ersten und zweiten Reihe der Promenade, die am Fuß des Langen Bergs in Bansin beginnt. Über viele Kilometer säumen die Bädervillen mit ihren schmucken Fassaden in den Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck die Promenade. Einen schönen Blick auf die Bäderarchitektur können Gäste auf einer der drei Seebrücken oder an Bord der Adler-Schiffe genießen. Auch die touristische Infrastruktur auf der Europapromenade ist einmalig. Insgesamt 40 Hotels, 65 Restaurants und 75 Ferienwohnungshäuser heißen die Urlauber laut Angaben der Usedom Tourismus GmbH auf deutscher und polnischer Seite willkommen. Eines der Hotels, das historische Bäderarchitektur mit stilvollem Design und modernem Komfort verbindet, ist das Strandhotel Ostende in Ahlbeck. Es wurde erst im Jahr 2023 nach einer umfassenden Modernisierung wiedereröffnet. „Auf der eleganten Terrasse direkt an der Promenade spürt man gleich, dass hier sehr hohe Qualität geboten wird“, betont Heilmann. 

Er ist stolz darauf, dass die Bäderarchitektur auf der deutschen Seite Bestandsschutz hat. „In Bansin und Ahlbeck gibt es eine entsprechende Gestaltungssatzung und in Heringsdorf eine Denkmalbereichsverordnung, die den Auswüchsen von Neubauten Einhalt bieten soll.“

Auf der Promenade sind aber auch neue technische Errungenschaften zu bestaunen. „Das 3,6 Kilometer lange Teilstück zwischen Ahlbeck und Swinemünde wurde unter klimaneutralen Aspekten gestaltet“, berichtet Heilmann. Die CO2-Neutralität werde durch fünf Solarsegel auf dem Grenzplatz garantiert, die die LED-Beleuchtung und die Sanitäranlagen mit regenerativem Strom versorgen. Fahrradfahrer können ihre E-Bikes an den Ladestellen mit Strom auftanken.

Die Promenade auf der polnischen Seite geht direkt in die Stadt Swinemünde über und ist von vielen Cafés, Restaurants und Souvenirläden gesäumt. „Für viele Gäste der Kaiserbäder sind die lebendige Promenade und der Hafen von Swinemünde ein wichtiges Ausflugsziel, denn auf der deutschen Seite gibt es an der Außenküste keinen Hafen“, sagt Heilmann. „Auch diese Ausflüge tragen dazu bei, die guten Beziehungen zwischen den Kaiserbädern und Swinemünde auszubauen.“ 
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Holger Stein mit Projektor

18. Sep 2025

| Nr. 51

| Pressemitteilungen

Kino zum Kaminknistern: Zum 25. Filmfest ins Gutshaus nach Garvensdorf

Zum 25. Mal wird vom 7. bis 9. November das Filmfest Garvensdorf veranstaltet. Geprägt sei das Fest in dem rund 100 Einwohner zählenden Ort etwa 20 Kilometer nordöstlich von Wismar auch durch das Rahmenprogramm, sagt Holger Stein vom Vorstand des ausrichtenden Vereins Gutshaus Garvensdorf. Dazu gehören Live-Musik, Filmgespräche mit Regisseuren oder Referenten, aber auch Ausstellungen und das gemeinsame Essen und Erzählen von Geschichten. In dem rund 200 Jahre alten Gutshaus werden auch in diesem Jahr fünf Hauptfilme, ein Kinderfilm und Kurzfilme zu sehen sein. Schon mehrfach wurde das Projekt mit dem Kinokulturpreis Mecklenburg-Vorpommern in der Kategorie „nicht-gewerbliche Spielstätten“ ausgezeichnet.

In diesem Jahr lautet das Motto des Filmfests „Lichtspiel – Theater im Film“, ein Wortspiel aus den Begriffen Lichtspieltheater (=Kino) und (Bühnen-)Theater. „Dazu laden wir Filmeschaffende ein“, berichtet Stein. So werde dieses Mal Regisseur Dieter Schumann („flüstern & SCHREIEN“) zum Gespräch erwartet, dessen neuester Film „Dann gehste eben nach Parchim – Von der Leidenschaft des jungen Theaters“ gezeigt wird. Der Dokumentarfilm begleitet zwei junge Frauen, die nach ihrer Schauspielausbildung auf keiner der großen Bühnen landen, sondern ihr erstes Engagement an einem kleinen Theater im Landesinneren Mecklenburg-Vorpommerns bekommen – eine filmische Hommage an das Theater an sich. Zur weiteren thematischen Filmauswahl gehören die Spielfilme „Stilles Land“, „Birdman“, „Kleine Haie“ sowie „Vanya on 42nd Street“.

Pro Vorstellung finden bis zu 50 Besucherinnen und Besucher auf Sofas, Sesseln oder Stühlen Platz. „Das Fest lockt auch weit entfernt wohnende Gäste an“, sagt Stein. Es ist die ganz besondere, familiäre Atmosphäre tief in der mecklenburgischen Provinz, die das Fest zum Erfolg werden lässt. „Am Samstag gibt es Kaffee und Kuchen aus dem Gemeindebackhaus.“ Die Veranstaltung sei auch geprägt durch das Ambiente des mit viel Liebe und Eigenleistung erhaltenen alten Gutshauses sowie das Geräusch knisternden Holzes in den Lehmöfen.

Die Wurzeln des Vereins liegen laut Stein in der Übernahme des zuvor seit Jahren leerstehenden Gutshauses durch eine Gruppe von zehn Absolventen der damaligen Fachschule für angewandte Kunst in Heiligendamm im Jahr 1993. Es sei das ursprüngliche Ziel gewesen, eigene Werkstätten einzurichten. Schnell kam neben der notwendigen Restaurierung die Idee auf, in dem Haus auch Programm- und Kinderkino zu machen. Im Kulturzimmer, dem Saal des Hauses mit einer Bühne, wurde bereits zu DDR-Zeiten gefeiert und von fahrenden Kinovorführern Filme gezeigt.

Anlässlich eines Geburtstags veranstaltete der Verein 1997 erstmals ein Filmwochenende mit live begleitetem Stummfilm, was sich zum jährlichen Garvensdorfer Filmfest weiterentwickelte. „Gleichzeitig wurde der Begriff ‚GutesHausKino‘ geprägt“, sagt Stein. Noch vorhandene Relikte aus der DDR-Zeit seien etwa zwei portable Kinoprojektoren für 35-mm-Filme (TK 35), die vom VEB Carl Zeiss Jena bis in die 1960er Jahre hergestellt wurden. „Immer wieder werden sie noch für Vorführungen verwendet.“
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Familie Kühne-Hellmessen: (v. l. n. r.) Sabrina Steeb, Cornelia Kühne-Hellmessen, Christoph Kühne-Hellmessen, Leonhard Kühne-Hellmessen

28. Aug 2025

| Nr. 49

| Pressemitteilungen

Wein aus Welzin: Ernte auf der Insel Usedom steht kurz bevor

Im Weingut Welzin auf Usedom reifen gerade die Trauben für den dritten Jahrgang des Naturweins „Kühn&Hell“. Die Ernte soll in der ersten Septemberwoche beginnen. „Er zeichnet sich durch die Einzigartigkeit aus, denn es gibt nur diesen einen auf Usedom angebauten Wein“, sagt Kellermeister und Inhaber Christoph Kühne-Hellmessen. Der Klimawandel mache den Weinbau in diesen Breiten möglich. Die Winter sind nicht mehr so kalt, dass wochenlanger Frost die Weinreben erfrieren lässt. 

Auch die weiteren Rahmenbedingungen sorgen für beste Voraussetzungen. Usedom gilt als eine der sonnenreichsten Regionen Deutschlands. „Das Wasser des nahen Stettiner Haffs wirkt im Frühjahr wie ein Kühlschrank, die Vegetation kommt nicht so schnell in Schwung wie in südlicheren Regionen“, berichtet Kühne-Hellmessen, den es vor rund 30 Jahren mit seiner Familie aus Bayern auf die Insel verschlagen hat. Die Kühle mindere die Gefahr von Spätfrösten. Diese kommen beispielsweise in Süddeutschland immer wieder vor, wenn die Vegetation bei Wärme im Februar/März zu früh anspringt und dann Nachfröste auftreten. 

Andererseits sei es im Herbst länger warm, weil das Wasser wie ein riesiger Wärmespeicher wirkt. „Es ist der Mix aus dem ausgeglichenen Klima, den kühlen Nächten und späten warmen Tagen, die ideal sind für unseren Wein.“ Auch der Boden sei exzellent. Usedom hat die geologisch jüngsten Böden in Deutschland, hier verschwand nach der Eiszeit erst vor rund 12.000 Jahren das Eis. „Unsere ein Hektar große Anbaufläche, ein moderater Südhang, beginnt an einer Endmoräne“, sagt der gebürtige Münchner. 

2021 holte sich der bayerische Ökolandwirt als Grundstock für das Weingut Welzin Stecklinge von sieben charakterstarken Rebsorten aus Rheinland-Pfalz: Sauvignac, Muscaris, Solaris, Rinot, Ravel blanc, Soreli und Fleurtai. Diese robusten Rebsorten ermöglichten Weinbau fast ohne Pflanzenschutzmittel und seien die Zukunft des nachhaltigen Weinbaus. Nach dem Pressen werden die Trauben mithilfe der natürlich vorhandenen Hefen spontan vergoren und ohne Filtration oder weitere Zusätze im Eichenfass und Stahltank zu einem sogenannten gemischten Satz verarbeitet.

Bei der Herstellung des Bioweins legt Kühne-Hellmessen zusammen mit der ganzen Familie strenge Maßstäbe an. „Wir machen alles mit der Hand und verzichten auf jegliche Art der künstlichen Verschönerung des Weins.“ Dabei helfe die mehr als 40-jährige Erfahrung im ökologischen Landbau. „Der Weinanbau war immer mein Traum“, erzählt er.

Der Arbeitsaufwand sei enorm, was sich natürlich auch bei der Preisgestaltung auswirkt. Doch die mit bisher rund 3.000 vergleichsweise geringe Zahl von Flaschen lasse sich gut verkaufen. Er ist am Hof in der Vinothek zu haben und wird im ausgewählten Weinhandel und einigen Hotels auf der Insel verkauft. Auch das KaDeWe (Kaufhaus des Westens) in Berlin versorgt seine Kunden mit „Kühn & Hell“. In diesem Jahr rechnet Kühne-Hellmessen mit einem Ertrag von rund 4.000 Flaschen. 

In Mecklenburg-Vorpommern ist der Weinbau bisher kaum verbreitet. Seit 2002 ist Schloss Rattey als „offizielles Landweingebiet“ anerkannt. Es umfasst den Angaben zufolge rund 35 Hektar mit etwa 175.000 Rebstöcken. Daneben gibt es unter anderem in Dorf Mecklenburg bei Wismar den Weinberg Dähn, wo auf 0,5 Hektar rund 2.000 Rebstöcke stehen, oder die Hohmann Weinanbau Rügen GmbH in Lancken-Granitz mit 4.100 Rebstöcken auf rund einem Hektar.

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Dr. Günter Nowald in den KRANICHWELTEN

26. Aug 2025

| Nr. 47

| Pressemitteilungen

Neues NABU-Erlebniszentrum KRANICHWELTEN öffnet am 6. September

Am 6. September wird in Günz, etwa 15 Kilometer nordwestlich von Stralsund, das neue Internationale NABU-Erlebniszentrum KRANICHWELTEN eröffnet. „Wir stellen die ganze Welt der Kraniche dar – eine echte Erlebniswelt“, sagt der Leiter des Zentrums, Dr. Günter Nowald. Auf rund 500 Quadratmetern Fläche im Innenbereich und 1,7 Hektar im Außenbereich werden den Besuchern jeweils vom 1. März bis zum 30. November mehrere Ausstellungen geboten, die einen umfassenden Einblick in das Leben der „Vögel des Glücks“ bieten. „Wir werden ein Magnet für die Gäste des Landes und die Einheimischen sein“, ist sich Nowald sicher. Insgesamt wurden rund sechs Millionen Euro in das Zentrum investiert.

Grund für den Neubau war, dass das Kranichzentrum im vier Kilometer entfernten Groß Mohrdorf keine weitere Entwicklung mehr zuließ. „Das Zentrum war 1996 entstanden und hat uns fast drei Jahrzehnte lang sehr gute Dienste geleistet. Doch es wurde zu klein und die Ausstellung war in die Jahre gekommen“, erklärt Nowald. 2015 war dann in Günz die zweistöckige und barrierefreie Kranichbeobachtungsstation Kranorama hinzugekommen. So war nur folgerichtig, den Besuchern das nur 300 Meter entfernte Erlebniszentrum KRANICHWELTEN zu bieten. 

Laut Nowald wird in der Ausstellung zunächst eine interaktive Weltkarte gezeigt, die die Brut- und Überwinterungsgebiete von allen 15 Kranicharten darstellen. Dazu gibt es eine Sound-Dusche, mit der die sogenannten Duett-Rufe der unterschiedlichen Arten zu hören sind. Bei diesen Duett-Rufen handelt es sich um eine zeitlich koordinierte Tonfolge beider Partner eines Paares, um ihr Revier abzugrenzen. 

Bekannt sind die Kraniche durch ihre markanten Trompetenrufe, doch sie werden auch immer wieder verwechselt mit Graugänsen. In der Ausstellung lernen die Besucherinnen und Besucher, wie sich Kraniche von Gänsen oder Graureihern unterscheiden. Zusätzlich gibt es sogenannte Virtual-Reality-Brillen, mit denen es unter anderem möglich ist, den Kranichen ins Auge zu schauen.

Eine weiterer Ausstellungsbereich behandelt das Verhältnis zwischen den Menschen und den scheuen Tieren. „Kraniche sind seit Jahrhunderten mit Menschen verwoben“, sagt Nowald. Sie werden weltweit in Geschichten oder Liedern auch als Botschafter des Friedens oder als Sinnbild eines langen Lebens, der Treue oder der Wachsamkeit gefeiert.

Weitere Teile der KRANICHWELTEN befassen sich mit der komplexen Biologie der heimischen Graukraniche oder dokumentieren die Leistungen der Zugvögel: So überquert etwa der asiatische Schwarzhals-Kranich den Himalaya in knapp 8.000 Metern – in eisiger Kälte mit extrem wenig Sauerstoff. Wie sie das schaffen, sei Teil der umfangreichen Forschungen, die von dem inzwischen auf zehn festangestellte Mitarbeitenden angewachsenen Team in Mecklenburg-Vorpommern geleistet wird. „Wir forschen weiter, um den Erhalt der Kraniche zu sichern.“

Dazu kämen neben diversen Mitarbeitenden aus dem Bundesfreiwilligendienst beziehungsweise Freiwilligen ökologischen Jahr auch 30 ehrenamtliche Ranger, die den Besuchern im Kranorama mit Informationen zur Seite stehen. Im großen Außenbereich gibt es auch ein Niedermoor. Damit können laut Nowald die komplexen ökologischen Zusammenhänge dargestellt werden, mit denen die Kraniche zurechtkommen müssen. Mit einer Kinderecke wurde auch an die jungen Besucherinnen und Besucher gedacht und im Gegensatz zum Zentrum in Groß Mohrdorf ist in Günz auch ein Bistro integriert. „Damit steht einem erlebnisreichen Ganztagesausflug nichts mehr im Weg“, ist der Biologe überzeugt.
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Schloss Bothmer

20. Aug 2025

| Nr. 43

| Pressemitteilungen

+++ Meck-Pomm Short News August (2) +++

Am 24. August wird in Klütz an der Mecklenburgischen Ostseeküste doppelt gefeiert: Am Veranstaltungsort Schloss Bothmer wird das zehnjährige Jubiläum des Schlossensembles mit Museum, Schlossladen und Orangerie sowie das in diesem Jahr 35-jährige Jubiläum der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam zelebriert. Gäste können sich auf ein Kulturprogramm mit Führungen und Musik freuen: Ab 10:00 Uhr ist das Museum an diesem Tag kostenlos zugänglich. Auch der Schlossladen sowie die Orangerie sind geöffnet. Von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr erfahren Interessierte von barock gekleideten Gästeführern Wissenswertes über die Besonderheiten von Schloss Bothmer, das von Graf Hans Caspar von Bothmer in den Jahren 1726 bis 1732 erbaut wurde und als größte barocke Schlossanlage in Mecklenburg-Vorpommern gilt. Von 13:30 Uhr bis 14:30 Uhr werden Führungen durch die Festonallee und über den Ehrenhof angeboten, und von 14:00 bis 15:00 Uhr können Interessierte lernen, ein Menuett zu tanzen. Ab 16:00 Uhr beginnt ein Festspielkonzert im Schlosspark: Die NDR Bigband spielt Stücke von Heinz Erhardt. Tickets können unter  erworben werden.
Weitere Informationen unter: , 

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Sebastian Schmidt und Gertrud Fahr mit Strandteppich vor ihrem Studio im Greifswalder Museumshafen

12. Aug 2025

| Nr. 41

| Pressemitteilungen

„Hille Tieden“: Mit Strandteppichen wird Tradition der Fischerteppiche fortgesetzt

Die rund 100 Jahre alte Tradition des Knüpfens von Fischerteppichen aus Vorpommern hat mit Strandteppichen aus der Region eine Fortsetzung gefunden. Von den 190 cm x 90 cm großen Teppichen aus Biobaumwolle werden inzwischen rund 1.000 pro Jahr hergestellt und verkauft, wie Sebastian Schmidt von der gemeinnützigen Initiative „Hille Tieden“ (Plattdeutsch: Helle Zeiten) berichtet. Er hatte 2019 zusammen mit der Grafikdesignerin, Gertrud Fahr, die Initiative mit dem Ziel gegründet, die vergleichsweise junge Tradition der Herstellung der prägnanten Fischerteppichen zu retten. 

Vor knapp 100 Jahren wurden in Vorpommern erstmals Fischerteppiche geknüpft. „Das war eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Fischer in Orten wie Freest, Lubmin, Spandowerhagen und Greifswald, deren Einkommen zu dieser Zeit sehr gering waren“, sagt Schmidt. Die Bemühungen von „Hille Tieden“ zeigten schon bald einen großen Erfolg: 2023 wurden die vorpommerschen Fischerteppiche als immaterielles Kulturerbe Deutschlands anerkannt. Neue Knüpferinnen haben sich gefunden und das Erbe des Teppichknüpfens wird mit den gewebten Strandteppichen aktiv weitergetragen. 

Für die Menschen seien die Fischerteppiche und deren Herstellung seit jeher ein positiv besetztes Kulturgut gewesen. Sie hätten sich damit identifizieren können. In den Teppichen wurde das Lebensumfeld der Fischer dargestellt. „Auch nach der Wende wurde die Tradition beibehalten“, sagt Schmidt. Allerdings gab es 2019 nur noch wenige alte Damen, die die Kunst beherrschten.

Nur wenigen Menschen in Vorpommern ist laut Schmidt bewusst gewesen, welcher Schatz mit diesem Handwerk vorhanden ist. Denn die Teppiche wurden in geringer Zahl meist in den eigenen Wohnungen hergestellt. Die Motive stammten von dem Wiener Teppichfachmann Rudolf Stundl und seiner Frau Frieda Stundl-Pietschmann, die 1928 die ersten Teppiche entwarfen.

Die heute im Siebdruckverfahren hergestellten Strandteppiche aus Baumwolle sind vor allem wegen ihres Designs beliebt, das sehr reduziert wirkt. „Es gibt keine weichen Muster, die ineinandergreifen. Alles ist sehr sachlich und abstrakt“, sagt die Grafikerin Fahr. Sie lehnen sich an den Motiven Stundls an und basieren auf geometrischen Formen. Immer sind Quadrate und Kreise zu sehen. Die Sachlichkeit werde auch bei der Farbgestaltung deutlich.  „Wir wollten nicht die bunte Farbigkeit transportieren, wir bleiben in der Einfarbigkeit. Das ist Ausdruck unseres Willens zur Reduktion“, betont Fahr.

Die großen Tücher stellten eine Art Verbindung zwischen den Wohnräumen, in denen früher die Fischerteppiche hergestellt wurden, und dem Strand dar, sagt die Grafikerin. Sie spiegelten in ihrer Einfachheit auch die Landschaft Vorpommerns wider. Derzeit würden sechs verschiedene Muster, darunter „Tanzende Fische“, „Stranddistel“ und „Küstenwald“, verwendet, ein oder zwei neue Motive kämen jährlich hinzu. 

„Die Strandteppiche sind wie der fliegende Teppich, der die Geschichte dieser Kunst auf moderne und frische Weise transportiert“, sagt Schmidt. Sie werden im Direktvertrieb oder ausgesuchten kleineren Läden in der Region verkauft. 

„Wir geben Kreativ-Workshops und Knüpfkurse für Fischerteppiche, in denen Gäste ihr eigenes Muster entwerfen können.“  Auch die jährlichen Fischerteppichtage an Pfingsten in Freest seien eine gute Gelegenheit, die Kunst der Herstellung von traditionellen Fischerteppichen und modernen Strandtücher kennenzulernen. Alle Gewinne aus dem Verkauf werden gemeinnützigen Zwecken wie den Workshops oder der Umweltbildung zugeführt, betont der Landschaftsökologe Schmidt.
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Jubiläumsschau zu Ehren Gottlob Freges im Stadtgeschichtlichen Museum „SCHABBELL“

04. Aug 2025

| Nr. 38

| Pressemitteilungen

+++ Meck-Pomm Short News August +++

Rund 17.000 Gäste besuchten bisher die Jubiläumsschauen zu Ehren Gottlob Freges im Wismarer phanTechnikum, die am 16. Mai eröffnet wurde, sowie im Stadtgeschichtlichen Museum „SCHABBELL“, die am 27. Juli eröffnet wurde. Beide Ausstellungen in der Welterbestadt wurden anlässlich des 100. Todestages des Logikers, Mathematikers und Philosophen konzipiert, der mit zahlreichen Veranstaltungen in der Hansestadt einhergeht (vgl.: ). Der 1848 in Wismar geborene Frege gilt als Begründer der modernen mathematischen Logik. Die Schau im „SCHABBELL“, die seinen Einfluss auf die Mathematik und Philosophie verständlich vermitteln möchte, ist noch bis zum 29. September zu sehen. Die Schau im phanTechnikum, ein immersives Erlebnis, ist noch bis zum 16. November dieses Jahres zu erleben.
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Der Naturparkweg verbindet quer durch das Bundesland Nationale Naturlandschaften.

10. Jul 2025

| Nr. 36

| Pressemitteilungen

+++ Meck-Pomm Short News Juli (2) +++

Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV) hat einen Leitfaden zur Weiterentwicklung des Naturparkweges herausgegeben. Der Fernwanderweg verbindet quer durch das Bundesland Nationale Naturlandschaften. Die Kurzversion des im vergangenen Jahr veröffentlichten Strategiepapiers richtet sich an Unternehmen und Kommunen vor Ort, die damit eine Hilfestellung für die Entwicklung des Weges erhalten. Im Leitfaden informiert der TMV unter anderem über das Thema Wandern in Mecklenburg-Vorpommern und stellt Checklisten, beispielsweise zu wanderfreundlichen Etappenorten oder Quartieren, zur Verfügung. Ziel ist es, den Abschnitt von Warin bis nach Feldberg mit dem Prädikat „Leading Quality Trails - Best of Europe“ (LQT) zu zertifizieren. Im Leitfaden erhalten Interessierte daher Tipps für die Umsetzung von Kriterien für eine qualitative und nachhaltige Entwicklung des Weges, darunter die Bereitstellung von Übernachtungsmöglichkeiten, die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel sowie die durchgehende Markierung des Weges. Der Naturparkweg verläuft durch das Landesinnere Mecklenburg-Vorpommerns und hat eine Länge von 907 Kilometern. Er führt durch alle sieben Naturparke, durch das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee sowie den Müritz-Nationalpark. Der Leitfaden kann heruntergeladen werden. Das gesamte Strategiepapier ist abrufbar. 
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Unter dem Slogan „Du bist nicht falsch, nur am falschen Ort” werden potenzielle Gäste mit überraschenden Motiven zu einem Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern inspiriert.

01. Jul 2025

| Nr. 35

| Pressemitteilungen

+++ Meck-Pomm Short News Juli +++

Mit einer umfangreichen Social-Media-Kampagne wirbt der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern von Mitte Juni bis Mitte August für Urlaub im Nordosten. Ziel der Kampagne ist, kurzfristig die Hauptsaison zu bewerben und freie Kapazitäten im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern zu füllen. Unter dem Slogan „Du bist nicht falsch, nur am falschen Ort” werden potenzielle Gäste auf Instagram und YouTube mit überraschenden Motiven und einem Augenzwinkern zu einem Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern inspiriert. Die zeigen zum Beispiel einen Mann, der sich in der U-Bahn mit Sonnenschutz eincremt, oder eine Frau, die eine LED-Werbesäule umarmt. Flankiert werden die Motive mit Top-5-Urlaubstipps für jede Region. Darüber hinaus werden die neuen der Reiseregionen verstärkt beworben, die mit emotionalem Bewegtbild-Content poetisch zu einem Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern inspirieren.

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Präparat des Heringshais

20. Jun 2025

| Nr. 34

| Pressemitteilungen

Heringshai wieder in Stralsunder Nikolaikirche

Nach aufwendiger Restaurierung ist vom 17. Juni dieses Jahres an in der Stralsunder Nikolaikirche am Alten Markt das mehr als 350 Jahre alte Präparat eines Heringshais zu bestaunen. Historischen Belegen zufolge war das Tier am 20. November 1670 bei einer großen Sturmflut bis in die Stadt gespült worden. Das Präparat hing an einer Art Galgen, welcher an der Orgelterrasse angebracht ist. Die bis zu drei Meter großen und bis zu 200 Kilogramm schweren Heringshaie, die im Aussehen Weißen Haien ähneln, leben hauptsächlich in der Nordsee, im Nordwest-, Nordost- und Südatlantik sowie im Mittelmeer und im Südpazifik. Sie gelangen jedoch gelegentlich auch in die Ostsee. Wann genau das Präparat angefertigt wurde und wie lange es schon in der Kirche hängt, ist nach heutigem Wissensstand unklar. Klar ist: Der Heringshai hat nach Angaben von Lena Müller, Leiterin der Präparation am Deutschen Meeresmuseum, die Chance, ein neuer Publikumsmagnet zu werden.

Wie Lena Müller berichtete, ist das Stralsunder Haipräparat 1,40 Meter groß. „Durch die Eintrocknung sieht er ein bisschen aus, wie wenn er aus dem Gruselkabinett kommen würde.“ Das Maul ist aufgerissen und der Unterkiefer nach innen gewölbt. So hing er, als einziges Tierpräparat an einer Kette vom Dach des Kirchenschiffs aufgehängt, wahrscheinlich mehrere Hundert Jahre. Interessant sei, dass es viele Kirchenbesucher gebe, die sich der Existenz des Hais gar nicht bewusst waren. Ein Grund dafür könnte sein, dass er in etwa zehn Meter Höhe hängt. „Niemand weiß, ob er schon jemals zuvor abgehängt wurde“, fügte Müller hinzu.

„Für die Tatsache, dass er seit mehreren Jahrhunderten da hängt, sah der Hai sehr gut aus“, sagte sie. Er war mit einer dicken Staubschicht bedeckt und habe einige Löcher gehabt, die von Insektenfraß herrühren. Das komplette Präparat habe sie mit Fischleim behandelt. Somit sei nun die gesamte Oberfläche stabilisiert. 

Die große Frage nach der historischen Art und Weise der Präparation könne möglicherweise eine beauftragte wissenschaftliche Untersuchung beantworten. „Wurde er nur gesalzen wie etwa der Stockfisch in Norwegen oder wurde bei der Präparation Arsen verwendet?“, fragt sich Lena Müller. Die Menschen seien sich damals noch nicht über die schädliche Wirkung des Arsens bewusst gewesen. Im Gegenteil wurde es unter anderem zum Aufputschen verwendet. 

Sicher sei jedenfalls eines: „Im 17. Jahrhundert gab es noch keine professionelle Tierpräparation und Autodidakten versuchten mit einfachen Mitteln Tiere lebensnah zu konservieren“, betonte Müller. Nun sei der Hai nach der Reinigung und Fixierung bereit, nochmals mehrere Jahrhunderte in der Kirche zu hängen.

Insgesamt hat sich Stralsund in den vergangenen Jahren auch international einen hervorragenden Ruf für den Wissenstransfer über das Thema Meere und Ozeane erarbeitet. Die Hansestadt ist Heimat der Stiftung Deutsches Meeresmuseum, die an ihren Stralsunder Standorten Ozeaneum und Meeresmuseum jährlich Hundertausenden Gästen meeresbezogene Fakten und Forschungsthemen anschaulich in Ausstellungen mit detailgetreuen Exponaten und anhand von Aquarien vermittelt. 
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